Shuffle

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Shuffle (Begriffsklärung) aufgeführt.
Der Shuffle-Rhythmus mit Betonung auf dem Offbeat. Beispiel: Pete Johnsons Boogiefigur?/i

Ein Shuffle ist ein ternärer Rhythmus, der vor allem im Blues und Jazz Anwendung findet. Gelegentlich werden dafür auch die Bezeichnungen „punktiert“ und „Swing“ verwendet, die allerdings irreführend bzw. mehrdeutig sind.

Anstatt einen Notenwert in zwei gleich lange Zeitabschnitte aufzuteilen (binär oder „gerade“), wird bei der ternären Rhythmik eine Dreiteilung vorgenommen. Das Mittel, diese Dreiteilung unabhängig von der Taktart zu notieren und sprachlich zu erfassen, ist die Triole. Im Gegensatz zu anderen ternären Rhythmen werden im Shuffle zwischen den betonten Beats (in der Regel zwischen den Viertelnoten) nicht zwei unbetonte Noten gespielt, sondern nur eine, wie im binären Rhythmus. Deswegen lässt sich jeder binäre Rhythmus in einen Shuffle übertragen.

Das wird dadurch erreicht, dass nichts gespielt wird auf dem ersten der beiden unbetonten Schläge zwischen den Beats. Auf dem zweiten unbetonten Schlag wird das gespielt, was im binären Rhythmus genau mittig zwischen den Beats gespielt würde (die Achtelnoten). Dadurch rücken die unbetonten Schläge näher heran an den jeweils nächsten Beat.

Binäre Rhythmik im 4/4-Takt:

| X x X x X x X x |

Allgemeine ternäre Rhythmik im 4/4-Takt:

| XxxXxxXxxXxx |

Shuffle im 4/4-Takt:

| X  xX  xX  xX  x |

Zur Vereinfachung notiert man den Shuffle meist einen binären Rhythmus in geraden Achtelnoten und gibt dazu die Spielanweisung, dass es sich um einen Shuffle-Rhythmus handeln soll. Die Spielanweisung lautet entweder „Swing Feel“ oder sie besteht in einer durchaus treffenden Gleichung: zwei Achtelnoten, ein Gleichheitszeichen und zwei triolische Achtel (unter einem Bogen mit einer kleinen Drei darüber) mit einer triolischen Achtelpause dazwischen. In Noten für Schlagzeug findet man häufig die sogenannte „punktierte“ Notation: Statt einer Achteltriole, einer Achteltriolpause und wieder einer Achteltriole schreibt man eine punktierte Achtelnote (entspricht 11/2 Achtelnoten, also einer 3/16-Note) und eine Sechzehntelnote. Das ist nicht korrekt, aber in Schlagzeugnoten dennoch weit verbreitet.

Wie schon oben angedeutet, lässt sich jeder binäre Rhythmus in einen Shuffle umwandeln. Bei Rhythmen mit Sechzehntelnoten geschieht das dadurch, dass nicht die unbetonten Achtel zwischen den betonten Vierteln verschoben werden, sondern die jeweils dazwischen liegenden Sechzehntel. Diese Rhythmik ist häufig im Hip-Hop und bei House zu finden.

Binärer 4/4-Takt mit 1/16-Noten:

| X x x x X x x x X x x x X x x x |

Shuffle im 4/4-Takt mit 1/16-Noten:

| X  xx  xX  xx  xX  xx  xX  xx  x|

So erklärt sich auch die Shuffle-Funktion bei Drumcomputern: Jeweils die zweite und die vierte Sechzehntelnote jeder Zählzeit (jedes Beats) wird nach hinten verschoben. Je höher der Parameter eingestellt ist, desto stärker werden die auf der zweiten und auf der vierten Sechzehntelnote programmierten Schläge verzögert.

Übernahme in andere Musikstile[Bearbeiten]

Der Shuffle-Rhythmus lebte weiter im R&B der 1960er Jahre und wurde wieder populär durch britische Glam-Rocker wie T. Rex mit „Hot Love“ (1971) und Gary Glitter mit „Rock and Roll Pt 2“ (1972) oder auch The Sweet.[1] 1977 verwendete Iggy Pop den Beat in seinem elektronischen Pop-Song „Nightclubbing“.

Der Shuffle-Rhythmus wurde auch als Beat in Songs der elektronischen Musik verwendet (Beispiele sind etwa „Personal Jesus“ von Depeche Mode und „Doctorin’ the Tardis“ von The Timelords), wo er als Schaffel ein Eigenleben als Genre führt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMartin Turenne: Schaffel Beat Resuscitates Techno. In: Exclaim! April 2004, abgerufen am 13. Januar 2012 (englisch).