Siemiatycze

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Siemiatycze
Wappen von Siemiatycze
Siemiatycze (Polen)
Siemiatycze
Siemiatycze
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Podlachien
Powiat: Siemiatycze
Fläche: 36,25 km²
Geographische Lage: 52° 26′ N, 22° 52′ OKoordinaten: 52° 25′ 38″ N, 22° 51′ 45″ O
Einwohner: 14.631
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 17-300
Telefonvorwahl: (+48) 85
Kfz-Kennzeichen: BSI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK19 Lublin-Białystok
Nächster int. Flughafen: Warschau
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Einwohner: 14.631
(31. Dez. 2016)[1]
Gemeindenummer (GUS): 2010011
Verwaltung (Stand: 2012)
Bürgermeister: Piotr Siniakowicz
Adresse: ul. Pałacowa 2
17-300 Siemiatycze
Webpräsenz: www.siemiatycze-um.com.pl



Siemiatycze [ɕɛmʲaˈtɨt͡ʂɛ] (litauisch Semiatičė; weißrussisch Сямятычы, Sjamjatytschy) ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Podlachien. Sie ist Sitz des Powiat Siemiatycki und bildet eine Stadtgemeinde.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im mittleren Osten Polens etwa 30 Kilometer westlich der Staatsgrenze zu Weißrussland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemälde der Schlacht bei Siemiatycze (1863)
Bunker der ehemaligen Molotow-Linie im Wald bei Siemiatycze

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte Anfang des 15. Jahrhunderts. 1542 verlieh Sigismund II. August dem Ort das Stadtrecht verbunden mit dem Recht Märkte und auch Jahrmärkte abzuhalten. Ihre Blütezeit hatte die Stadt im 18. Jahrhundert. 1772 wurde ein neues Rathaus eingeweiht. Bei der Dritten Teilung Polens 1795 wurde Siemiatycze Teil Preußens, 1807 Russlands. Beim Januaraufstand 1863 fand hier am 6./7. Februar mit der Schlacht bei Siemiatycze die größte Schlacht zwischen polnischen Aufständischen und dem russischen Militär statt. Dabei wurde Stadt zu großen Teilen zerstört, zu den zerstörten Gebäuden gehörte auch der Palast welcher nicht wieder aufgebaut wurde. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt am 8. September 1939 von deutschen Fliegern bombardiert, welcher aber nur geringe Schäden verursachten. Am Tag darauf wurde die Stadt wieder angegriffen, dabei wurden größere Schäden verursacht. Am 11. September marschierten Teile des XIX. Armeekorps der Heeresgruppe Nord in Siemiatycze ein. Am 17. September zog sich die Wehrmacht wieder zurück und übergab das Gebiet gemäß dem Hitler-Stalin-Pakt an die Rote Armee, welche die neue Grenze mit der Molotow-Linie zu befestigen versuchte.[2] 1941 marschierte die Wehrmacht im Rahmen des Russlandfeldzugs in die Gegend ein. Die Wehrmacht richtete ein Ghetto für die Juden ein, welche später größtenteils im Vernichtungslager Treblinka ermordet wurde.[3] Nach dem Ende des Krieges wurde die Stadt wieder Teil Polens.

Ende des 19. Jahrhunderts waren etwa 75 Prozent der Einwohner Juden. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten in der Stadt etwa 4.000 Menschen.[4] 1939 waren etwa 7.000 Einwohner Siemiatycze Juden.[3]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barocke Kirche aus dem 17./18. Jahrhundert
  • Orthodoxe Kirche aus dem 19. Jahrhundert
  • Ehemalige Synagoge aus dem 19. Jahrhundert
  • Zwei Friedhofskapellen aus dem 19. Jahrhundert
  • Soldatenfriedhof für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Siemiatycze gibt es zwei Grundschulen, drei Mittelschulen (polnisch gimnazjum[5]) und ein allgemeines Gymnasium (polnisch liceum ogólnokształcące).

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinde Siemiatycze, zu der die Stadt Siemiatycze selbst nicht gehört, hat eine Fläche von 227,14 km², auf der (Stand: 31. Dezember 2016) 6139 Menschen leben.

Hauptartikel: Siemiatycze (Landgemeinde)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Siemiatycze – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. siemiatycze.com – Jerzy Nowicki, Siemiatycze, wrzesień 1939, okupacja niemiecka i sowiecka, abgerufen am 8. Sept. 2008.
  3. a b siemiatycze.com – Jerzy Nowicki, Siemiatycze – Żydzi, Syjonizm, abgerufen am 8. Sept. 2008.
  4. Website der Stadt, Rys historyczny, 25. April 2008
  5. gimnazjum kann nicht mit Gymnasium im deutschen Sprachgebrauch übersetzt werden.