Sibetsburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Sibetsburg
Rekonstruktion auf Infotafel am Burghügel

Rekonstruktion auf Infotafel am Burghügel

Alternativname(n): Edenburg
Staat: Deutschland (DE)
Ort: Wilhelmshaven-Siebethsburg
Entstehungszeit: vermutlich 1383
Burgentyp: Niederungsburg
Erhaltungszustand: Burgstall
Ständische Stellung: Häuptlingssitz
Geographische Lage: 53° 32′ N, 8° 6′ OKoordinaten: 53° 31′ 55″ N, 8° 6′ 25″ O
Sibetsburg (Niedersachsen)
Sibetsburg

Die Sibetsburg war ursprünglich eine Seeräuberburg Edo Wiemkens an der Nordseeküste im Gebiet des damaligen Rüstringen. Die Überreste finden sich im Wilhelmshavener Stadtteil Siebethsburg (heutige Schreibweise).

Ursprung als Seeräuberburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg wurde als Häuptlingsburg von Edo Wiemken als Edenburg vermutlich 1383 erbaut und 1416 von seinem Enkel Sibet Lubbenson in Sibetsburg umbenannt. Sie diente lange Zeit den Vitalienbrüdern als Schlupfwinkel und war mit mehreren Wällen und Wassergräben gesichert. Sie lag im Gebiet Rüstringen in Ostfriesland an einem Meeresarm, so dass die Seeschiffe direkt anbei anlegen konnten. Die Burg wurde im Rahmen der großen Strafexpedition der Hanse wider die ostfriesischen Häuptlinge Lubbe Onneken und Hayo Harlda im Jahr 1433 erobert und schließlich 1435 geschleift und nicht wieder aufgebaut.[1] Der Meeresarm verlandete später, heute liegt der Platz kilometerweit im Binnenland, etwa in der Mitte von Wilhelmshaven.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Küstenmuseum Wilhelmshaven führte zwischen 1962 und 1964 Ausgrabungen durch, die das Aussehen der Burg klären konnten. Es handelte sich bei der Sibetsburg um die Spätform einer Motte. Auf einem künstlich aufgeschütteten, 6 m hohen Hügel mit 30 m Durchmesser stand ein Wohnturm, der von Nebengebäuden umringt war. Der Turm besitzt die Maße von 14 × 12 m bei einer Fundamentstärke von 3 m. Der Innenhof war mit Ziegelsteinen gepflastert. Der Hügelfuß war von einer 2–3 m starken Wehrmauer umzogen, die wie die Turmfundamente auf einem Pfahlrost ruhte. Die Existenz von Granit- und Tuffsteinquadern im Mauerwerk der Wehrmauer lässt die Wiederverwendung von Baumaterial abgebrochener Kirchen vermuten. Vorgelagert war eine aus drei System von drei Wassergräben mit zwei dazwischen liegenden Wällen bestehende Befestigung. Westlich innerhalb des äußersten Grabens befand sich die um 1,50 m aufgeschüttete Vorburg mit den Wirtschaftsgebäuden. Die Gesamtgröße des Areals betrug ca. 210 × 175 m. Die bei den Ausgrabungen freigelegten Baubefunde wurden konserviert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Puhle: Die Vitalienbruder: Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit, 2. Aufl., Campus Verlag, Frankfurt/Main 1994, ISBN 3-593-34525-0
  • Heinrich Schmidt: Das östliche Friesland um 1400 – Territorialpolitische Strukturen und Bewegungen. In: Wilfried Ehbrecht: Störtebeker: 600 Jahre nach seinem Tod, Porta-Alba-Verlag, Trier 2005, ISBN 3-933701-14-7, S. 85–110
  • Ernst Andreas Friedrich: Die Burgen in Wilhelmshaven, S. 147–149, in: Wenn Steine reden könnten, Band III, Landbuch-Verlag, Hannover 1995, ISBN 3-7842-0515-1.
  • Waldemar Reinhardt: Die Siebetsburg – Landschaft und Geschichte. In: Jens Graul/Waldemar Reinhardt (Hrsg.): 600 Jahre Sibetsburg 1383 – 1983. Wilhelmshaven 1983, S. 5–59.
  • Waldemar Reinhardt: Die Sibetsburg in Wilhelmshaven. In: Frank Both (Bearb.): Archäologische Denkmäler zwischen Weser und Ems (= Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland. Beiheft 13), Isensee, Oldenburg 2000, S. 453–455.
  • Waldemar Reinhardt: Sibetsburg. In: Oldenburgisches Ortslexikon, Archäologie, Geografie und Geschichte des Oldenburger Landes. Band 2, Oldenburg 2011, S. 922–924.
  • Friedrich-Wilhelm Wulf: Archäologische Denkmale in der kreisfreien Stadt Wilhelmshaven (= Materialhefte zur Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens. Reihe B1). Hahn, Hannover 1996, S. 84 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biographie von Hayo Harlda In: Hans Friedl u. a. (Hrsg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg. Hrsg. im Auftrag der Oldenburgischen Landschaft. Isensee, Oldenburg 1992, ISBN 3-89442-135-5, S. 288–289 (online).