Siemens ES64U4

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A: 1216
D: 183
PL: EU 44
SZ: 541
IT: E190
ÖBB 1216 021
ÖBB 1216 021
Nummerierung: ÖBB: 1216 001–009, 011–025, 032, 141–148, 210, 226–231, 233–240, 249, 250
PKP: 5 370 001–010
: 541-001–-022, 541-101–-110
ČD: 1216 902, 903, 951-954
Anzahl: 129
Hersteller: Siemens
Baujahr(e): 2005–2011
Achsformel: Bo’Bo’
Spurweite: 1435 mm
Länge über Puffer: 19 580 mm
Drehzapfenabstand: 9900 mm
Drehgestellachsstand: 3000 mm
Kleinster bef. Halbmesser: 90 m
Leermasse: 87 t
Radsatzfahrmasse: 21,8 t
Höchstgeschwindigkeit: 357 km/h (Rekordfahrt)
Zugelassene Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Italien, Polen, Slowenien, Tschechien: 160 km/h
Stundenleistung: 3000 – 4200 kW (1,5 kV =)
6000 kW (3 kV =)
6400 kW (15 kV / 25 kV ~)
Anfahrzugkraft: 300 kN
Leistungskennziffer: 73,6 kW/t
Stromsystem: 15 kV, 16,7 Hz ~
25 kV, 50 Hz ~
3 kV =
1,5 kV =
Anzahl der Fahrmotoren: 4
Antrieb: Kardan-Hohlwellen-Antrieb
Lokbremse: Elektropneumatisch
Zugbremse: Elektronischer Regler, pneumatische Rückfallebene
Zugbeeinflussung: PZB 90, LZB, ETCS
Zusätzliche Zugbeeinflussungseinrichtungen je nach länderspezifischen Paketen
Geschwindigkeitsmesser: Elektronisch
Steuerung: Sibas 32, K-MICRO compact

Die Elektrolokomotiven der Bauart Siemens ES64U4 (EuroSprinter U4), eingesetzt bei verschiedenen Eisenbahnverkehrsunternehmen, vor allem in Süd- und Mitteleuropa, sind Mehrsystem-Drehstrom-Universallokomotiven, die auf der Technik der Siemens-EuroSprinter-Typenfamilie basieren. Seit 2006 werden die Loks im grenzüberschreitenden Planverkehr eingesetzt. Die ÖBB besitzen derzeit 50 Lokomotiven, davon hält die letzte mit 357 km/h den Geschwindigkeits-Weltrekord für konventionelle Elektrolokomotiven.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rollout der Lok war am 31. März 2005 im Siemens-Werk München-Allach. Die Lok entspricht im elektrischen und elektronischen Teil zwar weitgehend der Siemens ES64F4, sieht von außen jedoch weitgehend wie eine 1116 der ÖBB aus. Die Detailänderungen:

  • Der Wagenkasten ist um 300 mm länger
  • Vier konventionelle Türen, statt zwei zum Maschinenraum und Notausstiege, um die Innenausstattung der ES64F4 übernehmen zu können.
  • Verkleidung der Dachaufbauten, welche (parallel zur ES64F4) wesentlich umfangreicher sind
  • Gegenüber 1116 abgesenkter Dachmittelteil, um die Fahrzeugbegrenzungslinie nach UIC 505 einzuhalten
  • Das obere Signallicht der Frontbeleuchtung befindet sich jetzt über dem Frontfenster
  • LED-Beleuchtung wie bei DB-Baureihe 189/ES64F4
  • Griffstangen für den Rangierer bis zu den Ecken gezogen
  • Das vom Vorgänger ES64U2 bekannte Anfahrgeräusch mit dorischer Tonleiter ist entfallen.

Um Masse zu sparen, wurde der Haupttransformator 2,5 Tonnen leichter ausgeführt. Deshalb ist die maximale Leistung der Lokomotiven etwas kleiner als die der Vorgängerbaureihe: Dauerleistung 6 MW, Stundenleistung 6,4 MW.[1]

Die Lokomotiven können Kuppen mit einer Gradientenausrundung ab 250 m befahren.

