Siemens Mireo

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Mireo
Hersteller: Siemens Mobility
Baujahr(e): ab 2017 (geplant)
Gattung: Elektrotriebzug
Spurweite: 1.435 mm (Normalspur)
Länge: 52 m bis 140 m (je nach Konfiguration)
Höhe: 4,208 m
Breite: 2,808 m
Drehzapfenabstand: 19,800 m (MW), 19,680 m (EW)
Drehgestellachsstand: 2300 mm (ETDG)
2600 mm (JLDG)
Kleinster bef. Halbmesser: 125 m,
Werkstatt: 100 m,
Gegenbogen mit lg=0: 190 m
Dienstmasse: 112 t (Dreiteiler)
Radsatzfahrmasse: 20 t
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Dauerleistung: 2.600 kW
Beschleunigung: bis 1,2 m/s²;
SRN: 0,94 m/s2 bis 50 km/h
Raddurchmesser: 880 mm/810 mm
Stromsystem: 15/25 kV
Bremse: elektrodynamisch, elektropneumatisch, Mg
Kupplungstyp: S10
Gefälle: 40 ‰
Fußbodenhöhe: 705 mm bzw. 1120 mm
(Einstiegsbereich abweichend)
Niederfluranteil: ca. 60 %
Ladebreite: 1300 mm
Ladehöhe: 2100 mm

Als Mireo wird ein von Siemens Mobility entwickeltes Konzept eines elektrischen Triebzuges für den Schienenpersonennahverkehr bezeichnet, das im Produktportfolio von Siemens den Desiro ML ersetzt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name und erste technische Daten des Mireo wurden Ende Juni 2016 veröffentlicht.[1] Siemens hat das Fahrzeug erstmals virtuell auf der Fachmesse InnoTrans im September 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt.[2]

Anfang Juni 2018 begann die Endmontage des ersten Zuges.[3]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mireo wird ausschließlich als Elektrotriebzug angeboten, eine Variante mit Verbrennungsmotor ist derzeit nicht geplant.[1] Anders als der Desiro ML verfügt der Mireo über Jakobs-Drehgestelle, die, ähnlich wie beim ICE 4, mit innengelagerten Radsätzen ausgestattet sind. Die Wagenkästen werden in Aluminium-Integralbauweise hergestellt.[4] Die Zahl der Einzelwagen, aus denen ein Triebzug gebildet wird, kann je nach Konfiguration zwischen zwei und sieben variiert werden.[5] Jeder Endwagen des Mireo hat eine Länge von 26 m, jeder Mittelwagen ist 19 m lang.[1] Es werden Versionen für Bahnsteighöhen von 550 mm, 760 mm und 960 mm angeboten.[5] Die Zahl der angetriebenen Drehgestelle kann variiert werden, wodurch sich unterschiedliche Werte für die Anfahrbeschleunigung ergeben. Bei der Konfiguration Eco werden für einen vierteiligen Zug nur die Enddrehgestelle angetrieben, daraus resultiert eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h und eine Beschleunigung von 0,65 m/s². In der Konfiguration Speedy werden dagegen vier von fünf Drehgestellen angetrieben, die Beschleunigung steigt auf 1,2 m/s². Die Höchstgeschwindigkeit des Mireo beläuft sich dann auf 160 km/h.[5] Nach Angaben von Siemens wurden bei der Konstruktion des Zuges der Traktionsstromrichter und die elektrodynamische Bremse optimiert.[4] Die Zwischenkreisspannung beträgt 750 V.[6]

Die Ausstattung mit Fahrgastinformationssystemen, WLAN im Fahrgastraum, einem Entertainment-System oder Werbebildschirmen ist möglich.[5] Die Gestaltung des Innenraums kann von den Verkehrsunternehmen frei konfiguriert werden.[7] Um Problemen bei der Inbetriebnahme des Mireo vorzubeugen, verspricht Siemens, die Software des Zuges vor der Auslieferung umfangreichen Tests zu unterziehen.[4]

Neben der elektrischen Variante, welche den Strom aus der Oberleitung bezieht, plant Siemens gemeinsam mit dem kanadischen Unternehmen Ballard Power Systems eine Wasserstoff-Variante des Mireos zu entwickeln, die auf nicht-elektrifizierten Strecken eingesetzt werden kann. Eine 200 kW starke Brennstoffzelle von Ballard Power Systems soll dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 160 km/h ermöglichen. Die ersten Einsätze der Brennstoffzellen-Variante sind ab 2021Vorlage:Zukunft/In 3 Jahren geplant.[8]

