The Shirelles

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The Shirelles
Allgemeine Informationen
Genre(s) Soul
Gründung 1958 als The Poquellos
Auflösung 1982
Gründungsmitglieder
Doris Coley
Gesang
Addie „Micki“ Harris
Gesang
Shirley Owens
Gesang
Beverly Lee
Letzte Besetzung
Gesang
Doris Kenner-Jackson
Gesang
Addie Harris
Gesang
Beverly Lee

The Shirelles war eine Soul-Gesangsgruppe, die vor allem in den 1960er Jahren erfolgreich war. Die größten Hits sind Will You Love Me Tomorrow? (1960), Dedicated to the One I Love und Mama Said (1961) sowie Soldier Boy (1962).

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Band wurde 1958 in Passaic (New Jersey) gegründet, als die Schulmädchen Doris Coley, Addie Harris, Shirley Owens und Beverly Lee als The Poquellos an einer Talentshow ihrer Schule teilnahmen mit dem Song I Met Him on a Sunday, den sie selbst geschrieben hatten. Eine Schulfreundin hörte den Auftritt und verschaffte den vier Sängerinnen die Möglichkeit zu einem Vorspiel bei ihrer Mutter Florence Greenberg, die ein kleines Plattenlabel leitete. Greenberg entschloss sich daraufhin, Managerin der Band zu werden, und schlug eine Änderung des Namens in „The Shirelles“ vor. Der Name setzt sich zusammen aus Owens’ Vornamen Shirley und dem Namen der Doo-Wop-Band The Chantels.

Noch im selben Jahr bekamen die Shirelles einen Vertrag bei Decca Records. I Met Him on a Sunday kam auch immerhin in die Top 50 der Charts, doch nachdem die zwei Folgesingles floppten, kündigte Decca der Band. Daraufhin verschaffte Greenberg der Band einen Vertrag bei ihrem eigenen Label Scepter Records und konnte Luther Dixon als Produzenten für die nächsten Aufnahmen gewinnen. Dedicated for the One I Love platzierte sich zunächst nur kurzzeitig auf unteren Rängen der Popcharts, Tonight’s the Night kam 1960 immerhin in die Top 20 der R&B-Charts. Doch den Durchbruch hatten die Shirelles erst Ende des Jahres mit der Gerry Goffin-/Carole King-Komposition Will You Love Me Tomorrow.[1]

Der Song kam an die Spitze der Popcharts und schaffte Platz 2 in den R&B-Charts.[2] Als Folge dessen kam Dedicated to the One I Love 1961 doch noch in die Top 5 sowohl der Pop- als auch der R&B-Charts, Mama Said gelang dasselbe und Big John erreichte Platz 2. 1962 konnten die Shirelles ihren Erfolg fortsetzen: Der Greenberg-/Dixon-Song Soldier Boy wurde ein weiterer Number-eins-Hit und auch Baby It’s You, später von den Beatles gecovert, kam in die Top 10. Doch wenig später verließ Dixon das Label. Den Shirelles gelang 1963 noch ein weiterer Top-10-Hit mit Foolish Little Girl, dann verebbte der Erfolg zunächst.

In der Folgezeit machte die Band Aufnahmen für den Film It’s a Mad, Mad, Mad, Mad World und half Dionne Warwick bei ihren ersten Erfolgen. Owens und Coley nahmen sich eine kurze Auszeit um zu heiraten. Inzwischen begannen britische Bands immer wieder Songs der Shirelles zu covern: Neben Baby It’s You veröffentlichten die Beatles 1963 auch eine Version des 1960er Titels Boys, und Manfred Mann machten Sha La La zu einem Hit. Die Shirelles selbst kamen noch einige Male in untere Regionen der Charts, das letzte Mal 1967 mit Last Minute Miracle.