Variantenübersicht
Variante AT/DE IT SI HR HU SK CZ PL
Variante A ja ja ja nein nein nein nein nein
Variante B ja nein ja teils nein nein nein nein
Variante C ja nein teils nein teils teils teils nein
Variante D ja nein nein nein nein nein ja ja
Variante F ja ja ja ja ja nein nein nein
Variante G ja nein nein nein nein nein nein nein

Aufgrund ihrer modularen Bauweise ist mit dem Grundtyp eine große Anzahl an unterschiedlichen Einsatzgebieten realisierbar. Entscheidend sind dabei drei Faktoren: das Fehlen oder Vorhandensein der Gleichstromkomponenten, die eingebauten Zugbeeinflussungseinrichtungen und die Palettenbreite der Stromabnehmer.

Die Grundvariante stellt dabei Variante B dar: Zwei Stromabnehmer für Wechselspannung mit breitem Schleifstück sowie innen zwei weitere Stromabnehmer für Gleichspannung, diese mit schmalem Schleifstück. Außer PZB und LZB sowie eventuell ETCS ist keine weitere Zugbeeinflussungseinrichtung vorhanden. Dies ermöglicht einen Einsatz in Österreich, Deutschland und Slowenien.

Fehlt bei einer Lokomotive der Variante B die Gleichstromausrüstung, so wird sie der Variante G zugeordnet. Sie trägt nur zwei Stromabnehmer für Wechselspannung. Diese Lokomotiven sind nur in Deutschland und Österreich zugelassen.

Wird eine Lokomotive der Variante B zusätzlich mit der italienischen Zugbeeinflussung SCMT ausgerüstet und der italienischen Nummer (E190 xxx) versehen, so ist zusätzlich zu einer Zulassung in Österreich, Deutschland und Slowenien auch eine in Italien möglich. Dies wird als Variante A bezeichnet.

Lokomotiven der Variante B, die zusätzlich ein Fahrzeuggerät der Zugbeeinflussung MIREL eingebaut haben, sind der Variante F zuzuordnen. Ihr mögliches Einsatzgebiet erstreckt sich über Österreich, Deutschland, Slowenien und Ungarn.

Wenn die Gleichspannungsstromabnehmer mit breiten Schleifstücken versehen sind und MIREL vorhanden ist, handelt es sich um eine Lokomotive der Variante C mit möglicher Zulassung in Österreich, Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Ungarn.

Eine Lok der Variante D, die zusätzlich zu MIREL auch mit der polnischen Zugbeeinflussung SHP ausgerüstet ist, erweitert das Einsatzgebiet um Polen.

In den letzten Jahren ist von dieser strikten Varianteneinteilung immer mehr abgewichen worden. Einzelne Lokomotiven der Variante B erhielten etwa einen Stromabnehmer mit einer »Balkanpalette« mit einer Breite von 1600 mm für Einsätze in Kroatien. Auch sind manche Lokomotiven der Variante G mit MIREL ausgerüstet worden, was auch Fahrten nach Ungarn gestattet. Durch die Verwendung eines Gleichspannungsstromabnehmers mit einem schmalen und des anderen mit einem breiten Schleifstück (statt beide entweder breit oder schmal) kam es zu einer Vermischung der Varianten B, C und F: Nun ist ein Einsatz derselben Lokomotive sowohl in Slowenien als auch in Tschechien/Slowakei möglich.

Tabelle der zugelassenen Länder
Eigentümer Nummer Variante AT/DE IT SLO HR CZ SK HU PL RO
ÖBB 1216 001–009 A ja ja ja nein nein nein nein nein nein
ÖBB 1216 210 C ja nein ja nein ja teils 1 nein nein nein
ÖBB 1216 011–025 A ja ja ja nein nein nein nein nein nein
ÖBB 1216 226–231 C ja nein nein nein ja teils 1 nein nein nein
ÖBB 1216 032 A ja ja ja nein nein nein nein nein nein
ÖBB 1216 233–240 C ja nein nein nein ja teils 1 nein nein nein
ÖBB 1216 141–148 B ja nein ja ja nein nein nein nein nein
ÖBB 1216 249, 250 C ja nein nein nein ja teils 1 nein nein nein
541 001–022 B ja nein ja ja nein nein nein nein nein
541 101–110 F ja nein ja ja nein nein ja nein nein
ČD 1216 902, 903 C ja nein nein nein ja nein nein nein nein
ČD 1216 951, 952 C ja nein nein nein ja ja ja nein nein
ČD 1216 953, 954 C ja nein nein nein ja nein ja nein nein
PKP-IC 5 370 001-010 D ja nein nein nein ja nein nein ja nein
PKP-CI 183 714, 718, 719 C ja nein nein nein ja ja ja nein nein
RTS 1216 901 C ja nein ja ja ja nein ja nein nein
LTE 1216 910 C ja nein ja nein ja ja ja nein ja
Adria Transport 1216 920-922 B ja nein ja nein nein nein nein nein nein
CargoServ 1216 930, 931 G ja nein nein nein nein nein nein nein nein
CargoServ 1216 932, 933 B ja nein nein nein nein nein nein nein nein
DPB 1216 940 C ja nein nein nein nein nein ja nein nein
WLC 1216 950 G ja nein nein nein nein nein nein nein nein
WLC 1216 955 C ja nein nein nein ja nein ja nein nein
STB 1216 960 C ja nein nein nein nein nein nein nein nein
DLB 183 001-005 G ja nein nein nein nein nein nein nein nein
RailAdventure 183 500 D ja nein nein nein ja nein ja ja nein
STB 183 717 C ja nein ja nein ja nein ja nein nein
FUC E190 301, 302 A ja ja ja nein nein nein nein nein nein
InRail E190 311-314 A ja ja ja nein nein nein nein nein nein
CFI E190 321, 322 A ja ja ja nein nein nein nein nein nein

