Sierentz

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Sierentz
Wappen von Sierentz
Sierentz (Frankreich)
Sierentz
Region Elsass
Département Haut-Rhin
Arrondissement Mulhouse
Kanton Sierentz (Chef-lieu)
Koordinaten 47° 39′ N, 7° 27′ O47.6555555555567.4558333333333256Koordinaten: 47° 39′ N, 7° 27′ O
Höhe 244–301 m
Fläche 13,22 km²
Einwohner 3.170 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 240 Einw./km²
Postleitzahl 68510
INSEE-Code
Website http://www.mairie-sierentz.fr/

Rathaus- und Schulgebäude

Sierentz (deutsch Sierenz) ist eine französische Gemeinde mit 3170 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Haut-Rhin in der Region Elsass. Sie ist Hauptort (chef-lieu) des Kantons Sierentz und Sitz des Gemeindeverbandes Pays de Sierentz.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Sierentz liegt in der Oberrheinischen Tiefebene am südwestlichen Rand des Harthwalds zwischen Mülhausen (23 km entfernt) und der Schweizer Stadt Basel (17 km entfernt).

Geschichte[Bearbeiten]

Durch Ausgrabungen konnte eine Besiedlung der Örtlichkeit aus dem Neolithikum um 5000 v. Chr. nachgewiesen werden.

In der Zeit der Römer kreuzten sich in Sierentz zwei Verkehrswege in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung. Dank ihnen entwickelte sich der Ort zu einem gut frequentierten Handelsplatz.

Ab dem 10. Jahrhundert gehörte Sierentz zum Bistum Basel. 1522 ging die Siedlung an die protestantische Familie Waldner von Freundstein aus Soultz über, die bis zur Französischen Revolution deren Eigentümerin war.

Die heute in Basel ansässige Bankiersfamilie Dreyfus hat ihre Wurzeln in Sierentz. Ihre Angehörigen gehörten zu den rund 200 Mitgliedern der jüdischen Gemeinde, die auch eine Talmudschule und ein Rabbinat unter sich hatte. Von der Synagoge bestehen heute nur noch Überreste. An die Familie erinnert heute der Dreyfusplatz (La Place Dreyfus) im Zentrum der Gemeinde.

Weitere ehemalige Bauten sind die 1839 zerstörte „Hochkirch“ aus dem 7. Jahrhundert, eine Indiennedruckerei und eine Fayencerie.

Bis in die 1960er Jahre existierte am Dorfeingang eine Ziegelei, deren Gebäude heute noch steht. Die Eisenbahnlinie wurde 1840 eröffnet, das Rathaus- und Schulgebäude (Mairie-école) wurde 1865 gebaut.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006
1530 1633 1711 1666 2106 2442 2647

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche St. Martin wurde 1836 errichtet. Sie ist mit einer Statue des Gekreuzigten aus dem 17. Jahrhundert sowie einem Gemälde des Heiligen Martin ausgestattet. Die restaurierte Orgel stammt aus dem Jahr 1773.

Der traditionsreiche Gasthof Saint-Laurent (früher Gasthof Krone) war bis 1870 die Ausspanne der Familie Karm.

Kirche St. Martin
Gasthof Saint-Laurent

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Größtes Fest im Ort ist das jährliche Erntedankfest.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Sierentz ist zentraler Ort für die nähere Umgebung. Wirtschaftlich von Bedeutung sind die im Ort ansässigen Hotels und Restaurants. Auch Industriebetriebe, Banken, Arztpraxen und das Kleingewerbe sind gut vertreten.

Im 400-kV-Unterwerk wird elektrische Energie für Deutschland, Frankreich und die Schweiz gehandelt.

Dank der guten wirtschaftlichen Lage erhielten die Dorfbewohner den Beinamen „Däusiger“. Das ist elsässische Mundart und bedeutet „Tausender“.

Verkehr[Bearbeiten]

Sierentz liegt an der Bahnstrecke Strasbourg–Basel und der Autoroute A35 (Anschluss 34). Der Bahnhof wird von der Linie S1 der Regio S-Bahn Basel bedient und hat dadurch direkte Zugverbindungen einerseits nach Mülhausen, andererseits über Basel nach Frick und Laufenburg im Schweizer Kanton Aargau.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Meister von Sierentz, Notname eines deutschen Malers der Spätgotik, der um 1445-50 am Oberrhein tätig war

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sierentz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien