Siemens Mireo

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Mireo
Mireo im Anstrich des Landes Baden-Württemberg
Mireo im Anstrich des Landes Baden-Württemberg
Anzahl: zweiteilig: 61 (BEMU)
zweiteilig: 9 (HEMU)
dreiteilig: 161
vierteilig: 29
Hersteller: Siemens Mobility
Baujahr(e): ab 2018
Achsformel: Bo‘ 2 Bo‘ (2-Teiler)

Bo‘ 2‘2‘ Bo‘ (3-Teiler)

Gattung: Elektrotriebzug
Spurweite: 1.435 mm (Normalspur)
Länge: 52 m bis 140 m (je nach Konfiguration)
Höhe: 4,208 m
Breite: 2,808 m (bestellt)

3,0 m (bestellbar)[1]

Drehzapfenabstand: 19,800 m (MW), 19,680 m (EW)
Drehgestellachsstand: 2300 mm (ETDG)
2600 mm (JLDG)
Kleinster bef. Halbmesser: 125 m,
Werkstatt: 100 m,
Gegenbogen mit lg=0: 190 m
Dienstmasse: 112 t (Dreiteiler)
Radsatzfahrmasse: 20 t
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h (bestellt)

200 km/h (bestellbar)[2]

Dauerleistung: Skalierbar, 2.600 kW (bei SRN)
Anfahrzugkraft: 130 kN
Bremskraft: 130 kN
Beschleunigung: bis 1,2 m/s²;
SRN: 0,94 m/s2 bis 50 km/h
Raddurchmesser: 880 mm/810 mm
Stromsystem: 15 kV; 16,7 Hz
Bremse: elektrodynamisch, elektropneumatisch, Mg
Kupplungstyp: S10
Gefälle: 40 ‰
Fußbodenhöhe: 705 mm bzw. 1120 mm
(Einstiegsbereich abweichend)
Niederfluranteil: ca. 60 %
Ladebreite: 1300 mm
Ladehöhe: 2100 mm

Der Mireo ist ein von Siemens Mobility entwickelter elektrischer Triebzug für den Schienenpersonennahverkehr. Er ist der Nachfolger des Desiro ML.[3] Es existieren verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Wagenanzahlen und Einstiegshöhen sowie zwei Hybrid-Varianten, die neben dem Betrieb an der Oberleitung auch auf nicht elektrifizierten Strecken als Batterie-Triebzug (Mireo Plus B) beziehungsweise als mit Wasserstoff betriebener Triebzug (Mireo Plus H) verkehren können.

Im deutschen Fahrzeugeinstellungsregister tragen die Triebzüge die Baureihennummern 0463, 2463 und 0563.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name und erste technische Daten des Mireo wurden Ende Juni 2016 veröffentlicht.[3] Siemens hat das Fahrzeug erstmals virtuell auf der Fachmesse InnoTrans im September 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt.[5] Der erste Auftrag über 24 Triebzüge dieser Zugplattform erfolgte im Februar 2017 aus Baden-Württemberg für den Einsatz im Netz Rheintal durch DB Regio.[6][7]

Sie werden im Siemens-Werk Krefeld gefertigt.[8] Anfang Juni 2018 begann die Endmontage des ersten Zuges.[9] Am 1. Oktober 2018 begann die Inbetriebsetzung des ersten Fahrzeuges.[10] Im Dezember 2018 begann die Inbetriebsetzung des ersten von acht Vorserienzügen.[6] Die Triebzüge wurden planmäßig zugelassen und gingen ab dem 14. Juni 2020 sukzessive in Betrieb.[7]

Ende 2020 waren über 180 Einheiten bestellt,[11] davon 132 Einheiten bereits bis Frühjahr 2020.[12]