1: beschränkt auf die Strecke Staatsgrenze nächst Kúty – Bratislava hl.st. – Staatsgrenze nächst Bratislava Petržalka mit RJ-Garnituren

ÖBB 1216 Taurus III[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

die 1216 020 wirbt für 175 Jahre Eisenbahn für Österreich
1216 235 im Railjet-Design der ČD in Brünn

Im Oktober 2003 verwandelten die ÖBB die Bestellung für die letzten 68 Lokomotiven der Baureihe 1116 in eine Bestellung für 50 weiterentwickelte Lokomotiven, die als Dreisystemmaschinen auch unter 3 kV Gleichspannung fahren können.[1][2]

Einsatzgebiete der ÖBB-Lokomotiven sind die Nachbarländer Österreichs, insbesondere Italien und Slowenien.

Am 31. März 2005 wurden die ersten drei Lokomotiven feierlich an die ÖBB übergeben.[3]

Die ersten Lokomotiven wurden dafür mit folgenden länderspezifischen Paketen ausgerüstet:

  • 1216 001–025 als Variante A für Österreich, Deutschland, Italien und Slowenien (1450 mm breite Palette bei DC-Stromabnehmern)
  • 1216 141–150 als Variante B für Österreich, Deutschland und Slowenien (1450 mm breite Palette bei DC-Stromabnehmern)
  • 1216 226–240 als Variante C für Österreich, Deutschland, Tschechien und die Slowakei (1950 mm breite Palette bei DC-Stromabnehmern)

Wegen Verzögerungen bei der Streckenzulassung in Tschechien und der Slowakei wurden die 1216 227–231 in Slowenien-taugliche Einheiten (Variante B) umgebaut und im April 2007 in 1216 127–131 umgezeichnet, was mittlerweile wieder rückgängig gemacht wurde. Ebenfalls im April 2007 wurde die 1216 232 für Zulassungsfahrten mit 200 km/h in Italien in die 1216 032 umgebaut.[2]

Lokomotiven der Reihe 1216 werden seit Mai 2010 vor den DB-ÖBB-EC zwischen Norditalien und München grenzüberschreitend eingesetzt und erreichen Verona, Bologna und Venedig im fahrplanmäßigen Personenverkehr. Uneingeschränkt waren die Lokomotiven außer in Österreich und Deutschland zunächst nur in Slowenien zugelassen. Die Zulassung für Italien erforderte den Einbau von Fahrzeuggeräten der Zugbeeinflussung SCMT. Zunächst konnten die für Italien ausgelegten Loks nicht freizügig eingesetzt werden, sondern es musste für jede Lokomotive um eine Einzelgenehmigung inklusive Zuschreibung zu einem italienischen Eisenbahnverkehrsunternehmen angesucht werden. Seit Sommer 2016 können die 1216.0 freizügig im Personen- und Güterverkehr eingesetzt werden.

