Sian Edwards

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Sian Edwards (geboren 27. Mai 1959 oder 27. August 1959 in West Sussex, Großbritannien) ist eine britische Hornistin, Dirigentin und ehemalige Musikdirektorin der English National Opera, London. International besonders gefragt ist sie für das Repertoire der Moderne und Musik der Gegenwart.[1]

Leben und beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manche Quellen, darunter auch das renommierte Munzinger-Archiv, nennen als Geburtsdatum den 27. Mai 1959[2][3], andere den 27. August 1959[4][5]. Sie erhielt bereits mit vier Jahren Klavierunterricht.[6] Später kam als zweites Instrument Horn hinzu, was Edwards am Royal Northern College of Music in London mit dem Dirigieren zusammen studierte.[6] Nachdem sie entschied, sich auf das Dirigieren zu konzentrieren, studierte sie zunächst Orchesterleitung bei Charles Groves und Norman Del Mar. Von 1983 bis 1985 erhielt sie ein Stipendium für Dirigieren am Sankt Petersburger Konservatorium bei Ilja Musin.[1]

Ihr Operndebüt gab Edwards 1986 in Glasgow mit Mahagonny von Kurt Weill, als sie Simon Rattle vertrat.[6] 1988 leitete sie am Royal Opera House die Aufführung von The Knot Garden von Michael Tippett und bereicherte im selben Jahr die erste Münchener Biennale mit der Uraufführung von Mark-Anthony Turnages Oper Greek.[7]

1992 heiratete sie den geschiedenen britischen Musikwissenschaftler und Komponisten Ian Kemp. Aus der Ehe ging ein Sohn hervor. Iam Kemp starb bereits 2011.[8]

Von 1993 bis 1995 war Sian Edwards Musikdirektorin der English National Opera, London.[1] Sie verfügte in dieser Position unter anderem die Uraufführung von Blond Eckbert der Komponistin Judith Weir.

Edwards unterrichtet an der Royal Academy of Music das Fach Dirigieren.

Tätigkeiten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Operndirigate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der English National Opera dirigierte Sian Edwards zahlreiche Opern: Der Spieler von Sergei Prokofjew (1889/1990), Pique Dame von Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1992/1993) sowie während ihrer Zeit als Musikdirektorin La Bohème, Jenůfa, Die Hochzeit des Figaro, Der blonde Eckbert (Oper von Judith Weir auf der Basis des Kunstmärchens Der blonde Eckbert von Ludwig Tieck), Der Mikado, Chowanschtschina, Mahagonny und Carmen (1993 bis 1995).

Gastdirigate (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Gastdirigate als Konzertdirigentin mit einer ausgedehnten Gastspieltätigkeit machten Sian Edwards international bekannt. Sie dirigierte unter anderem folgende namhafte Orchester: Royal Philharmonic, Royal Liverpool Philharmonic, BBC Philharmonic, Bournemouth Symphony Orchestra, Royal Scottish National, London Mozart Players, Ulster Orchestra, English Chamber Orchestra, Los Angeles Philharmonic, Philadelphia Orchestra, Orchestre de Paris, Ensemble Modern, Radio Sinfonie Orchester Frankfurt, Cleveland Orchestra, Berliner Symphoniker, Deutsche Kammerphilharmonie, Sankt Petersburger Philharmoniker, National Symphony Orchestra, Washington, Ensemble Resonanz, Köln, SWF-Sinfonieorchester, NDR-Sinfonieorchester, Deutsche Kammerphilharmonie und Pittsburgh Symphony Orchestra.[1]

Weitere Gastdirigate führten Edwards nach Paris (Uraufführung von Hans Gefors’ Clara[9] an der Opéra-Comique), Covent Garden (Rigoletto, Der Troubadour, Madame Butterfly), nach Bordeaux (La clemenza di Tito) und an die Glyndebourne Touring Opera (Die verkaufte Braut).[1]

2000: Eugen Onegin an der English National Opera, London

2001: The Death of Klinghoffer von John Adams an der Finnischen Nationaloper, Don Giovanni an der Kopenhagener Oper, an der Oper Frankfurt Brittens Peter Grimes und an der Oper Helsinki La damnation de Faust.[1]

Einspieltätigkeit und Rundfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darüber hinaus hat Sian Edwards Aufnahmen eingespielt und Rundfunkaufnahmen mit europäischen Sendeanstalten gemacht. In Deutschland arbeitete sie unter anderem regelmäßig mit dem Hessischen Rundfunk zusammen.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1984 gewann Sian Edwards den ersten Preis beim Dirigentenwettbewerb in Leeds, Großbritannien.[1]

Repertoire-Schwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sian Edwards beherrscht das Orchester- und Opernrepertoire in seiner gesamten Breite. Während ihr Schwerpunkt im Opernrepertoire auf den Werken des 18. mit 20. Jahrhunderts liegt, profilierte sie sich im Konzertbereich vor allem bei der Aufführung von zeitgenössischer Musik für alle Ensemblebesetzungen.[1]

Diskographie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Dirigentinnen. In: dirigentinnen.de. Abgerufen am 11. August 2017.
  2. Munzinger-Archiv, Ravensburg: Sian Edwards – Munzinger Biographie. In: munzinger.de. 27. Mai 1959, abgerufen am 28. Juli 2017.
  3. MGG Online. In: mgg-online.com. Abgerufen am 30. Juli 2017 (englisch).
  4. Site Buddha Web Design: Siân Edwards – Opera Scotland. In: operascotland.org. Abgerufen am 30. Juli 2017 (englisch).
  5. Sian Edwards – IMDb. In: imdb.com. 27. August 1959, abgerufen am 30. Juli 2017.
  6. a b c Blankenburg, Elke Mascha.: Dirigentinnen im 20. Jahrhundert : Portraits von Marin Alsop bis Simone Young. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2003, ISBN 3-434-50536-9, S. 89 ff.
  7. Greek – Münchener Biennale. In: archive.muenchener-biennale.de. 17. Juni 1988, abgerufen am 28. Juli 2017.
  8. Ian Kemp. In: telegraph.co.uk. 29. September 2011, abgerufen am 28. Juli 2017 (englisch).
  9. Klassik Heute: Hans Gefors: Werke, Biographie, Diskographie, Texte bei Klassik Heute. In: klassik-heute.com. 30. Juli 2017, abgerufen am 30. Juli 2017.
  10. a b Sian Edwards (Conductor) – Short Biography. In: bach-cantatas.com. 29. Mai 2017, abgerufen am 30. Juli 2017.
  11. Blond Eckbert – NMC Recordings. In: nmcrec.co.uk. 1. Oktober 2005, abgerufen am 30. Juli 2017 (englisch).