Anfang November 2020 hat Siemens Mobility die dreiteilige Variante Mireo Smart vorgestellt, die vorkonfiguriert kostengünstig angeboten und innerhalb von maximal 18 Monaten geliefert werden soll.[13] Der dreiteilige Zug bietet 214 Sitzplätze, 21 Fahrradstellplätze, zwei Rollstuhlplätze, Zug-Land-Kommunikation, Klimaanlage, Internet an Bord, Fahrgastinformation, große TFT-Monitore im Einstiegsbereich und Sicherheitsüberwachung. Die 160 km/h schnellen Triebzüge erreichen eine Anfahrbeschleunigung von 0,96 m/s².[14]

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundlegende Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mireo wird ausschließlich als Elektrotriebzug angeboten.[3] Anders als der Desiro ML verfügt der Mireo über Jakobs-Drehgestelle, die, ähnlich wie beim ICE 4, mit innengelagerten Radsätzen ausgestattet sind. Die Wagenkästen werden in Aluminium-Integralbauweise hergestellt.[15] Die Zahl der Einzelwagen, aus denen ein Triebzug gebildet wird, kann je nach Konfiguration zwischen zwei und sieben variiert werden.[16] Jeder Endwagen des Mireo hat eine Länge von 26 m, jeder Mittelwagen ist 19 m lang.[3] Es werden Versionen für Bahnsteighöhen von 550 mm, 760 mm und 960 mm angeboten.[16] Die Zahl der angetriebenen Drehgestelle kann variiert werden, wodurch sich unterschiedliche Werte für die Anfahrbeschleunigung ergeben. Bei der Konfiguration Eco werden für einen vierteiligen Zug nur die Enddrehgestelle angetrieben, daraus resultiert eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h und eine Beschleunigung von 0,65 m/s². In der Konfiguration Speedy werden dagegen vier von fünf Drehgestellen angetrieben, die Beschleunigung steigt auf 1,2 m/s². Die Höchstgeschwindigkeit des Mireo beläuft sich dann auf 160 km/h.[16] Nach Angaben von Siemens wurden bei der Konstruktion des Zuges der Traktionsstromrichter und die elektrodynamische Bremse optimiert.[15] Die Zwischenkreisspannung beträgt 750 V.[17]

Die Ausstattung mit Fahrgastinformationssystemen, WLAN im Fahrgastraum, einem Entertainment-System oder Werbebildschirmen ist möglich.[16] Die Gestaltung des Innenraums kann von den Verkehrsunternehmen frei konfiguriert werden.[18]

Untervarianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siemens Mireo Plus B 463 106 (52393635559).jpg
Mireo Plus B …
Siemens Mireo Plus H 563 101 (52393333051).jpg
… und Plus H auf der Innotrans 2022

Mireo Plus B[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2020 erhielt Siemens Mobility den ersten Auftrag für eine Variante, die mit einer Batterie ausgestattet ist. Die Reichweite des Mireo Plus B im Batteriebetrieb wird mit „circa 80 Kilometer“ angegeben.[19] Die zweiteiligen Fahrzeuge sollen ab Dezember 2023 im Ortenau-Netz sowie auf der württembergischen Schwarzwaldbahn fahren.[20] Außerdem sollen sie ab Dezember 2024 im Netz Ostbrandenburg eingesetzt werden.

Mireo Plus H[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem oberleitungselektrischen Triebzug entwickelt Siemens gemeinsam mit dem kanadischen Unternehmen Ballard Power Systems eine Mireo-Variante, die den benötigten Strom mit Hilfe eines Brennstoffzellensystems aus Wasserstoff erzeugt und daher auf nicht-elektrifizierten Strecken eingesetzt werden kann (Mireo Plus H). Eine 200 kW starke Brennstoffzelle von Ballard Power Systems soll dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 160 km/h ermöglichen.[21][22] Der Zug wurde Anfang Mai 2022 in Krefeld der Öffentlichkeit vorgestellt.[23] Ab 2024 sollen die ersten Fahrzeuge im Passagierbetrieb erprobt werden, sowohl durch DB Regio Baden-Württemberg am Standort Tübingen als auch von der Bayerischen Regiobahn ab Augsburg.[24] Sieben zweiteilige Einheiten sollen auch ab Dezember 2024 auf dem Netz der Heidekrautbahn durch die Niederbarnimer Eisenbahn eingesetzt werden.[25]

Einsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Netz Rheintal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 14. Juni 2020 sind insgesamt 24 dreiteilige Triebzüge vom Typ Mireo für DB Regio zwischen Offenburg und Basel bzw. Neuenburg als Regionalbahn unterwegs. Diese Linie ist ein Teil des Netzes „Rheintal“, das vom Land Baden-Württemberg ausgeschrieben wurde. Zudem sind sie sonn- und feiertags auf dem Linienbündel Freiburg – Breisach am Rhein / Endingen am Kaiserstuhl unterwegs, da die normalerweise verkehrenden Züge der (Baureihe 1440) alle auf der Höllentalbahn unterwegs sind.[26] Seit dem 1. November 2020 werden alle Züge eingesetzt.[27]

Die Züge sind im bwegt-Landesdesign[28] der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg in gelb-weiß-schwarz lackiert[29] und verfügen über 220 Sitzplätze.[30] Außerdem haben sie einen Mehrzweckbereich mit Platz für 27 Fahrräder.

Die über Kupplung 69,860 m langen und 120 t schweren Triebzüge erreichen bis zu 160 km/h bei einer Leistung von 2.600 kW und einer Anfahrbeschleunigung von 0,96 m/s² (bis 72 km/h).[8] Die Einstiegshöhe liegt bei 600 mm.[9]

S-Bahn Rhein-Neckar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siemens Mireo in Waghäusel

Im Zuge der Erweiterung der S-Bahn Rhein-Neckar auf den Strecken zwischen Mannheim, Eppingen, Karlsruhe und Aglasterhausen, an der Bergstraße und nach Mainz, setzt die DB Regio seit 13. Dezember 2020[31] stufenweise insgesamt 57 Neufahrzeuge vom Typ Mireo ein. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 waren 38 Triebzüge ausgeliefert.[32] Zuvor fand bereits seit 14. September 2020 ein mehrstufiger Probebetrieb im Fahrgastbetrieb statt.[31] Die restlichen 19 Fahrzeuge wurden im Jahr 2021 geliefert und werden seit Dezember 2021 planmäßig auf dem Linienteil zwischen Mannheim und Mainz eingesetzt.[33]

Die Fahrzeuge gehen ins Eigentum einer Landesgesellschaft der Aufgabenträger über und werden während der 14-jährigen Laufzeit des Verkehrsvertrags an DB Regio Mitte verpachtet.[9][34] Das Außendesign der Fahrzeuge integriert bestehende Designelemente der Länder Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg und ergänzt sie mit einem fahrzeughohen S-Bahn-Symbol.[34]

Die Fahrzeuge haben pro Seite sechs doppelflüglige Schwenkschiebetüren, die eine Einstiegshöhe von 800 mm mit Schiebetritten auf 770 mm aufweisen, und sind mit Fahrgast-WLAN ausgestattet.[35] Sie haben 8 Sitze in der ersten Klasse, in der zweiten Klasse 152 Festsitze mit Armlehnen und je einer Steckdose für zwei Sitze sowie 40 Klappsitze. Mit Stehplätzen haben sie eine Kapazität von etwa 454 Fahrgästen. Mit bis zu sechs Fahrrädern in den fünf Mehrzweckbereichen können in einem Triebzug 26 Fahrräder mitgenommen werden. Die optische Fahrgastinformation erfolgt über sechs doppelseitige Flachbildschirmdeckengondeln sowie Flachbildschirme in den Einstiegsbereichen. Im Fahrgastraum erfolgt wie schon in den modernisierten Triebzügen der Baureihe 425 eine Videoüberwachung, deren Aufzeichnungen 72 Stunden lang gespeichert werden. Die Antriebsleistung beträgt bis zu 2.600 kW.[36] Die Triebzüge kosten zusammen etwa 340 Mio. Euro.[37]

Mittelrheinbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenraum
Innenraum