In Tschechien standen einer Zulassung die nicht gegen Störströme eingerichteten Gleisfreimeldeanlagen entgegen. Erst nachdem die Hauptstrecken auf Achszähler umgerüstet worden waren, waren die Loks ab 2008 auf der Strecke (Wien–) Břeclav–Prag–Děčín (–Dresden) zugelassen. Die Zulassung für die Slowakei ist aus dem gleichen Grund nicht möglich. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 wurden die 1216 vor den EC-Zügen (Graz–Wiener Neustadt–) Wien–Břeclav–Prag (–Berlin) eingesetzt. Ein ursprünglich geplanter Durchlauf bis Dresden wurde dabei jedoch nicht realisiert, in Prag findet ein Lokwechsel statt. Im Fahrplanjahr 2010 erreichte jedoch planmäßig eine ÖBB 1216 mit einem EN-Zugpaar Dresden Hbf.

ÖBB 1216 230 mit einem RJ

Am 9. April 2013 wurde die 1216 229 als erste 1216 im Railjet-Design fertiggestellt. Sie wird eine von drei 1216 (229–231) sein, die mit ÖBB-Railjet-Garnituren zwischen Graz und Prag verkehren werden, die restlichen sieben dafür verwendeten 1216 werden im ČD-Railjet-Design lackiert. Als erste 1216 im ČD-Design verließ die 1216 235 am 13. September 2013 die Hauptwerkstatt Linz, sie wurde am 18. September offiziell in Brünn präsentiert. Im Laufe des Frühjahrs 2014 folgten die 1216 233, 234, 236, 237, 249 (ex 149) und 250 (ex 150).

Im Laufe des Jahres 2014 wurden die 1216 233 bis 237 sowie 249 und 250 mit den fabrikneuen RJ-Garnituren 001 bis 007 an die ČD übergeben. Während die Garnituren Eigentum der tschechischen Staatsbahn sind, werden die Lokomotiven von den ÖBB gestellt. Seit Dezember 2014 verkehren die sieben ČD-Garnituren gemeinsam mit drei ÖBB-RJ-Garnituren im Zweistundentakt zwischen Graz und Prag.

Im September 2014 war die 1216 147 der ÖBB erstmals zu Probefahrten in Kroatien unterwegs. Dazu wurde die Palette eines der beiden äußeren Wechselspannungsstromabnehmer (1950 mm für Österreich und Deutschland) gegen eine mit einer Breite von 1600 Millimetern getauscht. Mittlerweile hat die 1216 147 die Zulassung in Kroatien erlangt, die 1216 141–146 und 148 wurden bereits ebenfalls derartig umgerüstet.

ÖBB 1216 025 im Weltrekord-Design

Die 1216 017 – 020 werden seit Dezember 2017 im Railjet-Verkehr zwischen Wien Hbf und Venezia Santa Lucia via Pontebbana eingesetzt. Zwei weitere Loks folgten im Jahr 2019, um den erhöhten Bedarf an italientauglichen Railjet-Loks ab Dezember 2019 aufgrund des neuen Zugpaares Wien – Bolzano/Bozen abdecken zu können.

Seit Juni 2019 erreichen die 1216 der ÖBB planmäßig mit einem ČD-Railjet von Praha hl.n. kommend die slowakische Hauptstadt Bratislava. Der ČD-Railjet 256/257 wird seit Juli 2020 von Prag über Dresden nach Berlin verlängert, ebenfalls bespannt mit einer 1216.

Seit der Einführung der Reihe 1293 kommt die Reihe 1216 nur mehr vereinzelt im Güterverkehr zum Einsatz. Im Fahrplanjahr 2022 bespannen die italientauglichen Maschinen 1216.0 sämtlichen Tages-Schnellzugverkehr nach Italien über die Brennerbahn und Pontafelbahn sowie auch den Nachtzug Villach-Venedig. Über die Karawankenbahn bewältigt die Baureihe 1216.1 sämtlichen Schnellzugverkehr zwischen Villach und Ljubljana, wobei sie im Durchlauf bis an die kroatische Grenze bei Dobova eingesetzt wird. Die für Tschechien zugelassene Reihe 1216.2 wird vorwiegend im Schnellzugverkehr auf der Nordbahn eingesetzt. Kürzester Einsatz der Reihe 1216 ist die Bespannung des EC-Paares 134/135 zwischen Villa Opicina und Triest mit einer Tageslaufleistung von 58 km.[4]

Sonderlackierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2013 wurde die 1216 141 mit Folien im ÖAMTC-Design versehen, die 1216 019 wirbt seit Mai 2019 in Kooperation mit ROCO Modelleisenbahn für Leonardo Da Vinci.

