Siemens Stiftung

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Siemens Stiftung
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Rechtsform: Rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts
Zweck: Ausbau der Grundversorgung / Social Entrepreneurship, Förderung von Bildung und Kultur in Afrika, Lateinamerika und Deutschland / Europa
Vorsitz: Nathalie von Siemens (Geschäftsführender Vorstand und Sprecherin des Vorstands), Rolf Huber (Geschäftsführender Vorstand), Klaus Grünfelder (Finanzvorstand)
Bestehen: seit 2008
Stifter: Siemens AG
Stiftungskapital: 390 Mio. EUR
Mitarbeiterzahl: 31 (in München und Erlangen)
Sitz: München
Website: www.siemens-stiftung.org

Die Siemens Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung, die im September 2008 von der Siemens AG gegründet wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung wurde im September 2008 im Rahmen eines Konzernumbaus durch Peter Löscher initiiert, um das gesellschaftliche Engagement des Unternehmens zu bündeln.[1] Zu diesem Zweck hat das Unternehmen die Projekte Siemens Generation21 für naturwissenschaftliche Bildung, Siemens Caring Hands für soziale Hilfsleistungen sowie das Siemens Arts Program (1987 als Siemens Kulturprogramm zur internationalen Förderung zeitgenössischer Kunst und Kultur gegründet) in die Stiftung eingebracht.[2]

Die Siemens Stiftung ist in Lateinamerika, Afrika und Europa (mit Schwerpunkt auf Deutschland) tätig. Neben der Siemens Stiftung mit Sitz in München gibt es derzeit in Argentinien, Brasilien, Dänemark, Frankreich, Kolumbien und den USA sechs weitere Unternehmensstiftungen von Siemens.

Zum 30. September 2010 trat die Siemens Stiftung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft bei.[3] Vorstandssprecherin ist seit 2013 Nathalie von Siemens, die seit 2015 zugleich Mitglied des Aufsichtsrats der Siemens AG ist.[4]

Ziele und Arbeitsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Satzung ist das Ziel der Siemens Stiftung „Antworten auf globale gesellschaftliche Herausforderungen zu geben.“[5] Im Fokus stehen der Ausbau der Grundversorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern, Förderung von Bildung sowie Stärkung von Kultur v. a. als operativer Partner in Projekten mit Kooperationspartnern.[6]

Zu den Kooperationspartnern gehören u. a. Ashoka, Goethe-Institut, EinDollarBrille e.V., Engineers without Borders International, FASE – Finanzierungsagentur für Social Entrepreneurship, Freudenberg Stiftung, INNOVEC, MINT-EC, Sky Juice Foundation, SOLARKIOSK AG, TUM School of Education, UNESCO Mexiko sowie viele renommierte Kultureinrichtungen und Universitäten in Lateinamerika und Afrika.


Schwerpunkte

  • Arbeitsgebiet Entwicklungskooperation: Mit technischen Mitteln will die Stiftung existenzielle Versorgungsdefizite in der Wasser-, und Energieversorgung abbauen. Gefördert werden lokale Eigeninitiativen, die vorrangig durch Training zur finanziellen Selbstständigkeit geführt werden. Im internationalen empowering people. Network bringt die Siemens Stiftung Erfinder und Sozialunternehmer zusammen und unterstützt die Kombination von technischen und unternehmerischen Ansätzen.
  • Arbeitsgebiet Bildung: Die Stiftung konzentriert sich auf die Stärkung naturwissenschaftlich-technischer Bildung. Im Vordergrund steht das selbstständige Experimentieren, Erforschen und Begreifen von Naturphänomenen. Die hierfür entwickelten Unterrichtsmaterialien werden digital in drei Sprachen zur freien Verfügung bereitgestellt und verbinden forschendes Lernen mit wertebildendem Handeln. Über ihre Projektarbeit hinaus ist die Siemens Stiftung u. a. Gründungsmitglied des Forum Bildung Digitalisierung und der MINT-Initiative Haus der kleinen Forscher.
  • Arbeitsgebiet Kultur: Initiierung von Projekten zum internationalen Austausch und Wissenstransfer sowie Aufbau von regionalen Strukturen im Kulturbereich, insbesondere in Afrika und Lateinamerika; Der Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Darstellende Kunst und Musik. Zusammen mit dem Goethe-Institut hat die Siemens Stiftung u. a. das panafrikanische Musikportal Music In Africa ins Leben gerufen.

Familienstiftungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Namen Siemens verbinden sich außerdem einige rechtlich selbständige Familienstiftungen der Unternehmerfamilie von Siemens für die Förderung von Kunst, Kultur und Wissenschaft: die Carl Friedrich von Siemens Stiftung, die Ernst von Siemens Musikstiftung, die Ernst von Siemens Kunststiftung, welche öffentliche Kunstsammlungen beim Ankauf von bedeutenden Kunstwerken unterstützt und die Werner Siemens-Stiftung, welche im Bereich von Technik und Naturwissenschaften Projekte an Universitäten und Hochschulen fördert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christine Weyrich: Gemeinsam stark – über das Zusammenspiel von Unternehmensstiftungen. Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen am Beispiel der Siemens Stiftung. In: Simone Klein, Karin Siegmund (Hrsg.): Partnerschaften von NGOs und Unternehmen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2010, ISBN 978-3-531-92326-0, S. 193–205.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jens Hack: Löschers Konzernumbau kostet Milliarden. In: Manager Magazin, 9. November 2008, abgerufen am 21. März 2013.
  2. Christine Weyrich: Gemeinsam stark [...] Siemens Stiftung. In: Simone Klein, Karin Siegmund (Hrsg.): Partnerschaften von NGOs und Unternehmen. S. 194.
  3. Initiative Transparente Zivilgesellschaft – Angaben der Siemens Stiftung (PDF; 46 KB). Website der Siemens Stiftung, abgerufen am 10. August 2017.
  4. Lebenslauf Nathalie von Siemens (PDF; 73 KB). Website der Siemens Stiftung, abgerufen am 10. August 2017.
  5. Satzung der Siemens Stiftung mit Sitz in München [Fassung vom 12. Dezember 2012] (PDF; 40 KB). Website der Siemens Stiftung, abgerufen am 10. August 2017.
  6. Jahresbericht 2016 der Siemens Stiftung. Website der Siemens Stiftung, abgerufen am 10. August 2017.