Shungit

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Shungit (Rohsteine) aus Karelien

Shungit (auch: Schungit, Schungit-Kohle, Inostranzeff'sches Schungit, Algenkohle und vom Englischen abgeleitet Shungite) ist ein in der Natur nur an wenigen Orten vorkommendes schwarzes Gestein präkambrischen Alters, das hauptsächlich aus Kohlenstoff besteht.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shungite können bis zu 98 % Kohlenstoff enthalten und besitzen eine Dichte von 1,9 bis 2,1 g/cm³. Der Gesteinsname geht auf Alexander Alexandrowitsch Inostranzew zurück, der Shungit 1880 zuerst beschrieb.

Shungite haben sich vor mindestens 600 Millionen Jahren vermutlich aus Faulschlamm gebildet. Als Ausgangsmaterial dienten vermutlich Meeresalgen. Sie enthalten die sehr selten natürlich vorkommenden Fullerene C60 und C70.[1]

In der geologischen Forschung werden Shungite in fünf Qualitätskategorien unterteilt, die sich in der chemischen Zusammensetzung unterscheiden:[2][3]

  • Kategorie I: Edel-Shungit (glasig, schwarz und metallisch glänzend; Kohlenstoffgehalt 70 bis 95 %)
  • Kategorie II: Schwarzer Shungit (Kohlenstoffgehalt ca. 40 bis 74 %)
  • Kategorie III: Grauer Shungit (Kohlenstoffgehalt ca. 20 bis 40 %)
  • Kategorie IV: Kohlenstoffgehalt ca. 10 bis 25 %
  • Kategorie V: Kohlenstoffgehalt ca. 1 bis 10 %

Shungitgestein der Kategorien IV und V wird als Shungit-Kohle bezeichnet.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Fundorte sind Ostfinnland und Russland (Karelien, der Onegasee in der Shungaregion, die dem Stein seinen Namen gegeben hat, und der Ladogasee), oft in Gegenden, in denen auch Ölschiefer gefunden wird. Weitere Fundorte befinden sich in Indien in den Gebieten Tamil Nadu, Cuddapah (Kadapa), Kodur Mandal und Mangampeta.[4]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shungit eignet sich als schwarzes Pigment zur Herstellung von Farben und wird dann als shungite black bezeichnet. Des Weiteren kann Shungitkohle als Ersatz für Aktivkohle in Filtern eingesetzt werden. Auch Schmuckanhänger, Halsketten und Ziergegenstände werden aus Shungit der Kategorie II (schwarzer Shungit) hergestellt, der geschliffen und auf Hochglanz poliert werden kann.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Murawski: Geologisches Wörterbuch. 11. Auflage. Ferd. Enke-Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 978-3-8274-1445-8, S. 149.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • L. E. Cascarini de Torre, A. E. Fertitta, E. S. Flores, J. L. Llanos, E. J. Bottani: Characterization Of Shungite By Physical Adsorption Of Gases. In: The Journal of the Argentine Chemical Society. Band 92, Nr. 4–6, S. 51–58 (online – freier Volltext).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unearthing Buckyballs (Memento vom 2. Juli 2013 im Internet Archive). Oak Ridge National Laboratory (englisch).
  2. A. Piestrzynski, et al. (Hrsg.): Mineral Deposits at the Beginning of the 21st Century. Verlag A. A. Balkema, Lisse 2001, ISBN 978-90-265-1846-1, S. 63 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Regina Martino (Geobiologin und Bioenergetikerin): Schungit – Stein der Lebensenergie, S. 15 ff.
  4. Mineralienatlas:Shungit