Sibylle (Zeitschrift)

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Die Sibylle „Zeitschrift für Mode und Kultur“ war eine Frauenzeitschrift in der DDR, herausgegeben vom Modeinstitut Berlin. Gründerin und Namensgeberin war Sibylle Gerstner.[1] Sie erschien ab 1956 sechsmal pro Jahr in einer Auflage von nur 200.000 Exemplaren im Verlag für die Frau Leipzig, war regelmäßig schnell vergriffen und galt als Ost-Vogue. Neben anspruchsvollen Modefotos von Arno Fischer, Roger Melis, Günter Rössler, Ute Mahler, Sibylle Bergemann, Sven Marquardt, Elisabeth Meinke u. a. waren auch ansprechende redaktionelle Beiträge ihr Markenzeichen. Auf die frauenzeitschrifttypischen Ratgeberteile wurde bewusst verzichtet. Langjährige Moderedakteurin war Dorothea Bertram (später verheiratet mit dem Fotografen Roger Melis). Die gezeigte Mode hatte mit der realsozialistischen Wirklichkeit nur wenig gemein.

1962 wurde das Café Sibylle in der Berliner Karl-Marx-Allee, das heute immer noch existiert, nach der Zeitschrift benannt.[2]

Die andere auflagenstarke DDR-Frauenzeitschrift war ab 1963 die bodenständigere Wochenillustrierte Für Dich (Vorgängertitel: Die Frau von heute, 1946–1962) aus dem Berliner Verlag.

1994 versuchten die Sibylle-Redakteurinnen Susanne Stein, Regina Conradt sowie Erika Büttner die durch die Wiedervereinigung angeschlagene Zeitschrift zu retten. Kurzzeitig gehörte die Zeitschrift nach 1990 zum Gong-Verlag. Anfang 1995 musste ihr Erscheinen im Selbstverlag aus finanziellen Gründen endgültig eingestellt werden. Über viele Jahre führte Yvonne Killmer das Blatt als Chefredakteurin. Letzte Chefredakteurin war Susanne Stein, letzter Art-Director André Rival.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sibylle. Die Zeitschrift für Mode und Kultur. 1995,2, Berlin: Sibylle-Verlag, ISSN 0037-4482. Früher im Verlag Die Wirtschaft, Berlin, danach im Verlag für die Frau, Leipzig. Mit der Nummer 1995,2 wurde das Erscheinen eingestellt.
  • Dorothea Melis (Hrsg.): Sibylle. Modefotografie aus drei Jahrzehnten DDR. Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 1998.
  • Dorothea Melis (Hrsg.): Sibylle. Modefotografien 1962–1994. Lehmstedt, Leipzig 2010.

Dokumentarfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Träume nicht, Sibylle, Deutschland 2001[3]

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kunsthalle Rostock zeigte vom 18. Dezember 2016 bis 17. April 2017 eine Ausstellung über die Zeitschrift.[4]
  • In der Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim ist vom 30. August bis 26. November 2016 die Ausstellung "SIBYLLE – Die Fotografen" zu sehen. Es wird erstmals die Bedeutung der Zeitschrift Sibylle für die Entwicklung der Fotografie und einer künstlerischen Bildsprache Ostdeutschlands beleuchtet.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Rückblick auf 2010 – "Sibylle über Sibylle". Website des Journalisten Alfred Eichhorn. Abgerufen am 30. April 2012.
  2. Schwedeneisbecher und Stalins Schnurrbart
  3. Träume nicht, Sibylle auf Filmportal.de
  4. SIBYLLE – Die Ausstellung
  5. SIBYLLE – Die Fotografen. Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen Rüsselsheim, Juli 2017; abgerufen am 19. Juli 2017.