Si Tanka

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Spotted Elk, tot im Schnee bei Wounded Knee
Indianer-Massengrab am Wounded Knee 1890

Spotted Elk (Unpan Glešká, manchmal auch wiedergegeben als Oh-Pong-Ge-Le-Skah oder Hupah Glešká),[1] bisweilen auch als Big Foot bekannt (* 1820; † 29. Dezember 1890 beim Massaker von Wounded Knee, South Dakota), war Häuptling der Minneconjou-Lakota-Sioux.[2]

Seinen englischen Namen Big Foot bekam er durch einen amerikanischen Soldaten in Fort Bennett, der ihn abfällig „Si Tanka“ (Sit ȟ Anka ‚Big Foot‘) nannte.[3][4]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spotted Elks Geburtsjahr ist umstritten. Sein Vater war der Minneconjou-Sioux-Häuptling Lone Horn (Lakotah: Heh-won-ge-chat) (circa 1790–1877). Auch über seinen Geburtsort gibt es widersprüchliche Aussagen. Er hatte drei Brüder, die allesamt leitende Funktionen im Stamm übernahmen. Spotted Elk war ein Cousin von Crazy Horse und Halbbruder von Sitting Bull. Er wird als gefürchteter Kämpfer beschrieben, aber auch als Diplomat, der oft Streitigkeiten innerhalb der Stämme schlichtete und war einer der Unterzeichner des umstrittenen Vertrags von Fort Laramie 1868.[5] Nach dem Tod seines Vaters übernahm er dessen Häuptlingswürde.

Spotted Elk[6] fügte mit Sitting Bull, Crazy Horse und anderen im Jahre 1876 bei der Schlacht am Little Bighorn dem 7. US-Kavallerie-Regiment des US-Heeres eine sehr schwere Niederlage zu. Dabei fielen General George Custer und ein großer Teil seiner Männer.[7] Doch die US-Armee schlug erbarmungslos zurück. Nach mehreren Niederlagen mussten sich Spotted Elk und sein Stamm ergeben.

Spotted Elks Stamm wurde wider Willen in der Cheyenne River Reservation im heutigen US-Bundesstaat South Dakota angesiedelt. Der Häuptling versuchte, das Beste aus der gegebenen Situation zu machen. Er wies seine Stammesmitglieder an, Feldbau zu betreiben, und versuchte, im Reservatsgebiet Schulen zu gründen. Dafür fuhr er auch nach Washington, um Unterstützung für seine Projekte zu gewinnen.[8][9]

Die indianische Geistertanz-Bewegung führte gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu Verunsicherungen auf Seiten der Weißen wie auch vieler Indianer. Die Bewegung spaltete die Lakota in eine den Weißen gegenüber freundlich und eine ihnen feindlich gesinnte Gruppe (Geistertanz-Anhänger). Spotted Elk versuchte mit seinen Leuten zu vermitteln, aber das US-Heer sah in ihnen eine Bedrohung und verfolgte sie. Am 29. Dezember 1890 kam es zum Massaker von Wounded Knee. Si Tanka und bis zu 300 Männer, Frauen und Kinder seines Stamms sowie Mitglieder von Sitting Bulls Stamm, die sich nach dessen Tod Spotted Elk angeschlossen hatten, wurden dabei vom 7. US-Kavallerie-Regiment getötet, obwohl sie mit weißen Fahnen unterwegs waren und keine kriegerischen Absichten zeigten. Spotted Elk war zu diesem Zeitpunkt an einer schweren Lungenentzündung erkrankt. Sein Leichnam lag tagelang gefroren im Schnee, bevor er in einem Massengrab begraben wurde.[10][11][12]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unpan Glešká wird oft mit dem Oglala-Sioux-Häuptling Ste Si Tanka (auch Chetan Keah ‚Bigfoot‘) verwechselt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. His proper Lakota name was Unpan Gleska.
  2. Chief Big Foot was born between 1820 and 1825 into the Minneconjou — „Planters by the River“ — subgroup of the Teton Lakota (Sioux). One of the seven subdivisions of the Teton Sioux, the Minneconjou lived in northwestern South Dakota with the Hunkpapa, another band of the Teton Lakota led by Chief Sitting Bull. Chief Big foot's Lakota name was Si Tanka, or Spotted Elk. He was the son of Lone Horn, and became the leader of his tribe at his father's death in 1874.
  3. aus Lakota: Si = Fuss, Tanka = Gross
  4. He was known first by non- Native Americans as Chief Bigfoot due to some oversized boots he got up at Ft. Bennett when picking up treaty annuities. After he was killed George Trager photographed him and labeled it Chief Bigfoot and the name has since been popularized as the photo became iconic representing the end of the „Indian Wars.“
  5. Executed on the part of the Minneconjou band of Sioux by the chiefs and headmen whose names are hereunto subscribed, they being thereunto duly authorized … OH-PONG-GE-LE-SKAH, his X mark, Spotted Elk.
  6. Frederic C. Wagner: Participants of the Battle of Little Big Horn. Second Edition. S. 181.
  7. Spotted Elk-Bio: In 1876 Big Foot allied up with his brothers Sitting Bull and Crazy Horse to take action against the United States and go to war.
  8. He settled on the Cheyenne River Reservation in South Dakota and was the first on the reservation to successfully harvest a corn crop. He traveled to Washington to lobby for a school to be built on the reservation.
  9. After suffering many casualties and surrendering to the American’s, the US placed Chief Spotted Elk and his tribe on the Cheyenne River in South Dakota for a new permanent residence. Big Foot did not necessarily want to move there but knew it was a fresh start for the people of his tribe so he encouraged them to follow his order and life would continue like it always had. Being on the river Big Foot made sure that his people were developing sustainable agriculture so they would not have to worry about starvation as much as other tribes.
  10. It has been estimated that nearly 300 of the original 350 men, women, and children in the camp were stain. Twenty-five soldiers were killed and thirty-nine wounded.
  11. Am Ende waren mindestens 150 Sioux tot, nach anderen Schätzungen bis zu 290. Spotted Elk wurde aus nächster Nähe erschossen. Die Armee ließ die Leichen liegen, die ein dreitägiger Blizzard tiefgefror.
  12. Zwei Wochen nach Spotted Elks Tod ermordete die US-Armee am Wounded Knee mehr als 200 Männer, Frauen und Kinder der Lakota. Dieses Massaker brach den Widerstand der Sioux endgültig.