ÖBB 1216 025 wurde nach der Weltrekordfahrt umlackiert und wird nun in dunkelgrauem Farbkleid mit auf den Weltrekord hinweisenden Aufschriften in Österreich, Deutschland, Slowenien und Italien im Planverkehr, hauptsächlich mit Güterzügen, eingesetzt.

Seit März 2011 tragen einige 1216.0, die für die Brenner-EC München–Innsbruck–Italien vorgesehen sind, auf den Seitenflächen eine große Italien-Flagge mit Aufschriften, die auf den gemeinsamen Web-Auftritt zum Italien-Verkehr von ÖBB und DB hinweisen. Im Februar 2014 wurde auch die 1216 007 derartig gestaltet. Im Zuge der fälligen Neulackierungen haben die meisten Loks die Fahnen bereits wieder verloren.

Die 1216 229–231, 233–237, 249 und 250 tragen das ÖBB- oder ČD-RJ-Design, wobei oft auch eine ČD-RJ-1216 mit einer ÖBB-RJ-Garnitur und umgekehrt verkehrt. Die 1216 210, 226–228 und 238–240 sind verkehrsrot und werden hauptsächlich von RCC im Güterverkehr zwischen Hohenau und Bohumín bzw. Chałupki an der tschechisch-polnischen Grenze eingesetzt, wobei immer wieder aushilfsweise auch Railjet-Einsätze stattfinden. Bei der 1216 228 wurden die ÖBB-Logos gegen solche von Rail Cargo Carrier getauscht.

ÖBB 1216 011 mit EC 85 in Domegliara
CD-RJ bei Guntramsdorf-Thallern

Außerdem wurden die 1216 014, 016, 017, 018 und 020 ins RJ-Design mit einem roten Balken an den Fronten für den Einsatz in Italien umlackiert.

SŽ 541[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Slowenische Reihe 541

Die Slowenische Eisenbahn () hat zehn Lokomotiven der Variante B2 und zehn Lokomotiven der Variante F (Reihe 541) zwischen Juni 2006 und Mai 2007 erhalten. Weitere zwölf Fahrzeuge der Variante B2 wurden im Januar 2007 im Wert von 48 Millionen Euro bestellt, die seit Mai 2009 im Regelverkehr eingesetzt werden.[5]

  • 541 001–022 als Variante B2 für Österreich, Deutschland, Kroatien und Slowenien
  • 541 101–110 als Variante F für Österreich, Deutschland, Slowenien, Kroatien, Italien und Ungarn

Die erste Lokomotive der Reihe 541 wurde in der zweiten Jahreshälfte 2005 fertiggestellt und am 28. Oktober 2005 einer ersten kurzen Testfahrt unterzogen.[6]

Diese Lokomotiven sind mit den österreichischen 1216 in Vielfachsteuerung fahrbar.

PKP EU 44 Husarz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polnische EU44 Husarz

Im Juni 2008 bestellten die polnischen Staatseisenbahnen PKP zehn Lokomotiven des Bautyps ES64U4 von Siemens. Der PKP-Baureihe EU 44 wurde der Name Husarz (Husar) gegeben. Im September 2008 lieferte Siemens eine Lok unter der Nummer 183 601 aus, die zunächst für Zulassungsfahrten in Polen eingesetzt wurde[7]. Inzwischen sind mehrere Lokomotiven dieses Typs im polnischen Liniendienst im Einsatz.[8] Mittlerweile tragen alle zehn Husarz-Maschinen die Bezeichnung PKP Intercity 5 370 001 bis 010. Sie kommen mit Eurocity-Zügen auch nach Berlin.

ČD 1216[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1216 902 der ČD

Im September 2019 erwarben die České dráhy zwei gebrauchte Lokomotiven von der österreichischen Privatfirma RTS. Nach einer technischen Generalüberholung und einer farblichen Anpassung des Außendesigns an den neuen Eigentümer begann der Einsatz vor EC-Zügen zwischen Bohumín und Wien Hbf. Im August 2021 folgten mit den Lokomotiven 1216 951–954 von WLC vier weitere. Ein Planeinsatz dieser zusätzlichen Lokomotiven ist ab dem Winter 2021/22 vorgesehen.

Privatbahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WLC 1216 950 unweit von Gremberg
RTS 1216 901

Folgende Liste ergibt eine Übersicht der ES 64 U4 Lokomotiven, bei welchen Privatbahnen sie unter welcher Bezeichnung eingesetzt werden. Des Weiteren wird die Konfiguration des Loktyps angegeben.[9]

Name der Privatbahn Anzahl Land Nummerierung Loktyp
Rail Transport Service 1 Österreich 1216 901 VB3/VC/VD
LTE Logistik- und Transport-GmbH 1 Österreich 1216 910 VC
Adria Transport 3 Österreich 1216 920–922 VC
CargoServ 4 Österreich 1216 930–933 VG/VB
DPB Rail Infra Service GmbH 1 Österreich 1216 940 VG
Wiener Lokalbahnen Cargo 2 Österreich 1216 950, 955 VG/VC
Steiermarkbahn Transport und Logistik 2 Österreich 1216 960, 183 717 VC
Railadventure 1 Deutschland 183 500 VB
Netinera 4+1 Deutschland 183 001–005 VG
Ferrovie Udine Cividale 2 Italien E 190 301/302 VA
InRail 4 Italien E 190 311–314 VA
Compagnia Ferroviaria Italiana 2 Italien E 190 321/322 VA
PKP Cargo International 3 Tschechien 183 714, 718, 719 VC

Arriva hat für den von ihr seit Dezember 2007 gefahrenen ALEX-Verkehr auf der Strecke München–Regensburg (–Schwandorf–Hof/–Furth i. Wald–Pilsen–Prag) zunächst vier Lokomotiven als Arriva-Baureihe 183 (183 001–183 004) beschafft, die zwar den Kasten der ES64U4 haben, aber reine Wechselstromlokomotiven für 15 kV/16,7 Hz und 25 kV/50 Hz sind. Die offizielle Bezeichnung der Bauart lautet ES64U4-G. Seit November 2009 ist eine fünfte Lokomotive (183 005) im Einsatz, die ab Dezember 2009 für den zwischen München und Regensburg um drei Expresszugpaare erweiterten Verkehr benötigt wird.

AWT unterzeichnete Ende August 2013 zusammen mit Siemens den Kaufvertrag für drei Lokomotiven für den Einsatz im internationalen Güterverkehr. Die Fahrzeuge sollten noch Ende 2013 ausgeliefert werden.[10]

Die Steiermarkbahn erhielt am 12. Juni 2015 eine zweite ES64U4 von Siemens. Die Lokomotive, welche zuvor für ETCS-Messfahrten eingesetzt wurde (183 717), wird vorwiegend im Güterverkehr eingesetzt.[11][12]

Zwei der drei im Besitz der Firma RTS 1216 902 und 903, waren bis 28. Februar 2019 an die ÖBB vermietet. Sie wurden hauptsächlich im grenzüberschreitenden Güterverkehr zwischen Villach und Slowenien eingesetzt.

Im September 2019 wurden die 1216 902 und 903 von RTS an die České dráhy verkauft, im August 2021 folgten die 1216 951–954 von WLC.

Die 1216 940 wurde im Juni 2021 von der Salzburg AG an die DPB Rail Infra Service GmbH verkauft.[13]

Weltrekord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rekordlok in Ingolstadt Hbf

Am 2. September 2006 stellte die Lokomotive 1216 050, welche sich zu diesem Zeitpunkt noch im Besitz von Siemens befand (und bei der ÖBB später als 1216 025 geführt wurde[14]), auf der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt zwischen Kinding und Allersberg einen Weltrekord für konventionelle Lokomotiven auf. Sie erreichte im ersten Versuch 344 km/h, im zweiten 357 km/h und überbot damit beide Male den Rekord aus dem Jahre 1955 von 331 km/h, damals aufgestellt von der BB 9004 der SNCF, die zu diesem Anlass aus dem Eisenbahnmuseum Mülhausen nach Kinding gebracht wurde.[15] Die etwa 3,7 Millionen Euro teure Lokomotive, mit der die Rekordfahrt durchgeführt wurde, ist die 50. von der ÖBB bestellte „Taurus“ der dritten Generation. Nach Angaben von Siemens waren weder die Strecke noch die Lokomotive besonders präpariert worden. Lediglich die Fahrleitungsspannung wurde, so wie zur Rekordfahrt des ICE V, leicht erhöht und die Zugbeeinflussungseinrichtungen abgeschaltet. Kleinere Modifikationen an der Maschine umfassten die Entfernung der Scheibenwischer, der Schneepflüge und den Einbau von Messsystemen am Stromabnehmer und zwei Radsätzen.

