Sieber (Herzberg am Harz)

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51.69763888888910.423472222222Koordinaten: 51° 41′ 52″ N, 10° 25′ 24″ O

Sieber
Wappen von Sieber
Höhe: 320–390 m ü. NN
Einwohner: 475 (1. Okt. 2013)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 37412
Vorwahl: 05585
Ostteil von Sieber
Westteil von Sieber
Ortsratswahl[1]
Wahlbeteiligung: 57.34 %
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
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78,87 %
21,13 %
Kirche St. Benedictus in Sieber

Sieber ist ein Ortsteil von Herzberg am Harz im Landkreis Osterode am Harz in Südniedersachsen (Deutschland). Es hat etwa 475 Einwohner (Stand: 1. Oktober 2013).

Geographische Lage[Bearbeiten]

Sieber liegt im Oberharz im Naturpark Harz etwa 7,5 km nordwestlich des Herzberger Kernorts. Es erstreckt sich von Nordosten nach Südwesten auf knapp 2,5 km Länge im engen Tal des das Dorf tangierenden Oder-Zuflusses Sieber und im Tal des Sieber-Zuflusses Goldenke auf etwa 320 bis 390 m ü. NN[2]. Etwa 1,5 km westlich von Sieber liegt der Nationalpark Harz, und das Naturschutzgebiet Siebertal[3] grenzt im Rahmen der Sieber direkt an das Dorf.

Geschichte[Bearbeiten]

In Sieber war der Bergbau zu Hause. Später kamen Holzschleifereien hinzu, die für die Herzberger und Rhumspringer Papierfabriken Vorprodukte herstellten. Die Gebäude der Holzschleifereien sind noch vorhanden, aber in einem sehr desolaten Zustand. Darüber hinaus stellte die Forstwirtschaft über mehrere Jahrhunderte einen wichtigen Arbeitgeber.

Im Jahre 1900, als Sieber bereits als „klimatischer Kurort“ bekannt war, zählte man 742 Kurgäste und 575 Einwohner.[4]

Auf dem Friedhof findet sich eine Kriegsgräberstätte für im April 1945 ums Leben gekommene deutsche Soldaten.

Von den 1960er Jahren bis in die 1980er Jahre wurden seitens der Harzwasserwerke Pläne verfolgt, im Bereich des Dorfs Sieber am Fluss Sieber oder ober- und unterhalb des Dorfes die Siebertalsperre zu errichten. Das Projekt wurde aufgrund deutlichen Widerstands von Anwohnern insbesondere aus Südharzer Ortschaften aufgegeben.

Sieber gehörte zum Landkreis Zellerfeld. Am 1. Juli 1972 wurde dieser aufgelöst. Sieber wurde in den Landkreis Osterode am Harz übernommen und in die Stadt Herzberg am Harz eingegliedert.[5]

1887 wurde etwa in der Ortstmitte von Sieber die evangelische Kirche St. Benedictus im nordischen Stil mit einem 35 m hohen Turm erbaut. In der Holzfachwerkkirche finden auch Konzerte statt.

Politik[Bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten]

Der Ortsrat setzt sich aus neun Ratsherren und Ratsfrauen zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Wandern[Bearbeiten]

Sieber ist Ausgangspunkt vieler Wanderwege, beispielsweise des Panoramawegs entlang der Südseite des Siebertals (die ersten beiden Bilder wurden von diesem Weg aus gemacht). Ein leichter Wanderweg führt zum etwa 2,5 km südwestlich stehenden Hotel Zum Paradies. Schwerere und längere Wanderwege verlaufen zur Hanskühnenburg, dem Großen Knollen und nach Sankt Andreasberg. Rund um den Ort führt ein Naturerlebnispfad mit 11 Informations- und Spielstationen. Von Sieber aus sind mindestens vier Wanderziele erreichbar, die in das System der Stempelstellen der Harzer Wandernadel einbezogen sind: Hanskühnenburg, Schutzhütte Waidmannsruhe, Schadenbeeksköpfe und der Große Knollen. Sieber liegt am Harzer Baudensteig.

Harzer Berglauf[Bearbeiten]

Sieber war Start- und Zielort des Harzer Berglaufs, der bis 2012 vom MTV Herzberg (Männer-Turn-Verein) alljährlich im Juni organisiert wurde.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Uwe Ohainski und Jürgen Udolph: Die Ortsnamen des Landkreises Osterode, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2000, ISBN 3-89534-370-6, Seiten 153-155

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://wahlen.kds.de/2011kw/Daten/156009_000031/index.html
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatNaturschutzgebiet „Siebertal“. Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, abgerufen am 24. Oktober 2010.
  4. W. Keil: Neumanns Orts- und Verkehrslexikon, Bd. 2, S. 1006 Leipzig 1905
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 215.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sieber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien