Siemens-Villa

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Dieser Artikel beschreibt die Siemens-Villa im Berliner Ortsteil Lankwitz. Für die gleichnamige Villa im Berliner Ortsteil Wannsee siehe unter Siemens-Villa (Wannsee).
Siemens-Villa/Herrenhaus Correns
Das Siemens-Villa genannte Herrenhaus Correns

Das Siemens-Villa genannte Herrenhaus Correns

Daten
Ort Berlin
Architekt Fritz Freymüller
Bauherr Friedrich Christian Correns
Baujahr 1913–1916
Grundfläche ca. 1.000 m²
Koordinaten 52° 26′ 20″ N, 13° 19′ 44″ OKoordinaten: 52° 26′ 20″ N, 13° 19′ 44″ O

Das Herrenhaus Correns, heute zumeist Siemens-Villa genannt, ist eine in den 1910er Jahren erbaute Villa in Berlin. Das Baudenkmal liegt an der Ecke Calandrelli-/Gärtnerstraße im heutigen Ortsteil Lankwitz des Bezirks Steglitz-Zehlendorf von Berlin.

Das ehemalige Herrenhaus wurde nach den Plänen von Fritz Freymüller für den Unternehmer Friedrich Christian Correns im historischen Rosenthalschen Villenviertel (heute: Komponistenviertel) der Gartenstadt Lankwitz erbaut.

Es verfügt über rund 75 bis 80 Zimmer auf 3.700 m².[1] Die Kellerräume umfassen rund 1.000 m².[2] Zum Anwesen gehören ein Konzertsaal mit 400 Plätzen, Nebengebäude wie das Pförtnerhaus und eine rund 27.000 m² große Parkanlage.[3]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Villa ist von der Calandrellistraße zugänglich und liegt im nordwestlichen Lankwitz, dem heutigen Komponistenviertel, angrenzend an das historische Villenviertel in Lichterfelde Ost. Die Straßen des Komponistenviertels tragen Namen von Musikern und anderen Künstlern, beispielsweise Beethoven, Mozart und Calandrelli.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Herrenhaus im Baustil des Historismus wurde in den Jahren 1913 bis 1916 (nach anderen Angaben 1912 bis 1919) vom Gemeindebaurat Fritz Freymüller für den Direktor der Accumulatoren Fabrik Aktiengesellschaft (später umbenannt in VARTA und BAE), Friedrich Christian Correns, errichtet. Das Pförtnerhaus, Gärtnerhaus sowie die Einfriedung entstammen den Plänen vom Architekten Albert Denzel. Correns ließ eine Walcker-Orgel einbauen.[4] Nach dem Tod von Correns wurde das Herrenhaus 1925 durch seine Witwe an Werner Ferdinand von Siemens (1885–1937) verkauft, bis zu dessen Ableben es im Besitz der Familie von Siemens blieb, weshalb es heute auch als Siemens-Villa bezeichnet wird.

Werner Ferdinand von Siemens, von 1919 bis 1920 einer der drei Vorstände der Siemens & Halske AG, ein Musikfreund und Mäzen, ließ 1928/1929 von Gustav Clemens einen Musiksaal anbauen, in dem er manchmal auch selbst dirigierte. Er ließ dort eine Orgel der Rudolph Wurlitzer Company (mit zwei Manualen und acht Registern) einbauen, die er später dem Berliner Ufa-Palast-Kino verkaufte, als er sie 1929 gegen eine wesentlich größere Orgel (vier Manuale und 15 Register) auswechselte. Sein Sohn Peter von Siemens, der später Firmenchef und Dirigent wurde, wuchs hier auf. Zum 2. Februar 1943 ging die Villa und damit auch die Wurlitzer-Orgel in den Besitz des Deutschen Reiches über. Seit 1982 steht diese große Orgel als Geschenk der Bundesrepublik im Berliner Musikinstrumentenmuseum. Sie wurde restauriert und ist spielfähig.

Der Musiksaal ist vor allem in der klassischen Musik für seine Akustik bekannt. Hier werden regelmäßig Tonaufnahmen umgesetzt.

Von 1941 bis 1976 war die Villa Sitz des Ibero-Amerikanischen Instituts (Deutsche Zentralbibliothek für Ibero-Amerika). Bis 2010 war die Villa Sitz des nach Leipzig verlegten Deutschen Musikarchivs der Nationalbibliothek. Im Oktober 2010 erwarb der Geschäftsmann Stefan Peter das Anwesen im Bieterverfahren vom Bund.[3]

Die unmittelbare Umgebung der Villa wurde im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe der Alliierten schwer zerstört. Weitere Zerstörungen der historischen Bebauung folgten in der Nachkriegszeit. Heute zeichnen sich die Nachbarstraßen überwiegend durch Mietbebauung aus, bei der die Villa als Einzelobjekt heraussticht.

Im September 2012 sind die BSP Business School Berlin Potsdam und die MSB Medical School Berlin als Mieter eingezogen.[5]

Der Park[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Garten der Villa wurde vom Gartenarchitekten Carl Rimann entworfen, der auch den Gemeindepark Lankwitz plante. Der rund 27.000 m² große Park steht heute, ebenso wie das Gebäude, unter Denkmalschutz. Der ursprünglich vorhandene Brunnen ist heute zugeschüttet, ein kleineres zweites Brunnenbecken ist erhalten. Ein Gartenpavillon, der zunächst als Teepavillon gedacht war und später als Musikpavillon genutzt wurde, ist erhalten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In der Siemens-Villa soll eine Klinik entstehen. In: Welt Online, 14. März 2011. Abgerufen am 11. April 2012.
  2. Tonträger als heikles Kulturgut. In: NZZ Online, 1. September 2005. Abgerufen am 11. April 2012.
  3. a b Siemens-Villa zwischen Kunst und Burnout. In: Berliner Morgenpost, 16. März 2011. Abgerufen am 16. März 2011.
  4. In Lankwitz herrscht der gute Ton. In: Berliner Morgenpost, 28. Oktober 2008. Abgerufen am 11. April 2012.
  5. Zwei private Hochschulen in der Siemens-Villa. In: Berliner Morgenpost, 14. Juli 2012.