Insgesamt 19 Unternehmen waren an der Rekordfahrt beteiligt. Die mit der Durchführung der Rekordfahrt betraute „Internationale Gesellschaft für Eisenbahnverkehr“ (IGE)[16] wurde, laut Angaben auf der Weltrekord-Feier, zum schnellsten privaten Eisenbahn-Verkehrsunternehmen (EVU) der Welt.

Bis 2008 wurde die Lokomotive noch bei Versuchsfahrten in verschiedenen Ländern eingesetzt, darunter wiederholt auf der Schnellfahrstrecke HSL Zuid (Schnellfahrstrecke Schiphol–Antwerpen) in den Niederlanden.[15] Die Maschine wurde am 25. Mai 2008 an die ÖBB übergeben. Seit dem 23. Juni 2008 ist sie als 1216 025 im Einsatz.[14]

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Kurtz: Der Taurus – Die Baureihe 182 der DB AG & die Reihe 1016/1116 der ÖBB. Motorbuch Verlag, 2013. ISBN 978-3-613-71453-3.
  • Karl Gerhard Baur: EuroSprinter – Die erfolgreiche Lokomotivfamilie von Siemens. EK-Verlag, Freiburg, 2007. ISBN 3-88255-226-3.
  • Michael Palfinger: Taurus – Die Werbeloks der ÖBB. Eisenbahn-Bildarchiv – Band 36. EK-Verlag, Freiburg 2009. ISBN 3-88255-375-8.
  • Jörg Schurig: Die Mehrsystem-Lokomotive ES 64 U4 (ÖBB-Reihe 1216). In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5/2005 (S. 220–229), 6/2005 (S. 268–274) und 7/2005 (S. 333–336).
  • Helmut Petrovitsc: Siemens-Elloks vom Typ ES 64 U4. Europa-Lok auf Hinderniskurs. In: eisenbahn magazin. Nr. 11/2011. Alba Publikation, November 2011, ISSN 0342-1902, S. 28–31.
  • Michael Mrugalla: »part of the best«: Die Baureihe ES 64 U4 – der »Taurus 3« in Lokrundschau 235 (online)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Karl Gerhard Baur: Die neue Reihe 1216 der ÖBB. In: Eisenbahn Kurier. Juni 2005, S. 60–63.
  2. a b ÖBB 1216. RAILCOLOR.NET. 2008. Abgerufen am 25. Januar 2009.
  3. Roll-out der ÖBB-Reihe 1216. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 5/2005, ISSN 1421-2811, S. 219.
  4. Alexander Binder: Die neuen ÖBB-Umlaufpläne. In: Eisenbahn Österreich. Nr. 1, 2022, ISSN 1421-2900, S. 7.
  5. Slowenische Bahn bestellt Siemens-Lokomotiven im Wert von 48 Millionen Euro. Siemens. 20. Januar 2008. Abgerufen am 25. Januar 2009.@1@2Vorlage:Toter Link/w1.siemens.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Meldung Erste ES 64 U4 für Slowenien fertiggestellt. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 12/2005, S. 587.
  7. PKP IC ES64U4. RAILCOLOR.NET. 2008. Abgerufen am 25. Januar 2009.
  8. 183 603 and 604 already in revenue service. RAILCOLOR.NET. 2010. Abgerufen am 26. Januar 2010.
  9. Helmut Petrovitsch: Europa-Lok auf Hinderniskurs. In. eisenbahn-magazin 11/2011, S. 28–31.
  10. http://www.awt.eu/en/news/siemens-locomotives-among-the-rolling-stock-of-awt
  11. http://www.stlb.at/news/newsdetails/article/weitere-mehrsystemlok/
  12. http://www.railcolor.net/index.php?nav=1409758&lang=1&file=siem_21675_59&action=image&position=
  13. [AT / Expert] A new owner for the 1216 940 as SLB leaves the freight rail market. In: Railcolor News. 9. Juli 2021, abgerufen am 11. Mai 2022 (britisches Englisch).
  14. a b Siemens 21136. RAILCOLOR.NET. 2008. Abgerufen am 25. Januar 2009.
  15. a b Demonstrator 1216 050. RAILCOLOR.NET. 2008. Abgerufen am 25. Januar 2009.
  16. Dampft die IGE bald endgültig davon? (Memento des Originals vom 22. Juli 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/n-land.de bei n-land.de, abgerufen am 22. Juli 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Siemens ES 64 U 4 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien