Siegfried Detlev Bendixen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Siegfried Bendixen, Kreidezeichnung von Rudolph Suhrlandt, ca. 1832
S.D.Bendixen: Bischof Ansgar (Trinitatiskirche, Hamburg-Altona)

Siegfried Detlev Bendixen (* 25. November 1786 in Kiel; † 1864 in London) war ein deutscher Maler und Grafiker.

Leben[Bearbeiten]

Bendixen war Schüler von Jacques-Louis David in Paris. 1810 wurde er an der Münchner Kunstakademie in die Klasse Historienmalerei aufgenommen.[1] Nach Abschluss seiner Studien war Bendixen vor allem als Landschaftsmaler in Hamburg und Umgebung tätig, ehe er sich 1832 in London niederließ. Bendixen soll 1822 in den Besitz zahlreicher Gemälde und Handzeichnungen aus der Sammlung des Landgerichtsadvokaten Carl Friedrich Schmidt gekommen sein, die er dann im Lauf der Zeit verkaufte[2].

Bedeutung und Werke[Bearbeiten]

Kunsthistorische Bedeutung kommt ihm zu, weil er der erste Maler war, der sich intensiv für die Darstellung norddeutscher vorgeschichtlicher Denkmäler interessierte. So hielt er unter anderem in drei Radierungen die Hünengräber bei Volksdorf fest und fertigte in den Jahren 1821 und 1822 eine Serie von Lithografien an, die Altertümer im Besitz der Patriotischen Gesellschaft Altonas abbildeten.

Sein Gemälde Weihnachten 1813, 1817 vom Hamburger Amt der Müller und ihrer Martins-Brüderschaft gestiftet, ist noch heute an einem Pfeiler zwischen Süd- und Hauptschiff der Hamburger Hauptkirche St. Petri zu sehen. Es erinnert an die Einwohner Hamburgs, die der französischen Besatzung keine ausreichenden Proviantvorräte nachgewiesen hatten und deshalb am Heiligabend in St. Petri zusammengezogen wurden, bevor man sie bei Tagesanbruch aus der Stadt trieb.

Ebenfalls von Siegfried Bendixen stammt die 1823 vollendete lebensgroße Darstellung St. Ansgars, die seit 2006 wieder in der Kirche St. Trinitatis in Hamburg-Altona aufgestellt ist.

In der St.-Peter-Kirche in Krempe (Kreis Steinburg) befindet sich ein Altargemälde von Bendixen aus dem Jahr 1832, das die Emmausszene darstellt.

Der Bendixensweg in Hamburg-Barmbek und die Bendixenstraße[3] in Kiel-Steenbek-Projensdorf sind nach ihm benannt.

Beispiele[Bearbeiten]

Weitere Werke:

Bekannte Schüler[Bearbeiten]

Bekannte Schüler waren unter anderem Louis Gurlitt, Marcus Haeselich, Victor Emil Janssen und Wilhelm Friedrich Wulff.

Literatur[Bearbeiten]

  • Nina Struckmeyer: "Bendixen, Siegfried Detlev", in: Savoy, Bénédicte und Nerlich, France (Hg.): Pariser Lehrjahre. Ein Lexikon zur Ausbildung deutscher Maler in der französischen Hauptstadt. Band 1: 1793-1843, Berlin/Boston 2013, S. 20–22, (online)
  • (Autoren unbekannt): Vier Mal St. Ansgar. Berichte aus der Restaurierungswerkstatt St. Jacobi. Band 3. Verlag Hanseatischer Merkur, Hamburg, 2010
  • Ulrich Schulte-Wülwer, Sehnsucht nach Arkadien Schleswig-Holsteinische Künstler in Italien, Heide 2009, dort: Siegfried Bendixen, S. 44-48-49
  • Ralf Busch (Red.): Hamburg Altstadt. Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland. Bd 41. Theiss, Stuttgart 2002. ISBN 3-8062-1658-4
  • Andrea Pintsch: Bendixen, Siegfried Detlev. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Bd 8. Saur, München 1994, S.629. ISBN 3-598-22748-5
  • Walter Heinrich Dammann: Panorama und Tafellandschaft, Anfänge und Frühzeit der Landschaftsmalerei in Hamburg bis 1830, Commeter, Hamburg, 1910, S. 35 ff.,(online, Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg)
  • Karl Johann Heinrich Hübbe: Ansichten der freien Hansestadt Hamburg und ihrer Umgebungen, Erster Theil. Frankfurt am Main 1824, S. 60 in der Google-Buchsuche, zu Bendixens Gemälde in der Hamburger Hauptkirche St. Petri

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Siegfried Detlev Bendixen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Matrikelbuch 1809-1841 online, abgerufen am 4. Juli 2013
  2. Dr. Harry Schmidt: Jürgen Ovens. Sein Leben und seine Werke. Ein Beitrag zur Geschichte der niederländischen Malerei im XVII. Jahrhundert. Selbstverlag, Kiel, 1922, S. 276, (online)
  3. Hans-G. Hilscher, Dietrich Bleihöfer: Kieler Straßenlexikon. 6. Auflage, Landeshauptstadt Kiel, Kiel 2014. (Online, PDF; 1,46 MB. Aktualisiert bis Juni 2015)