Um auf dem stärker frequentierten Streckenabschnitt der Mittelrheinbahn zwischen Köln und Remagen längere Züge aus den vorhandenen Triebzügen des Typs Desiro Mainline in Dreifachtraktion bilden zu können, werden über das Leasingunternehmen Alpha Trains sechs Neufahrzeuge vom Typ Mireo beschafft. Die Fahrzeuge wurden seit Ende 2019 in Krefeld gebaut und sind seit Dezember 2020 vom Eisenbahnverkehrsunternehmen TransRegio Deutsche Regionalbahn auf dem Streckenabschnitt zwischen Mainz und Bingen im Einsatz.[38] Der Verkehrsvertrag läuft bis Dezember 2023 und wurde bis 2033 verlängert.

Die Triebzüge sind nahezu baugleich mit der Version für die S-Bahn Rhein-Neckar. Wegen unterschiedlicher Bahnsteighöhen an der Strecke erhalten alle Einstiege zwei übereinanderliegende Schiebetritte. Die Neufahrzeuge sind nicht in Mehrfachtraktion mit den bisher eingesetzten Fahrzeugen einsetzbar.[39]

Augsburger Netze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Verkehre der Augsburger Netze (Los 1) hat Go Ahead Deutschland zwölf fünfteilige Desiro HC und 44 dreiteilige Mireo bestellt.[40] Der Auftragswert beträgt rund 400 Millionen Euro. Der Fahrgastbetrieb soll zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 aufgenommen werden. Die Mireo-Triebzüge sollen 216 Sitzplätze und 18 Fahrradplätze bieten.[41]

Ortenau-Netz/Hermann-Hesse-Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Land Baden-Württemberg kündigte im August 2019 an, einen Auftrag über 20 Batterie-Oberleitungshybridtriebzüge an Siemens zu vergeben, die die teilweise nicht elektrifizierten Strecken im Ortenau-Netz mittels Batterien überbrücken können. Sie sollen ab Juni 2023 die dort bisher verkehrenden Dieseltriebwagen ersetzen.[42] Da ein unterlegener Bieter geklagt hatte,[43] konnte die Bestellung erst im März 2020, nach Abweisung der Klage, erfolgen. Die Auftragsvergabe mit einem Volumen von 77 Millionen Euro umfasst auch die Energiekosten sowie für 29,5 Jahre die Wartung durch Siemens.[44]

Für die zu reaktivierende Hermann-Hesse-Bahn zwischen Weil der Stadt und Calw beschloss die Verbandsversammlung des Zweckverbands Hermann-Hesse-Bahn im Mai 2021, dass über die Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg 2021 drei zweiteilige Mireo Plus B nachbestellt werden, welche dort ab 2023 zum Einsatz kommen sollen.[45]

Die Triebwagen sind 2-teilig mit je 120 Sitzplätzen und werden von Siemens gewartet. Siemens bezeichnet sie als Mireo Plus B.[46] Die Fahrzeuge sollen jährlich insgesamt eine Laufleistung von rund zwei Millionen Zugkilometern erbringen.[44] Durch die 2020 erfolgte Vertragsverlängerung für das Netz 8 durch das baden-württembergische Verkehrsministerium werden die Züge bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 durch die landeseigene SWEG betrieben.[47] Dieser Vertrag zwischen SWEG und Land Baden-Württemberg wurde 2021 um drei Triebzüge für die Hermann-Hesse-Bahn ergänzt, die mit ETCS ausgerüstet werden.[45][48]

Netz Karlsruhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Dezember 2022 sollen insgesamt sieben dreiteilige Triebzüge vom Typ Mireo für DB Regio zwischen Karlsruhe und Heidelberg/Mannheim über Bruchsal als Nordbaden-Express unterwegs sein. Diese Linie ist ein Teillos des Netzes „Netz 7b EBO“, das vom Land Baden-Württemberg ausgeschrieben wurde. Die Züge werden im bwegt-Landesdesign der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg[28] in gelb-weiß-schwarz lackiert und verfügen über 200 Sitzplätze.

Die Fahrzeuge gehen ins Eigentum der Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg (SFBW) über und werden während der 13-jährigen Laufzeit des Verkehrsvertrags an DB Regio vermietet.[49]

Netz Lausitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Betrieb ab Fahrplanwechsel 2022 setzt DB Regio Nordost im Auftrag des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg 18 dreiteilige Mireo-Triebzüge ein. Diese werden jeweils 180 Sitzplätze bieten. Als Besonderheit werden induktive Ladestationen an den vis-á-vis Sitzen angeboten.[50][51] Im Oktober 2021 wurde bekannt gegeben, dass zwei weitere Mireos bei Siemens bestellt wurden. Damit steigt die Gesamtzahl auf 20 Triebzüge.[52] Auf den folgenden Strecken sollen die Fahrzeuge verkehren:

  • RB43 Frankfurt (Oder) – Cottbus – Finsterwalde – Falkenberg (Elster)
  • RB49 Cottbus – Ruhland – Elsterwerda-Biehla – Falkenberg (Elster)
  • RE10 Frankfurt (Oder) – Cottbus – Falkenberg (Elster) – Eilenburg – Leipzig Hbf
  • RE11 Leipzig Hbf - Eilenburg - Falkenberg (Elster) - Ruhland - Hoyerswerda
  • RE13 Cottbus – Senftenberg – Elsterwerda

Netz Donau-Isar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Dezember 2024 setzt DB Regio sechs vierteilige Züge des Typs Siemens Mireo für den Flughafenexpress ein,[53] die auch den Flughafentunnelbahnhof befahren, der nach den Richtlinien für Stadtschnellbahnen gebaut ist und eine Bahnsteighöhe von 96 cm hat. Die Einstiege der Züge sind trotz der unterschiedlichen Bahnsteighöhen entlang der Strecke (55 cm/76 cm/96 cm) für eine Bahnsteighöhe von 76 cm über Schienenoberkante optimiert.[54]

Tübingen–Horb–Pforzheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für 2024 plant die Deutsche Bahn einen einjährigen Probebetrieb eines zweiteiligen, wasserstoffbetriebenen Triebzugs vom Typ Mireo Plus H zwischen Tübingen, Horb und Pforzheim, den das Ministerium für Verkehr in Baden-Württemberg unterstützt.[55] Der Zug hat eine Antriebsleistung von 1,7 MW für bis zu 1,1 m/s² Beschleunigung und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.

Netz Regensburg/Donautal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der zweiten Betriebsstufe des Netzes Regensburg/Donautal setzt die Agilis Eisenbahngesellschaft ab Dezember 2024 23 vierteilige Siemens Mireo mit einer Einstiegshöhe von 760 mm auf den Linien RE 50 NürnbergPlattling und RB 51 NeumarktRegensburg ein, die mit WLAN ausgestattet werden.[56][57][58][59][60]

Netz Ostbrandenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Dezember 2024 will die Niederbarnimer Eisenbahn im Netz Ostbrandenburg 31 batterieelektrische Siemens Mireo Plus B einsetzen. Die Mireo-Triebzüge sind zweiteilig mit je 128 Sitzplätzen und sollen zusätzliche Ausstattungen wie WLAN sowie zwölf Stellplätze für Fahrräder bieten.[61][62]

Augsburg–Füssen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein zweiteiliger, wasserstoffbetriebener Triebzug vom Typ Mireo Plus H soll ab Mitte 2023 im Rahmen eines vom Freistaat Bayern unterstützten Probebetriebs unter anderem auf der Strecke Augsburg–Füssen getestet werden, bevor das Fahrzeug im Januar 2024 den offiziellen Passagierbetrieb aufnimmt. Der Pilotbetrieb im Netz der Bayerischen Regiobahn (BRB) ist auf zunächst 30 Monate angelegt.[63]

Heidekrautbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Dezember 2024 will die Niederbarnimer Eisenbahn auf der Stammstrecke der Heidekrautbahn zwischen Basdorf und Wilhelmsruh sieben Wasserstoff-Brennstoffzellen-Triebzüge (H2-/BZ-Technologie) einsetzen.[64][65] Der Wasserstoffbetrieb wird mit insgesamt 25 Millionen Euro aus dem Bundesverkehrsministerium gefördert, die an die drei Vorhabenträger Enertrag, Niederbarnimer Eisenbahn und Kreiswerke Barnim fließen. Neben der Beschaffung der Brennstoffzellen-Züge werden auch der Aufbau eines Wasserstoffwerkes und der Bau der Tankanlagen gefördert.[66]

Westjütland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dänische Bahngesellschaft Midtjyske Jernbaner gab am 15. März 2022 bekannt, sieben Mireo Plus B für den Einsatz in der Region Westjütland auf der Lemvigbanen sowie auf der Bahnstrecke zwischen Holstebro und Skjern bestellt zu haben.[67]

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einsatzgebiet Betreiber Anzahl Einsatzbeginn Fahrzeugnummern[68] Variante Teile Länge Sitzplätze
Rheintal (BaWü Netz 4) DB Regio 24 Juni 2020 94 80 0463 001–024 Mireo 3-teilig 69.860 mm 220
3 April 2021 94 80 0463 082–084
S-Bahn Rhein-Neckar (BaWü Netz 6b) DB Regio 57 Dezember 2020 94 80 0463 025–081 Mireo 3-teilig 69.860 mm 160 (+40 Klappsitze)
Mittelrheinbahn trans regio 6 Dezember 2020 94 80 0463 301–306 Mireo 3-teilig 69.860 mm 160 (+40 Klappsitze)
Augsburger Netze Los 1 Go-Ahead Bayern 44 Dezember 2022 94 80 2463 001–044 Mireo 3-teilig 69.860 mm 216
Karlsruher Netze (BaWü Netz 7b) DB Regio 7 Dezember 2022 94 80 0463 085–091[69] Mireo 3-teilig 69.860 mm 200
Netz Lausitz DB Regio 20 Dezember 2022 94 80 0463 092–111[52] Mireo 3-teilig 69.860 mm 180
Ortenau-Netz (BaWü-Netz 8) SWEG 20 Juni 2023 94 80 0563 001–020[4] Mireo Plus B 2-teilig 46.560 mm 120
Hermann-Hesse-Bahn (Teil des Ortenau-Netzes) SWEG 3 Dezember 2023 Mireo Plus B 2-teilig 46.560 mm 120
Netz Donau-Isar DB Regio 6 Dezember 2024 Mireo 4-teilig 89.660 mm 264
Tübingen–Horb–Pforzheim Deutsche Bahn 1 2024 90 80 0563 001[70][71] Mireo Plus H 2-teilig 46.560 mm
Netz Regensburg/Donautal Agilis E 23 Dezember 2024 Mireo 4-teilig 89.660 mm 216
Netz Ostbrandenburg NEB 31 Dezember 2024 Mireo Plus B 2-teilig 46.560 mm 128
Augsburg–Füssen BRB 1 2023 Mireo Plus H 2-teilig 46.560 mm
Heidekrautbahn NEB 7 Dezember 2024 Mireo Plus H 2-teilig 46.560 mm ca. 140
Westjütland Midtjyske Jernbaner 7 2024 Mireo Plus B 2-teilig 46.560 mm
Gesamt 260

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Siemens Mireo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://twitter.com/AndreasBege/status/1005005244726734848
  2. https://www.siemens.com/press/pool/de/events/2018/mobility/2018-09-innotrans/backgrounder-mireo-d.pdf
  3. a b c d Keith Fender: Siemens unveils next-generation regional train. Abgerufen am 9. Juli 2016.
  4. a b [DE / Expert] Sneak peek: This is the Mireo Plus B for BaWü Netz 8. In: Railcolor News. 26. Januar 2022, abgerufen am 26. Januar 2022 (britisches Englisch).
  5. Messe Berlin: Mireo – die neue Regional- und Commuter-Plattform von Siemens für den Nahverkehr. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 18. Mai 2017; abgerufen am 27. März 2017.
  6. a b Pressemitteilung: Erster Mireo-Zug für das Rheintal vorgestellt. In: siemens.com. Siemens Mobility GmbH, 6. Dezember 2018, abgerufen am 24. April 2020.
  7. a b Erstzulassung für den neuen Mireo von Siemens Mobility. In: press.siemens.com. Siemens Mobility, 9. Juni 2020, abgerufen am 11. Juni 2020.
  8. a b Mireo-Vorserienzüge auf Probefahrt. In: Eisenbahn-Revue International. Nr. 1, Januar 2019, ISSN 1421-2811, S. 18.
  9. a b c Mireo: Beginn der Endmontage. In: Der Eisenbahningenieur. Band 68, Nr. 7, Juli 2018, ISSN 0013-2810, S. 55.
  10. Siemens neuer Regionalzug vorgestellt. In: eisenbahn-magazin. Nr. 2, 2019, ISSN 0342-1902, S. 30.
  11. Mireo von Siemens Mobility gewinnt Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design. In: siemens.com. Siemens Mobility, 7. Dezember 2020, abgerufen am 14. Dezember 2020.
  12. Tim Schulz: Premiere im Rheintal. In: Regionalverkehr. Band 23, Nr. 3, Mai 2020, ISSN 1615-7281, S. 12–17.
  13. Mireo Smart: 100% Fokus auf Effizienz. Siemens Mobility, 9. November 2020, abgerufen am 14. Januar 2022.
  14. Focused on Efficiency. (PDF) In: siemens.com. Siemens Mobility, 2020, S. 2, abgerufen am 1. Januar 2021.
  15. a b Der neue Mireo. Webseite von Siemens, abgerufen am 9. Juli 2016.
  16. a b c d Mireo – die neue Regional- und Commuter-Plattform (PDF; 0,2 MB). Siemens Mobility, 20. September 2016, abgerufen am 30. Januar 2022.
  17. Siemens to unveil Mireo modular EMU concept. In: Railway Gazette. 30. Juni 2016, abgerufen am 5. Oktober 2016.
  18. Der Mireo - Intelligenz auf Schienen. (PDF; 2,1 MB), Webseite von Siemens, Juli 2016, abgerufen am 9. Juli 2016.
  19. Cora Werwitzke: Siemens erhält Auftrag über drei Batteriezüge aus BW. In: electrive.net. 14. Oktober 2021, abgerufen am 14. Januar 2022.
  20. Baden-Württemberg: Einstellung und Neuankündigung Ausschreibung Netz Ortenau. Lok-Report, 10. Dezember 2021, abgerufen am 14. Januar 2022
  21. Brennstoffzellen: Siemens beauftragt Ballard Power. In: IWR Online. IWR, 15. November 2017, abgerufen am 27. Februar 2018.
  22. Siemens erhält Förderzusage für Entwicklung von Brennstoffzellenantrieb für Züge. Pressemitteilung. Siemens Mobility, 26. Februar 2018, abgerufen am 9. November 2020.
  23. Mireo Plus H: Neuer Zug tankt zerlegtes Wasser und gibt bald Stoff. heise online, 5. Mai 2022, abgerufen am selben Tage.
  24. Redaktion UTM: Siemens Mireo Plus H Wasserstoffzug kommt neben Baden-Württemberg auch in Bayern zum Einsatz. In: Urban Transpot Magazine. 15. Juli 2021, abgerufen am 28. Januar 2022: „Der zweiteilige Mireo Plus H Brennstoffzellenzug wird neben Baden-Württemberg auch in Bayern eingesetzt“
  25. Pressemitteilung NEB: Erste Züge mit Wasserstoffantrieb für die Metropolregion Berlin-Brandenburg. 27. Juni 2022, abgerufen am 30. Juli 2022.
  26. Steckbrief Netz 4. (PDF) Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, 26. Januar 2017, abgerufen am 27. Januar 2017.
  27. Redaktion: Komplette Mireo-Flotte auf der Rheintalbahn im Einsatz. 21. November 2020, abgerufen am 6. Dezember 2020 (deutsch).
  28. a b Fahrzeuge im Landesdesign. nvbw.de
  29. Nahverkehr auf der Rheinschiene wird deutlich ausgeweitet und schneller – Zuschlag für DB Regio geplant. Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, 26. Januar 2017, abgerufen am 26. Januar 2017.
  30. Siemens Presseinformationen: DB Regio bestellt 39 Regionaltriebzüge bei Siemens. Abgerufen am 28. März 2017.
  31. a b Mehr Komfort: Neufahrzeug Siemens Mireo für Erweiterung der S-Bahn Rhein-Neckar vorgestellt. 11. September 2020, abgerufen am 13. Dezember 2020 (deutsch).
  32. S-Bahn Rhein-Neckar: Neufahrzeuge bringen ab 13. Dezember mehr Angebot und Komfort im erweiterten Netz. 11. Dezember 2020, abgerufen am 13. Dezember 2020 (deutsch).
  33. Bahnfahren zwischen Mainz, Worms und Mannheim wird noch komfortabler. Pressemitteilung. Verkehrsverbund Rhein-Neckar, Oktober 2021, abgerufen am 14. Januar 2022: „der Einsatz von insgesamt 57 Mireo-Zügen im Netz der S-Bahn Rhein-Neckar (wird) planmäßig und vollständig umgesetzt“
  34. a b Neues Design für das neue S-Bahnfahrzeug Siemens Mireo ab Dezember 2020. In: sfbw.info. 25. September 2018, abgerufen am 24. April 2020 (Quelle: DB AG): „Aufgabenträger sind das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg und die Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (VRN) sowie der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV RLP Süd). (...) Die Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg (AöR) finanziert die Fahrzeuge“
  35. Verkehrsministerium BW: S-Bahn Rhein-Neckar (Netz 6b) soll an die DB Regio AG vergeben werden. (Online [abgerufen am 6. Juni 2017]).
  36. Siemens AG (Hrsg.): Mireo S-Bahn Rhein-Neckar für die DB Regio AG. MOML-T10051-00. München 2018, S. 2 (siemens.com [PDF]).
  37. René Dahlke, Felix Berschin: LänderBahn Rheinland-Pfalz/Saarland: S-Bahn Rhein-Neckar. In: Bahn-Report. Heft 1/2018, 11. Dezember 2017, S. 60.
  38. Pressemitteilung: Zusätzliche Fahrzeuge ermöglichen größere Kapazitäten bei der Mittelrheinbahn. 22. Mai 2019, abgerufen am 29. Juli 2019.
  39. 59. Verbandsversammlung am 17.05.2019 - Öffentliche Sitzung - TOP 6. (PDF) Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd, 17. Mai 2019, abgerufen am 28. Juli 2019.
  40. Go-Ahead und Siemens Mobility unterzeichnen Vertrag: 56 Regionalzüge für die Augsburger Netze. In: go-ahead-bahn.de. Go Ahead, 31. Januar 2019, abgerufen am 18. Februar 2019.
  41. 56 Regionalzüge für Augsburger Netze. In: siemens.com. Siemens Mobility, 31. Januar 2019, abgerufen am 18. Februar 2019.
  42. Batterie-elektrifizierte Züge zukünftig im Ortenau-NETZ. Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, 2. August 2019, abgerufen am 7. August 2019.
  43. Emissionsfreie Züge für die Ortenau – Heuking Kühn Lüer Wojtek unterstützt Land Baden-Württemberg. 30. Januar 2020
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  50. Zuschlag für „Netz Lausitz“ geht an DB Regio Nordost. (Nicht mehr online verfügbar.) 17. Dezember 2019, ehemals im Original; abgerufen am 17. Dezember 2019.@1@2Vorlage:Toter Link/www.vbb.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
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  71. Premiere: Deutsche Bahn and Siemens Mobility present new hydrogen train and hydrogen storage tank trailer. Siemens Mobility, 5. Mai 2022, abgerufen am 5. Mai 2022 (englisch).