Coley, die inzwischen Doris Kenner-Jackson hieß, verließ die Band einige Zeit später, um sich ihrer Familie zu widmen. Die drei übrigen Bandmitglieder blieben zusammen und machten Anfang der 1970er Jahre weiterhin Aufnahmen, ohne nennenswerte Erfolge zu ernten. 1975 kehrte auch Owens, deren Name inzwischen Shirley Alston war, der Band den Rücken, um eine Solo-Karriere zu starten; dafür kam Kenner-Jackson zurück. Nachdem Harris am 10. Juni 1982 während eines Konzertes in Atlanta an einem Herzinfarkt starb, entschloss sich die Band zu einer Trennung. Das letzte Mal, dass die drei übrigen ehemaligen Mitglieder zusammenspielten, war 1983 auf einer Dionne Warwick-Aufnahme. 1996 wurden die Shirelles in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.[3]

Der Rolling Stone listete die Shirelles auf Rang 76 der 100 größten Musiker aller Zeiten.[4]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5] Anmerkungen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B
1963 Foolish Little Girl 300! 133
(2 Wo.)
300! Erstveröffentlichung: August 1963

weitere Alben

  • 1961: Tonight’s the Night
  • 1961: Sing to Trumpets and Strings
  • 1962: Baby It’s You
  • 1962: Give a Twist Party (mit King Curtis)
  • 1963: It’s a Mad, Mad, Mad, Mad World
  • 1965: Hear & Now
  • 1965: Swing the Most
  • 1967: Spontaneous Combustion
  • 1968: Eternally Soul (mit King Curtis)
  • 1971: Happy and in Love
  • 1972: The Shirelles
  • 1972: Remember When – Volume 1

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5] Anmerkungen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B
1963 The Shirelles’ Greatest Hits 300! 67
(20 Wo.)
300! Erstveröffentlichung: August 1963

weitere Kompilationen

  • 1963: Hits
  • 1964: Sing the Golden Oldies
  • 1967: The Shirelles’ Greatest Hits Vol II.
  • 1972: Remember When (2 LPs)
  • 1972: Sweet Soul from the Shirelles (2 LPs)
  • 1972: The Best of the Shirelles (in DE 1976 als Boys erschienen)
  • 1973: Golden Hour of the Shirelles’ Greatest Hits
  • 1973: Sing Their Very Best
  • 1975: The Very Best of the Shirelles
  • 1977: 16 Greatest Hits
  • 1980: To Know Him Is to Love Him
  • 1981: Juke Box Giants: 20 Hits of the Shirelles
  • 1981: The Shirelles
  • 1983: The Shirelles Greatest Hits
  • 1984: Anthology 1959–1964 (2 LPs)
  • 1984: Soulfully Yours
  • 1985: Mama Said
  • 1985: Sha La La La La
  • 1986: The 21 Greatest Hits
  • 1987: Lost and Found
  • 1988: Will You Love Me Tomorrow
  • 1989: Dedicated to You
  • 1990: Greatest Hits
  • 1990: The Collection
  • 1991: The Fabulous Shirelles
  • 1994: The World’s Greatest Girls Group (2 CDs)
  • 1994: Lost & Found: Rare & Previously Unissued
  • 1994: For Collectors Only (3 CDs)
  • 1994: The Very Best of the Shirelles
  • 1995: Greatest Hits
  • 1996: The Definitive Collection (2 CDs)
  • 1997: The Masters
  • 1999: Greatest Hits: The Scepter Years
  • 2001: The Shirelles
  • 2005: Will You Love Me Tomorrow?: The Anthology (2 CDs)
  • 2012: Will You Love Me Tomorrow: The Scepter and Top Rank Records Story (2 CDs)
  • 2013: The Shirelles Forever
  • 2013: Two Classic Albums Plus Singles (2 CDs)
  • 2015: The Singles Collection

