Siegfried Krepp

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Siegfried Krepp im Juli 2010
Das Meister-Eckart-Portal an der Predigerkirche in Erfurt
Der Entfesselte (1989) auf dem Anton-Saefkow-Platz im Berliner Ortsteil Fennpfuhl
"Lesender Knabe", Pistoriusstraße 19, in Berlin-Weißensee

Siegfried Krepp (* 3. Juli 1930 in Lauchhammer; † 23. Oktober 2013 in Berlin) war ein deutscher Bildhauer und Maler. Seine bildhauerischen, stadtgeschichtlich oft sehr bedeutenden Arbeiten im öffentlichen Raum sind an zahlreichen Plätzen Berlins und anderer Städte zu finden.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Lehre als Verwaltungsgehilfe von 1945 bis 1948 und einer Umschulung zum Maschinenschlosser bis 1950 arbeitete Siegfried Krepp 1950/51 als Dekorateur bei der HO in Bad Liebenwerda. Seine künstlerische Ausbildung umfasste ein kombiniertes Studium an der ABF und der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin. 1951/52 und anschließend bis 1958 studierte er dort Bildhauerei bei Theo Balden, Heinz Worner, Heinrich Drake und Waldemar Grzimek. Von 1958 bis 1960 war er Meisterschüler bei Fritz Cremer an der Akademie der Künste. Danach arbeitete er freischaffend in Berlin. Von 1978 bis 1981 erhielt Siegfried Krepp einen Lehrauftrag für Reliefgestaltung an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Von 1958 bis 1990 war er Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR.

Zu Krepps wichtigsten Arbeiten gehören die Reliefstele zum Denkmal deutscher antifaschistischer Spanienkämpfer im Volkspark Friedrichshain (1966–1969), die Reliefgestaltung am Südportal des Berliner Doms (1978–1984, eingebaut 1992) und das Meister-Eckhart-Memorial an der Erfurter Predigerkirche (1991–1998). Studienreisen führten ihn nach Bulgarien, Rumänien, Polen, die Sowjetunion, Italien, Finnland und Frankreich.

In den 1960er Jahren und nach 1998 wandte er sich neben der Bildhauerei auch der Malerei zu. Siegfried Krepp lebte und arbeitete in Berlin-Weißensee. Sein Grab befindet sich auf dem Kirchhof der evangelischen Auferstehungsgemeinde in der Indira-Gandhi-Straße.

Arbeiten von ihm befinden sich unter anderem im Besitz der Nationalgalerie Berlin, der Skulpturensammlung Dresden, der Skulpturensammlung Magdeburg und des Staatlichen Museums Schwerin.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1959–1961 Turnende Jungen, Bronze
  • 1962 Porträt W. Fitzenreiter, Bronze
  • 1963 Porträt Bertolt Brecht, Bronze
  • 1966–1967 Porträtstudie Helene Weigel, Bronze
  • 1966–1969 Relief zum Denkmal deutscher antifaschistischer Spanienkämpfer[1]
  • 1966–1971 Große Liegende
  • 1975–1978 Liegender Akt Sommer, Bronze
  • 1978–1984 Südportal des Berliner Doms Versöhnungstür
  • 1987 Porträt des Schauspielers Wolfgang Heinz
  • 1989: Der Entfesselte, auch Anton-Saefkow-Ehrung genannt.
    Ein Reliefblock aus Sandstein, der die drei Widerstandskämpfer Anton Saefkow, Franz Jacob und Bernhard Bästlein ehrt.[2]
  • 1991–1998 Meister-Eckart-Portal an der Erfurter Predigerkirche

Einzel- und Gruppenausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961 Galerie Konkret, Berlin; Deutsche Akademie der Künste, Berlin
  • 1966 Staatliche Museen, Schwerin
  • 1975 Galerie am Prater, Berlin
  • 1977 Plastik-Biennale, Middelheim
  • 1980 Angermuseum, Erfurt; Kleinplastik-Biennale, Budapest
  • 1981 Anthropos, Wien; Galerie Hilger, Salzburg
  • 1984 Galerie an der Havel, Brandenburg
  • 1987 Schloss Senftenberg
  • 1987/88 Bildhauerkunst aus der DDR, München, Mannheim, Bonn
  • 1988 Nationalgalerie, Berlin
  • 1989 Nationale Sammlung, Magdeburg
  • 1990 Franziskaner-Klosterkirche, Berlin
  • 2002 Klostergalerie Zehdenick
  • 2003 Galerie Weißenseer Freitag, Berlin
  • 2004 Galerie am Schloss, Senftenberg
  • 2005 Marienkapelle/Marienkirche, Berlin
  • 2007 Kunstpavillon Heringsdorf
  • 2010 Galerie 100, Berlin; zum 80. Geburtstag von Krepp[3]

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Mir war das Bemühen um persönliche Integrität gegenüber alles vereinnahmenden Bedingungen vergangener Jahre immer wichtig. Diese beiden Ansätze waren und sind es vermutlich, die mich das, was ich denke und fühle, in Bildhauerei haben umsetzen lassen. Sie haben mich geradezu dazu gezwungen, mir einen Kopf über Probleme zu machen, die mein und das Leben anderer wesentlich beeinflußten. Daraus Plastik zu machen ist eine Schwierigkeit. Wer aber hat sie nicht, wenn für ihn Herausforderungen der Zeit unausweichlich sind. Oft haben sich für mich diese Probleme als die gleichen erwiesen, wie sie für Generationen vor uns bestanden; eine Sisyphosarbeit also und eine, die einen merkwürdigerweise dennoch erfüllt.“[4] (S. Krepp im Oktober 1989)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005 Heinz Hoffmann: Die Versöhnungstür von Siegfried Krepp am Südportal des Berliner Domes, Verlag Hentrich und Hentrich, ISBN 3-938485-11-6
  • 1990 Dr. Fritz Jacobi u.a.: Siegfried Krepp – Bildhauerarbeiten 1960–1990, Magistrat von Berlin, Katalog zur Ausstellung in der Plastikgalerie Franziskanerkloster Berlin

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Siegfried Krepp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Information zum Spanienkämpfer-Relief im Volkspark Friedrichshain (PDF; 353 kB)
  2. Sylva Brösicke-Istok, Gabriela Ivan, Romy Köcher, Hans Schlegel: Plastiken Denkmäler, Brunnen in Berlin. Katalog 1993, Bezirk Lichtenberg; Luisenstädtischer Bildungsverein Berlin 1993, ISBN 3-89542-012-3, Seite 15
  3. Information der Galerie 100 anlässlich der Ausstellung zum 80. Geburtstag von Siegfried Krepp
  4. Dr. Fritz Jacobi u.a.: Siegfried Krepp – Bildhauerarbeiten 1960-1990, Magistrat von Berlin, Katalog zur Ausstellung in der Plastikgalerie Franziskanerkloster Berlin, 1990