Shin’ya Yamanaka

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Shinya Yamanaka (2013)

Shin’ya Yamanaka (jap. 山中 伸弥, Yamanaka Shin’ya; * 4. September 1962 in der Präfektur Ōsaka) ist ein japanischer Arzt und Stammzellenforscher. Er ist Direktor des Center for iPS Cell Research (CiRA) an der Universität Kyōto und Professor am Institute for Integrated Cell-Material Sciences ebenda. 2012 wurde ihm für die Entdeckung, dass ausgereifte Zellen in Stammzellen verwandelt werden können, gemeinsam mit John Gurdon der Medizin-Nobelpreis zuerkannt.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

1987 schloss Yamanaka sein Medizinstudium an der Universität Kōbe ab, 1993 promovierte er an der Städtischen Universität Ōsaka. Danach absolvierte er seine Assistenzzeit in der orthopädischen Chirurgie am Staatlichen Krankenhaus Ōsaka und war als Postdoktorand am Gladstone Institute of Cardiovascular Disease in San Francisco. 2006 gelang es seiner Arbeitsgruppe und ihm am reproduktionsmedizinischen Institut der Universität Kyōto,[1] induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen), pluripotente Stammzellen, aus Bindegewebszellen von Mäusen zu erzeugen.[2] 2007 gelang ihm und seiner Arbeitsgruppe am neu gegründeten Institute for Integrated Cell-Material Sciences an der Universität Kyōto der gleiche Erfolg mit menschlichen Bindegewebszellen.[3] Als Motiv für die Wahl seines Forschungsgebietes nennt er seine Unzufriedenheit damit, dass Embryonen zerstört werden mussten, um an Stammzellen zu kommen.[4]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Für die künstliche Herstellung von Stammzellen erhielt Yamanaka im November 2007 den Meyenburg-Preis vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), sowie den Asahi-Preis. 2008 wurde er gemeinsam mit Hans R. Schöler und Irving L. Weissman mit dem Robert-Koch-Preis ausgezeichnet, sowie gemeinsam mit Ian Wilmut und Keith Campbell mit dem Shaw Prize. 2009 erhielt er den Canada Gairdner International Award und gemeinsam mit John Gurdon den Albert Lasker Award for Basic Medical Research. 2010 wurde er mit dem Kyoto-Preis, dem March of Dimes Prize in Developmental Biology und mit dem Balzan-Preis ausgezeichnet. 2011 wurde Yamanaka gemeinsam mit Rudolf Jaenisch mit dem Wolf-Preis für Medizin und gemeinsam mit Elaine Fuchs und James A. Thomson mit dem Albany Medical Center Prize[5] ausgezeichnet. Ihm wurden für 2012 der Millennium Technology Prize[6] und zusammen mit John Gurdon der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin zugesprochen. 2013 gehörte er zu den ersten Gewinnern des Breakthrough Prize in Life Sciences. Im selben Jahr wurde er Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  •  Kazutoshi Takahashi, Shinya Yamanaka: Induction of Pluripotent Stem Cells from Mouse Embryonic and Adult Fibroblast Cultures by Defined Factors. In: Cell. Vol. 126, Nr. 4, 2006, S. 663–676, doi:10.1016/j.cell.2006.07.024.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Shinya Yamanaka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 再生医学研究所, saisei igaku kenkyūjo, die englische Eigenbezeichnung des Instituts lautet Institute for Frontier Medical Sciences
  2.  Kazutoshi Takahashi, Keisuke Okita, Masato Nakagawa, Shinya Yamanaka: Induction of pluripotent stem cells from fibroblast cultures. In: Nature Protocols. Vol. 2, Nr. 12, 2007, S. 3081-9, doi:10.1038/nprot.2007.418, PMID 18079707.
  3.  Masato Nakagawa, Michiyo Koyanagi, Koji Tanabe, Kazutoshi Takahashi, Tomoko Ichisaka, Takashi Aoi, Keisuke Okita, Yuji Mochiduki, Nanako Takizawa, Shinya Yamanaka: Generation of induced pluripotent stem cells without Myc from mouse and human fibroblasts. In: Nature Biotechnology. Vol. 26, Nr. 1, Januar 2008, S. 101-6, doi:10.1038/nbt1374, PMID 18059259.
  4. Martin Fackler: Risk Taking Is in His Genes. In: The New York Times, 11. Dezember 2007.
  5. Recipients of 2011 Albany Medical Center Prize in Medicine Announced bei amc.edu; abgerufen am 16. April 2011
  6. Millennium Prize Foundation: Laureates 2012, 19. April 2012 (englisch)