Sieraków

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Sieraków
Wappen von Sieraków
Sieraków (Polen)
Sieraków
Sieraków
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Großpolen
Powiat: Międzychód
Fläche: 14,08 km²
Geographische Lage: 52° 39′ N, 16° 5′ OKoordinaten: 52° 38′ 56″ N, 16° 4′ 53″ O
Höhe: 31 m n.p.m.
Einwohner: 6102
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 64-410
Telefonvorwahl: (+48) 61
Kfz-Kennzeichen: PMI
Sołectwo
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 28 Ortschaften
15 Schulzenämter
Fläche: 230,31 km²
Einwohner: 8798
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 38 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 3014043
Verwaltung (Stand: 2012)
Bürgermeister: Witold Maciołek
Adresse: ul. 8 Stycznia 38
64-410 Sieraków



Sieraków, Klasztor bernardynów, Brama.jpg

Sieraków (deutsch Zirke) ist eine Stadt und Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde in Polen. Der Ort liegt im Powiat Międzychodzki der Wojewodschaft Großpolen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sieraków (Zirke) liegz an der Warthe, etwa 65 Kilometer Luftlinie nordwestlich der Stadt Posen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zirke an der Warthe, nordwestlich der Stadt Posen, auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).

Zirke verfügte bereits in der ersten Hälfte des !5. Jahrhunderts über Stadtrecht; 1458 hatte die Stadt dem Heer sechs ausgerüstete Soldaten zu stellen.[2] Um und vor 1524 befand sich hier eine königliche Zollstelle.[2] Zirke war eine adlige Stadt, zu der auch eine Grundherrschaft gehörte; am Ende des 18. Jahrhunderts befand sich die Stadt im Besitz des Grafen Lukas von Bninski.[3] In der Stadt befanden sich eine evangelische Pfarrkirche, eine katholische Pfarrkirche, ein Franziskanerkloster mit einer Klosterkirche[3] und eine Synagoge.[4]

Im 19. Jahrhundert gab es in Zirke eine Reihe von gewerblichen Betrieben,[2] und die Stadt hatte einen Bahnhof mit einer Güternebenstelle der Line MeseritzRokietnice der Preußischen Staatsbahn.[5] In Zirke befand sich ein staatliches Gestüt.

1919 musste das Königlich Preußische Posen'sche Landgestüt in das „Friedrich-Wilhelm-Gestüt“ nach Neustadt (Dosse) evakuiert werden, da die Provinz Posen nach dem Posener Aufstand (1918–1919) zum Großteil an die Zweite Polnische Republik fiel.[6]

Seit 1939 war Zirke wieder Teil des Regierungsbezirkes Posen im 1941 neu gebildeten Landkreis Birnbaum (Wartheland), Reichsgau Wartheland. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region von der Roten Armee besetzt. Die Stadt wurde anschließend der polnischen Verwaltung übergeben. Soweit die deutsche Bevölkerung nicht geflohen war, wurde sie in der Folgezeit vertrieben.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1800: 1.206, darunter 253 Juden[2]
  • 1837: 1.908[2]
  • 1861: 2.514[2]
  • 1875: 2.542[5]
  • 1880: 2944[5]
  • 1890: 2.926, darunter 1.244 Evangelische, 1.538 Katholiken und 99 Juden[5]
  • 2014: 6.108

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde gehören neben der Stadt Sieraków weitere 15 Ortsteile (deutsche Namen amtlich bis 1945)[7][8] mit einem Schulzenamt:

  • Bucharzewo (Bucharzewo, 1943–1945 Schönwald)[8]
  • Chalin (Chalin, 1943–1945 Wilhelmstal)[8]
  • Chorzępowo (Chorzepowo, 1943–1945 Stranddorf)[8]
  • Góra (Gora, 1943–1945 Berghütten)[8]
  • Grobia
  • Izdebno
  • Jabłonowo
  • Kaczlin (Katschlin, 1943–1945 Waldhöfen)[8]
  • Kłosowice (Klosowitz , 1943–1945 Klaswiesen)[8]
  • Lutom (Luttom, 1943–1945 Gerritshof)[8]
  • Lutomek (Lutomek, 1943–1945 Kleinluitom)[8]
  • Ławica (Lawica, 1943–1945 Freiberg)[8]
  • Marianowo (Marianowo, 1943–1945 Marienhof)[8]
  • Przemyśl (Przemyschel, 1943–1945 Mahldorf)[8]
  • Tuchola (Tucholle, 1943–1945 Tuchenau)[8]

Weitere Ortschaften der Gemeinde sind:

  • Błota
  • Borowy Młyn
  • Czapliniec
  • Dębowiec
  • Gospódka
  • Jeleniec
  • Jeziorno
  • Kobylarnia (Kobylarnia, 1943–1945 Hirschdorf)[8]
  • Kukułka
  • Lichwin
  • Pławiska
  • Śrem

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 472.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sieraków (Wielkopolska) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. a b c d e f Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 472.
  3. a b Karl Joseph Huebner: Historisch-statistiscg-topographische Beschreibung von Südpreußen und Neu-Ostpreußen. Band 1, Leipzig 1798, S. 436–437.
  4. A. Bäck: Die Provinz oder das Großherzogthum Posen in geographischer, statistischer und topographischer Beziehung. Posen, Berlin und Bromberg 1847, S. 134.
  5. a b c d http://www.verwaltungsgeschichte.de/pos_birnbaum.html
  6. Vgl. Zeitschrift für Ostforschung, Band 34, J.- G.- Herder-Institut (Hrsg.), 1985, S. 222 und Friedrich Freiherr von Senden: Geschichte der Freiherrn von Senden und Freiherrn Schuler von Senden, ISBN 978-3-86805-376-0, Pro Business, Berlin 2009, S. 227
  7. Das Genealogische Orts-Verzeichnis
  8. a b c d e f g h i j k l m n Vgl. Deutsche Topograph. Karte, 3362 Zirke