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Netz Rheintal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Juni 2020Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren sollen insgesamt 24 dreiteilige[9] Triebzüge vom Typ Mireo für DB Regio zwischen Offenburg und Basel bzw. Neuenburg unterwegs sein.[10] Diese Linie ist ein Teillos des Netzes „Rheintal“, das vom Land Baden-Württemberg ausgeschrieben wurde. Die Züge werden im Baden-Württemberg-Landesdesign in gelb-weiß-schwarz lackiert[11] und verfügen über 220 Sitzplätze.[12]

Die Einstiegshöhe liegt bei 600 mm.[3]

S-Bahn Rhein-Neckar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Erweiterung der S-Bahn Rhein-Neckar auf den Strecken zwischen Mannheim, Eppingen, Karlsruhe und Aglasterhausen, an der Bergstraße und nach Mainz, wird die DB Regio ab Dezember 2020Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren stufenweise 57[13] Neufahrzeuge vom Typ Mireo einsetzen. Auf dem Linienteil zwischen Mannheim und Mainz erfolgt die Einführung der Neufahrzeuge im Dezember 2021.[14] Die Fahrzeuge werden eine Einstiegshöhe von 800 mm mit Schiebetritten auf 770 mm aufweisen und mit Fahrgast-WLAN ausgestattet sein.[15] Sie kosten zusammen etwa 340 Mio. Euro.[16]

Die Fahrzeuge gehen ins Eigentum des Landesgesellschaft der Aufgabenträger über und werden während der 14-jährigen Laufzeit des Verkehrsvertrags an DB Regio vermietet.[3]

Die Fahrzeuge bekommen bei der DB AG die Baureihennummer 463.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Keith Fender: Siemens unveils next-generation regional train. Abgerufen am 9. Juli 2016.
  2. Messe Berlin: Mireo – die neue Regional- und Commuter-Plattform von Siemens für den Nahverkehr. Abgerufen am 27. März 2017.
  3. a b c Mireo: Beginn der Endmontage. In: Der Eisenbahningenieur. Band 68, Nr. 7, Juli 2018, ISSN 0013-2810, S. 55.
  4. a b c Der neue Mireo. Webseite von Siemens, abgerufen am 9. Juli 2016.
  5. a b c d Präsentation des Mireo. Webseite von Siemens, PDF, abgerufen am 9. Juli 2016.
  6. Siemens to unveil Mireo modular EMU concept. Abgerufen am 5. Oktober 2016.
  7. Der Mireo - Intelligenz auf Schienen. Webseite von Siemens, PDF, abgerufen am 9. Juli 2016.
  8. Brennstoffzellen: Siemens beauftragt Ballard Power. In: IWR Online. IWR, 15. November 2017, abgerufen am 27. Februar 2018.
  9. Bild Mireo
  10. Steckbrief Netz 4. Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, 26. Januar 2017, abgerufen am 27. Januar 2017 (PDF).
  11. Nahverkehr auf der Rheinschiene wird deutlich ausgeweitet und schneller – Zuschlag für DB Regio geplant. Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, 26. Januar 2017, abgerufen am 26. Januar 2017.
  12. Siemens Presseinformationen: DB Regio bestellt 39 Regionaltriebzüge bei Siemens. Abgerufen am 28. März 2017.
  13. DB Regio freut sich über Zuschlag für das Netz 6b der S-Bahn Rhein-Neckar. 15. Juni 2017, abgerufen am 18. Juni 2017.
  14. Vertrag über die Verkehrsleistungen zur S-Bahn Rhein-Neckar Los 2 unterzeichnet. Verkehrsverbund Rhein-Neckar, 2017, abgerufen am 5. Dezember 2017.
  15. Verkehrsministerium BW: S-Bahn Rhein-Neckar (Netz 6b) soll an die DB Regio AG vergeben werden. (baden-wuerttemberg.de [abgerufen am 6. Juni 2017]).
  16. René Dahlke, Felix Berschin: LänderBahn Rheinland-Pfalz/Saarland: S-Bahn Rhein-Neckar. In: Bahn-Report. Heft 1/2018, 11. Dezember 2017, S. 60.
  17. DB AG: Deutsche Bahn Integrierter Bericht 2017. Berlin 2017, S. 304 (deutschebahn.com [PDF]).