ShelterBox

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Die ShelterBox (von engl. shelter = Zuflucht) ist eine physische Kiste, die Opfern von Katastrophen Hilfsmaterialen liefert. Bis heute konnte damit mehr als 700.000 Opfern in über 50 Ländern geholfen werden.

Ziel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Inhalt der Box soll Obdach, Wärme und Hilfe bieten. Die Kisten werden unmittelbar nach Katastrophen in Krisengebiete geschickt und beinhalten das Nötigste für Menschen, die alles verloren haben. In Katastrophen benötigen die Opfer Obdach für mehrere Monate, bis die Infrastruktur wieder hergestellt ist. Der Vorteil der Überlebenskiste ist, dass sich das enthaltene 10-Mann-Zelt beinahe überall aufstellen lässt und die Menschen somit nicht umsiedeln müssen. Das mitgelieferte Werkzeuge bietet die Möglichkeit, ihr zerstörtes Heim wieder aufzubauen.

Maße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ShelterBox ist eine grüne Kiste, 80 cm lang, 60 cm breit, 60 cm hoch, wiegt etwa 60 Kilogramm, bei einem Volumen von 185 Litern. Das Material ist widerstandsfähig, leicht und wasserfest und kann viele Aufgaben erfüllen – vom Wasserbehälter bis zum Kinderbett. Maße und Gewicht der Box wurden so gewählt, dass eine Box auf einen Flugzeugsitz passt, um die leeren Plätze von Flugzeugen zu nutzen, die nach Katastrophen entsendet werden, um Touristen nach Hause zu transportieren. Ferner eignen sich die Maße, um von Esel oder Pferd getragen zu werden.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Inhalt der Box wird nur neue Ausrüstung verwendet, die geprüft wird, ob sie belastbar, praktisch und geeignet für den Zielort ist. Typischerweise enthält eine ShelterBox:

In der ShelterBox sind keine Lebensmittel oder Medikamente enthalten, da die Box zum einen für eine sinnvolle Menge zu klein ist und zum anderen Haltbarkeit, Einfuhrbestimmungen des Zielgebiets und unterschiedliche Essgewohnheiten und Kulturen dagegen sprechen.

Kosten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das von Rotary International initiierte Projekt wird in Deutschland vor allem von Rotaract vorangetrieben. Die Überlebenskisten sind bereits vor Ankündigung einer Katastrophe finanziert. Die Kosten für eine Kiste, mit der 10 Personen mindestens ein halbes Jahr geholfen werden kann, belaufen sich auf 750 Euro und enthalten die Materialkosten sowie Transport und Logistik. Rund 82 % der verwendeten finanziellen Mittel werden direkt für die Finanzierung der Boxen verwendet, administrative Kosten bzw. Verwaltungskosten liegen bei 18 %.[1]

Jede Überlebenskiste wird mit einer Nummer versehen und der Verbleib dokumentiert. Wenn jemand (sei es eine Privatperson, Institution, Gemeinschaft o. Ä.) eine komplette Box gespendet hat, wird die Box diesem Spender zugeordnet und es kann auf der ShelterBox-Website nachgesehen werden, wo diese spezielle Box eingesetzt wurde. Das Spenden für ein bestimmtes Gebiet ist aufgrund der organisatorischen Struktur des ShelterBox Trust nicht möglich.

Logistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zentrale des ShelterBox-Trust, in Großbritannien, wird ständig Material für ca. 5.000 Boxen vorgehalten, die dann nach der Anforderung je nach Einsatzgebiet gepackt und anschließend auf die Reise geschickt werden. Somit ist gewährleistet, dass die Boxen innerhalb von 48 Stunden mit der passenden Ausstattung im Einsatzgebiet sind. Jede Lieferung wird von einem sogenannten ShelterBox Response Team (SRT) begleitet. Zusätzlich wird nach Möglichkeit der Club oder der Distrikt von Rotary im jeweiligen Gebiet mit eingebunden, da die Rotarier vor Ort Kenntnisse der dortigen Situation haben.

Einsatzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Lieferung von 143 Boxen ging im Januar 2001 an die Betroffenen des Erdbebens im indischen Staat Gujarat. In den folgenden drei Jahren reifte das Projekt heran und bis Ende 2004 waren fast 2.600 Boxen nach 16 schweren Katastrophen verteilt worden. Am 26. Dezember 2004 kam die Nachricht vom Tsunami im Indischen Ozean, Spenden und Helfer stießen hinzu und die Arbeit konnte auf ein Niveau gesteigert werden, das sechs Monate vorher noch unvorstellbar gewesen war. 2005 wurden mehr als 22.000 Boxen verschickt, fast zehn mal so viele wie in den vorherigen drei Jahren.

Bisherige Einsatzgebiete der ShelterBox:

  • Afghanistan (Krieg)
  • Algerien (Erdbeben)
  • Angola (Krieg)
  • Burundi (Krieg)
  • Dominikanische Republik (Flut)
  • Osttimor (Krieg)
  • Ecuador (Vulkanausbruch)
  • Grenada (Hurrikan)
  • Guatemala (Erdrutsch)
  • Haiti (Taifun)
  • Indien – Gujarat (Erdbeben), Bihare (Flut), Chenai (Tsunami)
  • Indonesien – Sumatra (Tsunami), Java (Erdbeben, Vulkanausbruch und Tsunami)
  • Irak – Basra (Krieg)
  • Iran – Bam (Erdbeben)
  • Japan (Erdbeben, Tsunami)
  • Kenia (Krieg)
  • Libanon (Krieg)
  • Liberia (Krieg)
  • Malediven (Tsunami)
  • Myanmar (Zyklon)
  • Nordkorea
  • Nepal (Flut)
  • Pakistan – Kaschmir (Erdbeben, Flut)
  • Palästina (Krieg)
  • Papua-Neuguinea (Vulkanausbruch)
  • Philippinen (Taifun)
  • Rumänien (Flut)
  • Serbien (Flut)
  • Somalia (Krieg)
  • Sri Lanka (Tsunami)
  • Sudan (Krieg)
  • Uganda (Krieg)
  • Ukraine (Flut)
  • Vereinigte Staaten – Louisiana & Mississippi (Hurrikan)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ShelterBox wurde von Tom Henderson, einem Rotarier und ehemaligen Rettungstaucher der britischen Marine, gegründet. Er sah, dass die Hilfe bei den meisten Katastrophen in Form von Nahrung und Medizin geleistet wurde, es jedoch keine Unterstützung gab, wenn es um eine eigene Unterkunft ging, in der die Menschen die ersten Tage, Wochen und Monate verbringen konnten, während sie versuchten, ihr Leben wieder aufzubauen.

1999 fing Tom Henderson an, über die Idee nachzudenken, Ausrüstung auszuwählen und Überzeugungsarbeit zu leisten, um das Projekt aus der Taufe zu heben. Seine Ausdauer zahlte sich im April 2000 aus, als ShelterBox gegründet wurde und vom Rotary Club Helston-Lizard im Cornwall als Millenniumprojekt angenommen wurde. Damals wusste man noch nicht, dass es das umfassendste Projekt eines Rotary Clubs weltweit werden würde, mit Filialen in acht Ländern.

Geschichte Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2005 brachte Clemens Witt die Idee der Überlebenskisten mit nach Deutschland und machte die Kiste kurzerhand zur Bundessozialaktion von Rotaract Deutschland. Mit Susanne Büttner (PR) und Sebastian Immer (Finanzen) steht bis heute das Kernteam um ShelterBox Deutschland. Anfang 2009 fand das erste Speaker Training statt. Hier konnten Interessenten einiges über die Überlebenskiste lernen und wurden für Vorträge in jeglicher Form geschult. Zurzeit arbeiten in Deutschland ca. 20 Personen ehrenamtlich für die Organisation.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Niedrige Verwaltungskosten. In: ShelterBox Deutschland. Abgerufen am 31. Oktober 2010.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: ShelterBox – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien