Siedlisko

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Siedlisko (Begriffsklärung) aufgeführt.
Siedlisko
Wappen von Siedlisko
Siedlisko (Polen)
Siedlisko
Siedlisko
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Nowa Sól
Geographische Lage: 51° 46′ N, 15° 49′ OKoordinaten: 51° 46′ 0″ N, 15° 49′ 0″ O
Einwohner: 1781 (2004)
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FNW
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 5 Schulzenämter
Fläche: 92,19 km²
Einwohner: 3666
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 40 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0804082
Verwaltung (Stand: 2015)
Gemeindevorsteher: Dariusz Straus[2]
Adresse: pl. Zamkowy 6
67-112 Siedlisko
Webpräsenz: siedlisko.pl



Siedlisko (deutsch Carolath) ist ein Dorf im Powiat Nowosolski der polnischen Woiwodschaft Lebus. Es ist Sitz der gleichnamigen Landgemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siedlisko liegt im Norden Niederschlesiens am rechten Ufer der Oder, zwischen den Städten Bytom Odrzański (Beuthen an der Oder) und Nowa Sól (Neusalz). Nachbarorte sind Lipiny im Norden, Borowiec im Nordosten, Różanówka im Osten, Bytom Odrzański im Süden, Kiełcz und Nowe Żabno im Westen und Przyborów im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carolath und Schönaich südwestlich der Stadt Posen und östlich der Stadt Neusalz auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Schloss Schönaich (Aufnahme 2007)
Torhaus
Festungsmauer
Schloss Carolath im 19. JahrhunderJ (Lithographie, Sammlung Duncker)

Erstmals erwähnt wurde die Ortschaft im Jahre 1298, als sie der Glogauer Herzog Heinrich III. von der Kastellanei Beuthen an der Oder erwarb. Zusammen mit dem Herzogtum Glogau gelangte Carolath 1331 an Böhmen. Die deutsche Ortsbezeichnung Karlatt ist für das Jahr 1381 belegt, als die Ortschaft vom böhmischen König Wenzel als ein Lehen an Nikolaus von Rechenberg vergeben wurde. Bei dessen Nachkommen verblieb Carolath bis 1561 und gelangte anschließend an Fabian von Schoenaich, der durch weitere Erwerbungen zu einem der größten Großgrundbesitzer Schlesiens wurde. Nach dessen Tod 1591 erbte die hinterlassenen Besitzungen sein Neffe Georg von Schönaich, dem sie 1595 durch Kaiser Rudolf II. bestätigt wurden.

Georg von Schönaich errichtete zwischen 1597 und 1618 das Schloss Carolath und stiftete 1610 das Majorat Carolath mit den Nebenmajoraten Amtitz und Mellendorf in der Niederlausitz. Im selben Jahr wurde ihm vom Kaiser der Freiherrentitel bestätigt. 1698 wurde der Schönaich'sche Besitz Carolath von Kaiser Leopold I. zur Freien Standesherrschaft und zwei Jahre später der Standesherr Hans Georg Freiherr von Schönaich in den erblichen Reichsgrafenstand erhoben.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Carolath zusammen mit dem Herzogtum Glogau 1742 an Preußen. Nachfolgend verlieh der preußische König Friedrich II. Hans Carl zu Carolath-Beuthen den Titel eines Fürsten Carolath-Beuthen, bei dessen Nachkommen Ort und Schloss bis 1945 verblieben. Letzter Besitzer war Carl-Erdmann von Carolath-Beuthen.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Carolath im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt und kurz darauf unter polnische Verwaltung gestellt. In der Folgezeit wurde die Bevölkerung von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben und durch Polen ersetzt. Corolath wurde in Siedlisko umbenannt.

Gemeinde (Gmina Siedlisko)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Landgemeinde Siedlisko gehören die Ortschaften (deutsche Namen amtlich bis 1945)[3][4]:

  • Bielawy (Bielawe, 1936–1945 Lindenkranz)
  • Borowiec (Hohenborau)
  • Dębianka (Eichenkranz)
  • Kierzno (Herrmannsdorf)
  • Piękne Kąty (Schönaich)
  • Radocin (Rudolphshof)
  • Różanówka (Rosenthal)
  • Siedlisko (Carolath)
  • Ustronie (Talbendorf)
  • Zwierzyniec (Thiergarten)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ruine Schloss Carolath
  • Das erhaltene Torgebäude des Schlosses wird heute für städtische Zwecke genutzt.
  • Mausoleum von 1912 für Wanda von Schönaich auf dem Schlossplatz, nach Entwurf von Hans Poelzig.
  • Die katholische Mariä-Geburt-Kirche, erbaut um 1610, umgestaltet im 19. Jahrhundert, diente bis 1945 als evangelisches Gotteshaus.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Geburtsjahr geordnet

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pierer's Universal-Lexikon der Vergangenheit und Gegenwart. Band 3, Altenburg 1857, S. 705
  • Christian David Klopsch: Geschichte des Geschlechts von Schönaich. 4 Bände. Gottschalk, Glogau 1847–1856.
  • Hugo Weczerka (Hrsg.): Schlesien. Kröner, Stuttgart 1977, S. 70–71 (Handbuch der historischen Stätten 15), (Kröners Taschenausgabe 316).
  • Bożena Pietrzyk: Kronika Gminy Siedlisko. Zielona Góra Urząd Gminy, Siedlisko 1995.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Siedlisko – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Website der Gemeinde, Struktura organizacyjna, abgerufen am 16. März 2015
  3. Niederschlesien
  4. Denkmäler in Niederschlesien