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[5][6] Anmerkungen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten R&B
1958 I Met Him on a Sunday (Ronde-Ronde) 300! 50
(10 Wo.)
300! Erstveröffentlichung: Februar 1958
Autoren: Addie Harris, Beverly Lee, Doris Coley, Shirley Owens
1959 Dedicated to the One I Love
Tonight’s the Night
300! 3
(20 Wo.)
2
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1959
R&B Hall of Fame
R&B-Chartseinstieg und Top 10 der Hot 100 erst 1961
Autoren: Ralph Bass, Lowman Pauling
Original: The "5" Royales, 1957
1960 Tonight’s the Night
Tonight’s the Night
300! 39
(12 Wo.)
14
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1960
Platz 409 der Rolling Stone 500 (Liste 2010)[7]
Autoren: Luther Dixon, Shirley Owens
1960 Will You Love Me Tomorrow?
Tonight’s the Night
4
(15 Wo.)
1
(19 Wo.)
2
(12 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1960
Grammy Hall of Fame + R&B Hall of Fame
Platz 126 der Rolling Stone 500 (Liste 2010)[7]
Platz 179 der Songs of the Century (RIAA, Liste 2001)[8]
Autoren: Gerry Goffin, Carole King
1961 Mama Said
Sing to Trumpets and Strings
300! 4
(11 Wo.)
2
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: April 1961
Autoren: Willie Denson, Luther Dixon
1961 A Thing of the Past
Baby It’s You
300! 41
(8 Wo.)
26
(2 Wo.)
B-Seite von What a Sweet Thing That Was
Autoren: Bob Brass, Irwin Levine
1961 What a Sweet Thing That Was
Sing to Trumpets and Strings
300! 54
(6 Wo.)
300! Erstveröffentlichung: Juni 1961
Autoren: Gerry Goffin, Carole King
1961 Big John
(Ain’t You Gonna Marry Me)
Baby It’s You
300! 21
(9 Wo.)
2
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1961
Autoren: Amiel Summers, John Patton
1961 Baby It’s You
Baby It’s You
300! 8
(14 Wo.)
3
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1961
Autoren: Mack David, Barney Williams, Burt Bacharach
1962 Soldier Boy
Baby It’s You
23
(9 Wo.)
1
(14 Wo.)
3
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1962
Autoren: Luther Dixon, Florence Green
1962 Welcome Home Baby
Give a Twist Party
300! 22
(8 Wo.)
20
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1962
Autor: Luther Dixon
1962 Stop the Music
The Shirelles’ Greatest Hits
300! 36
(8 Wo.)
300! Erstveröffentlichung: August 1962
Autoren: Willie Denson, Van McCoy
1962 Everybody Loves a Lover
The Shirelles’ Greatest Hits
300! 19
(12 Wo.)
15
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1962
Autoren: Richard Adler, Robert Allen
Original: Doris Day und Frank De Vol, 1958
1963 Foolish Little Girl
Foolish Little Girl
38
(5 Wo.)
4
(14 Wo.)
9
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. März 1963
Autoren: Helen Miller, Howard Greenfield
1963 Not for All the Money in the World
Foolish Little Girl
300! 100
(1 Wo.)
300! B-Seite von Foolish Little Girl
Autoren: Lee Porter, Ron Miller
1963 Don’t Say Goodnight and
Mean Goodbye
Foolish Little Girl
300! 26
(9 Wo.)
300! Erstveröffentlichung: Juni 1963
Autoren: Charles Partee, Joe de Angelis
1963 What Does a Girl Do?
Swing the Most
300! 53
(6 Wo.)
300! Erstveröffentlichung: August 1963
Autor: Ed Townsend
1963 It’s a Mad, Mad, Mad, Mad World
It’s a Mad, Mad, Mad, Mad World
300! 92
(2 Wo.)
300! Erstveröffentlichung: Oktober 1963
Autoren: Ernest Gold, Mack David
1963 31 Flavors
It’s a Mad, Mad, Mad, Mad World
300! 97
(1 Wo.)
300! B-Seite von It’s a Mad, Mad, Mad, Mad World
Autoren: Ernest Gold, Mack David
1964 Tonight You’re Gonna Fall
in Love with Me
Hear & Now
300! 57
(5 Wo.)
4
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1963
Autoren: Art Kornfeld, Toni Wine
1964 Sha-La-La
Hear & Now
300! 69
(4 Wo.)
15
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1964
Autoren: Luther Dixon, Robert Mosely,
Curtis Ousley, Robert Taylor
1964 Thank You Baby
The Shirelles’ Greatest Hits Vol II
300! 63
(7 Wo.)
300! Erstveröffentlichung: Juli 1964
Autor: Beverly Lee
1964 Maybe Tonight
Hear & Now
300! 88
(2 Wo.)
300! Erstveröffentlichung: Oktober 1964
Autor: Van McCoy
1964 Are You Still My Baby 300! 91
(4 Wo.)
37
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1964
Autor: Charlie Rich
1967 Last Minute Miracle
Spontaneous Combustion
300! 99
(2 Wo.)
41
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. Juni 1967
Autoren: George Kerr, Gerald Harris

