Sheryl Crow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sheryl Crow (2005)

Sheryl Suzanne Crow (* 11. Februar 1962[1] in Kennett, Missouri) ist eine US-amerikanische Rocksängerin, Gitarristin, Bassistin, Pianistin, Songschreiberin und mehrfache Grammy-Preisträgerin.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Crows Eltern, Bernice und Wendell Crow, spielten in einer Jazzband Klavier und Trompete. In diesem musikalischen Umfeld lag es nahe, dass Sheryl Crow Musik studierte. Danach arbeitete sie als Musiklehrerin mit behinderten Kindern.

Das Keyboard, das sie morgens in der Schule nutzte, verrichtete abends seinen Dienst in diversen Amateurbands, wo Sheryl Crow auch erste Erfahrungen als Sängerin sammelte. Dort hörte sie ein Mitarbeiter einer Werbeagentur, der ihr spontan anbot, einige Radio-Werbespots zu singen. Crow nahm das Angebot an und hatte wenig später in ein paar Stunden mehr verdient als in einem Monat als Lehrerin. Sie zog nach Los Angeles und versuchte, im Showgeschäft Fuß zu fassen, zunächst einmal jedoch ohne Erfolg.

Ihre Karriere begann 1987, als Michael Jackson sie als Background-Sängerin für seine erste Welttournee engagierte. Weitere Engagements als Backgroundsängerin (unter anderem bei Don Henley von den Eagles) folgten. Wenig später nahm sie A&M Records unter Vertrag und produzierte auch ein Album mit Crow, das jedoch in letzter Sekunde zurückgezogen wurde und bis heute unveröffentlicht blieb.

Über den Musikproduzenten Bill Bottrell, der gebeten wurde, sich zusammen mit Kevin Gilbert, ihrem damaligen Freund, um das Songmaterial von Sheryl Crow zu kümmern, gelangte sie zu einem lockeren Zusammenschluss von Musikern, der sich „Tuesday Night Music Club“ nannte. Hieraus entstand ihr Debütalbum Tuesday Night Music Club, das im August 1993 erschien. Es wurde jedoch erst ein weltweiter Erfolg, als im Spätsommer 1994 die Hit-Single All I Wanna Do veröffentlicht wurde.

Die Kehrseite dieses Erfolgs war das Zerwürfnis mit Bill Bottrell und den anderen Musikern des Albums, da Sheryl Crow in der Öffentlichkeit als alleinige Verantwortliche und kreative Kraft des Albums vermarktet wurde und die Ideen anderer Leute als ihre eigenen ausgab. Zudem trennte sie sich von Kevin Gilbert, der die eigentliche kreative Kraft hinter dem TNMC gewesen war. Insbesondere die Tatsache, dass sie bei David Lettermann das Lied Leaving Las Vegas als autobiografisch ausgab, obwohl sie weder an der Entstehung des Textes noch an der Musik beteiligt gewesen war, vertiefte das Zerwürfnis noch mehr. Kevin Gilbert, der die Trennung nie wirklich verkraftet hatte, starb 1996 an autoerotischer Asphyxiation.[2]

Im Frühjahr 1994 tourte Crow im Vorprogramm von Crowded House durch die USA, was zu ihrer bis heute andauernden Freundschaft mit Bandchef Neil Finn führte (Everyday Is a Winding Road ist dem 2005 verstorbenen Schlagzeuger Paul Hester gewidmet). 1995 erhielt Sheryl Crow mehrere Grammys, unter anderem als beste Newcomerin.

In den Folgejahren veröffentlichte Crow weitere Alben und tourte regelmäßig um die Welt. Hierbei produzierte sie ihre Musik zunehmend selbst und erwies sich als äußerst talentiert und musikalisch vielseitig. Zahlreiche Gastauftritte in Konzerten und auf CDs anderer Musiker zeugen von ihrem hohen professionellen Standard. So war sie seit Mitte der 1990er-Jahre regelmäßiger Gast bei Konzerten der Rolling Stones, die sie in Interviews scherzhaft als „unsere kleine Schwester“ bezeichneten.

Im Dezember 2001 erhielt Crow einen Ehrendoktortitel der Southeast Missouri State University.[3]

Crow war von Oktober 2003 bis Januar 2006 mit dem Radrennfahrer Lance Armstrong liiert. Im September 2005 gaben sie die Verlobung bekannt, Anfang Februar 2006 ließ das Paar jedoch in einer öffentlichen Stellungnahme die Trennung verlauten. Zuvor hatte Sheryl Crow eine Beziehung mit Eric Clapton. Außerdem war sie eine Zeitlang mit dem Schauspieler Owen Wilson liiert, den sie bei den Dreharbeiten zu The Minus Man kennengelernt hatte. Das Paar trennte sich 2001.

2005 trat Crow beim Live-8-Konzert im Pariser Schloss Versailles auf. Anfang 2006 musste sie sich einer Brustkrebsoperation unterziehen. Daher wurde ihre für März und April geplante Nordamerikatournee verschoben. Nach der Operation und anschließender Strahlentherapie nahm sie ihre Karriere wieder auf. Für den Disney/Pixar-Animationsfilm Cars sang sie 2006 das Lied Real Gone. Außerdem sang, schrieb und spielte sie den Titelsong Try Not to Remember für den Antikriegsfilm Home of the Brave.

Im Mai 2007 adoptierte Crow einen kleinen Jungen namens Wyatt Steven („Wyatt“ ist der Name ihres Vaters, „Steven“ der ihres Bruders).

Am 5. Februar 2008 erschien ihr Album Detours in den USA. In Europa und somit auch in Deutschland wurde das Album am 22. Februar 2008 veröffentlicht.

Am 11. Oktober 2008 kam ihr Weihnachtsalbum Home for Christmas in den USA exklusiv in den Geschäften von Hallmark in den Handel.[4] Wenig später erschien das Album mit leicht veränderter Titelfolge und anderem Cover auch in Deutschland.

Am 20. Juli 2010 erschien das Album 100 Miles from Memphis, das von klassischem Soul geprägt ist. Der Titel Summer Day erschien vorab als Single. In einem Lied begleitet sie Keith Richards auf der Gitarre, in einem anderen Lied singt Justin Timberlake im Hintergrund. Das Album enthält einige Coverversionen, darunter ein Stück von Citizen Cope, das dieser selber begleitet.

Anfang Juni 2012 wurde bekannt, dass Crow unter einem Hirntumor leidet. Den Tumor, der von Ärzten als gutartig diagnostiziert wurde, macht Crow selbst für zum Teil aufgetretene Gedächtnislücken verantwortlich.[5]

Stil[Bearbeiten]

Ihre frühen Arbeiten sind gekennzeichnet durch die Konzentration auf die Slide-Gitarre, später wurden ihre Songs moderner, „elektronischer“ und fallen eher in die Kategorie Popmusik. Zu ihren erfolgreichsten Liedern zählen All I Wanna Do, If It Makes You Happy, Everyday Is a Winding Road, My Favorite Mistake und Soak Up the Sun. 2004 landete sie mit dem Cat-Stevens-Cover The First Cut Is the Deepest einen weltweiten Hit, insbesondere wurde sie in Bahrain die erste und bisher einzige westliche Künstlerin, die einen Nummer-1-Hit erzielen konnte. Von ihr stammt auch Tomorrow Never Dies, das Titellied des 1997 erschienenen James-Bond-Filmes gleichen Namens (deutscher Titel Der Morgen stirbt nie).

Instrumente[Bearbeiten]

Obwohl Crow in erster Linie Sängerin ist, spielt sie auch diverse Instrumente, vorzugsweise Westerngitarren von Gibson, hauptsächlich Dreadnought-Modelle. Ihr zu Ehren brachte die Firma die Sheryl Crow-Signature-Gitarre heraus.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1995 wurde Crow mit drei Grammy Awards in den Sparten Best New Artist (beste neue Künstlerin), Record of the Year (Single des Jahres; All I Wanna Do) und Best Female Pop Vocal Performance (Beste Weibliche Gesangsdarbietung - Pop) ausgezeichnet. Zwei weitere Grammys erhielt sie für ihre Alben Sheryl Crow (1997) und The Globe Sessions (1999); jeweils in der Kategorie Best Rock Album (bestes Rock-Album). Für ihre Songs If It Makes You Happy (1997), Sweet Child o’ Mine (2000), There Goes the Neighborhood (2001) und Steve McQueen (2003) gewann sie Grammys in der Kategorie „Best Rock Vocal Female Performance“ (Beste weibliche Rock-Gesangsdarbietung).

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Crow unterstützte mit einem Auftritt das Benefiz-Konzert Change Begins Within der David Lynch Foundation for Consciousness-Based Education and World Peace am 4. April 2009 in der Radio City Music Hall, New York City, u.a. mit Paul McCartney, Ringo Starr, Donovan, Ben Harper, Eddie Vedder und Moby. Mit den Konzerteinnahmen will die Stiftung sozial benachteiligten Kindern die Möglichkeit geben, Transzendentale Meditation zu erlernen.[7][8]

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sheryl Crow/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[9] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1993 Tuesday Night Music Club 9
(49 Wo.)
3
(18 Wo.)
6
(33 Wo.)
8
(55 Wo.)
3
(100 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. August 1993
Verkäufe: + 8.000.000
1996 Sheryl Crow 17
(16 Wo.)
8
(10 Wo.)
3
(21 Wo.)
5
(70 Wo.)
6
(63 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. September 1996
Verkäufe: + 4.000.000
1998 The Globe Sessions 4
(16 Wo.)
19
(7 Wo.)
5
(9 Wo.)
2
(32 Wo.)
5
(53 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. September 1998
Verkäufe: + 1.325.000
2002 C’mon C’mon 7
(18 Wo.)
4
(12 Wo.)
4
(20 Wo.)
2
(8 Wo.)
2
(61 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. April 2002
Verkäufe: + 1.085.000
2005 Wildflower 21
(4 Wo.)
51
(3 Wo.)
17
(6 Wo.)
25
(2 Wo.)
2
(42 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. September 2005
Verkäufe: + 1.000.000
2008 Detours 18
(5 Wo.)
32
(3 Wo.)
14
(7 Wo.)
20
(2 Wo.)
2
(23 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. Februar 2008
2008 Home for Christmas 164
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. September 2008
2010 100 Miles from Memphis 46
(2 Wo.)
38
(4 Wo.)
17
(7 Wo.)
34
(2 Wo.)
3
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. Juli 2010
2013 Feels Like Home 60
(… Wo.)
16
(… Wo.)
7
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. September 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sheryl Crow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sheryl Crow Frequently Asked Questions
  2. Sheryl Crow bei Allmusic (englisch) Biographie
  3. Sheryl Crow to receive Honorary Doctoral Degree (aufgerufen am 4. Februar 2008)
  4. Sheryl Crow Named Hallmark 2008 Christmas Artist, aufgerufen am 18. September 2008
  5. Sheryl Crow an Gehirntumor erkrankt, Spiegel Online, abgerufen am 6. Juni 2012
  6. Die Sheryl Crow-Signature auf gibson.com, abgerufen am 11. Mai 2012
  7. McCartney and Starr reunite in NYC for meditation. Reuters, 5. April 2009
  8. Benefizkonzert für Meditation. Ex-Beatles wiedervereint n-tv, 4. April 2009
  9. Chartquellen: DE AT CH UK US US 2