Shichirin

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Einige Varianten heutiger Shichirin.

Ein Shichirin (jap. 七輪, wörtlich etwa „sieben Räder“) bezeichnet ein Küchenutensil aus der japanischen Küche. Es handelt sich um einen kleinen Kohlengrill, der in mehreren Varianten schon seit langer Zeit in Gebrauch ist. Der Hibachi überschneidet sich teilweise mit dem Shichirin, hier ist jedoch ein etwas anderes Gerät gemeint.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Shichirin aus der späten Edo-Zeit im Fukagawa Edo Museum.[1]

Schon in der Edo-Zeit wurde der Shichirin als Küchengerät beschrieben, die Benutzung erfolgte durch die Samurai, andere Adelige und höhergestellte Bürger.[2] Noch ältere Modelle waren schon in der Frühzeit verwendet worden, jedoch sind die heute noch verwendeten Geräte weitestgehend denen aus der Edo-Zeit ähnlich.[3] Nach Verbreitung in alle Schichten des Volkes fand dieser kleine Ofen Verwendung bei vielerlei Anlässen, besonders beim Gebrauch im Freien bei Volksfesten (Matsuri) in der kalten Jahreszeit. Auch während japanischer Teezeremonien kommt der Shichirin zum Einsatz.

Aufbau und Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein pazifischer Makrelenhecht gart auf einem Shichirin, in Japan besonders im Herbst eine beliebte Speise.

Ein Shichirin (in der Kansai-Region auch kanteki genannt) ist ein kleiner, kompakter Kocher, der leicht bewegt werden kann und mit Holzkohle befeuert wird. Traditionell wurde dafür gerne Binchōtan, eine Holzkohle aus der japanischen Eiche (ubame) verwendet.[4] Diese soll sauber verbrennen, wenig Geruch verbreiten und durch die niedrigere Gartemperatur das Grillgut saftig bleiben lassen. Im Shichirin kann mit einer kleinen Menge an Brennstoff der Garvorgang bis zu 4 Stunden unterhalten werden. Besonders beim Yakiniku ist der Shichirin ein essentielles Garinstrument.

Ältere Shichirin wurden meist aus Keramik gefertigt, hingegen werden sie heute bevorzugt aus Kieselgur oder auch aus Metall hergestellt.[5] Es gibt Modelle mit einer doppelten inneren und äußeren Keramikschicht. Die Form ist entweder zylindrisch, rechteckig oder quadratisch angelegt, die Größe kann ebenfalls variieren. Je nach gewünschter Verwendung werden die Öfen in unterschiedlicher Ausführung benutzt.

Unterscheidung zum Hibachi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohnzimmer im Stil der Edo-Zeit mit Hibachi in der Mitte.

Besonders im westlichen Sprachgebrauch werden heutzutage Shichirin und Hibachi oft gleichwertig verwendet. Hier ist ein kleiner Grillofen für Barbecue gemeint, was auch als Zubereitung im Hibachi-Style bezeichnet wird. Beim Hibachi im eigentlichen Sinne handelt es sich jedoch um einen kleinen Heizofen, meistens aus Porzellan gefertigt, der normalerweise nicht zum Garen der Speisen genutzt wurde, sondern vielmehr zum Aufheizen des Wohnraumes. Vermutlich entstand die Verwechslung im Zuge der Markteinführung in Nordamerika, angeblich, da Hibachi sich dort einfacher aussprechen ließ. Als Hibachi wird zudem in manchen Teilen der USA auch pauschal ein japanisches Steakhouse bezeichnet.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fukagawa Edo Museum
  2. Pogogi: Hibachi und Shichirin
  3. Fukuoka Library (Memento des Originals vom 2. Oktober 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.city.onojo.fukuoka.jp
  4. Gurunavi.com - Japanisches Grillen
  5. kcf.or.jp
  6. excite.co.jp - Hibachi