weitere Singles

  • 1958: My Love Is a Charm (VÖ: Juni)
  • 1958: I Got the Message (VÖ: November)
  • 1959: Doin’ the Ronde (VÖ: September)
  • 1960: Please Be My Boyfriend (VÖ: Februar)
  • 1960: The Dance Is Over (VÖ: April)
  • 1965: Shhh, I’m Watching the Movie (VÖ: März)
  • 1965: March (You’ll Be Sorry) (VÖ: Mai)
  • 1965: My Heart Belongs to You (VÖ: September)
  • 1966: I Met Him on a Sunday – ’66 (VÖ: Februar)
  • 1966: Que Sera, Sera (VÖ: Juni)
  • 1966: When the Boys Talk About the Girls (VÖ: September)
  • 1966: After Midnight (Promo; VÖ: September)
  • 1966: Teasin’ Me (VÖ: November)
  • 1967: Don’t Go Home (My Little Darlin’) (VÖ: Januar)
  • 1967: Bright Shiny Colors (VÖ: April)
  • 1968: Wild and Sweet
  • 1968: Don’t Mess with Cupid (VÖ: Juni)
  • 1968: Call Me (If You Want Me) (VÖ: November)
  • 1969: A Most Unusual Boy (als Shirley and the Shirelles; VÖ: Januar)
  • 1969: Playthings (als Shirley and the Shirelles; VÖ: April)
  • 1969: Go Away and Find Yourself (als Shirley and the Shirelles; VÖ: August)
  • 1970: There Goes My Baby – Be My Baby (VÖ: März)
  • 1970: It’s Gonna Take a Miracle (VÖ: Juli)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Irwin Stambler: The Encyclopedia of Pop, Rock and Soul. 3. überarbeitete Auflage. St. Martin’s Press, New York City, New York 1989, S. 613, ISBN 0-312-02573-4
  • Jay Warner: The Billboard Book of American Singing Groups. A History 1940–1990. Billboard Books, New York City / New York 1992, S. 449–452

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zur Interpretation des Textes und zur musikhistorischen Relevanz von Will You Love Me Tomorrow siehe Werner Faulstich: The Shirelles: "Will You Still Love Tomorrow" - naive Unschuld und wissende Willigkeit. In: Werner Faulstich: Vom Rock’n’Roll bis Bob Dylan. Tübinger Vorlesungen zur Rockgeschichte. Teil I: 1955–1963. Gelsenkirchen: Rockpaed Verlag, 1983, S. 128 – 130
  2. Zu dem Song vergleiche: Bronson, Fred: The Billboard Book of Number One Hits. 3. überarbeitete und erweiterte Aufl. New York City, New York: Billboard Publications, 1992, S. 83
  3. Rock and Roll Hall of Fame The Shirelles in der Rock and Roll Hall of Fame
  4. 100 Greatest Artists of All Time. Rolling Stone, 2. Dezember 2010, abgerufen am 8. August 2017 (englisch).
  5. a b c Chartquellen: Singles UK Billboard 200
  6. Joel Whitburn: Hot R&B Songs 1942–2010: 6th Edition, ISBN 978-0-89820-186-4
  7. a b RS500 Songs (Liste 2010)
  8. Songs of the Century, RIAA (Liste 2001)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: The Shirelles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien