Sigave (Königreich)

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Royaume coutumier de Sigave
Königreich Sigave
Flag of Sigave.svg
Amtssprache de jure: Französisch
de facto: Futunisch
Hauptstadt Leava
Staatsform Königreich im französischen Überseegebiet Wallis und Futuna
Staatsoberhaupt König von Sigave Eufenio Takala
Regierungschef Premierminister von Sigave Visesio Atufele
Fläche 21 km²
Einwohnerzahl 1272 (2018)
Bevölkerungsdichte 61 Einwohner pro km²
Währung CFP-Franc
Nationalhymne Marseillaise
Zeitzone UTC+12
Kfz-Kennzeichen F
ISO 3166 WF-SG
Internet-TLD .wf
Telefonvorwahl +681
Karte der Königreiche Alo und Sigave
Karte der Königreiche Alo und Sigave

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Sigave (auch Singave oder Sigavé) ist ein Königreich im französischen Überseegebiet Wallis und Futuna auf den Horn-Inseln. Es umfasst das westliche Drittel von Futuna und ist seit 1961 von der Republik Frankreich als traditionelles Königreich anerkannt und bildet somit die untergeordnete Verwaltungseinheit Wallis und Futunas neben den Königreichen Uvea und Alo.[1]

Gebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Berg Puke ist ein Grenzpunkt zwischen Alo und Sigave.

Das Königreich befindet sich im westlichen Drittel Futunas und ist schwach besiedelt. Im Landesinneren ist vorwiegend Wald zu finden, während die Küste den einzigen besiedelten Teil darstellt. Im Osten grenzt Sigave an das Königreich Alo.

Im nördlichen Zentrum von Futuna liegt der Mont Puke, der einen Grenzpunkt zwischen Sigave und Alo darstellt. Er ist der höchste Punkt der Insel und des Königreichs Sigave.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entdeckung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 1616 wird Futuna von den niederländischen Seefahrern Jacob Le Maire und Willem Cornelisz Schouten entdeckt. Der französische Seefahrer Louis Antoine de Bougainville entdeckt die Inselgruppe 1768 wieder und gibt den Namen Futuna (das verlorene Kind des Pazifik). Vom 10. August 1839 bis 1841 war Sigave von Alo besetzt.[2]

Entwicklung als Teil Frankreichs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1887 haben viele polynesische Könige einen Protektoratsvertrag mit Frankreich geschlossen. So auch der König von Sigave. 1961 wurde Sigave nach einer Volksabstimmung ein Teil des neuen französischen Überseegebiets Wallis und Futuna, zusammen mit Uvea und Alo.

Nach der Abdankung von König Visesio Moeliku hatte Sigave bis 2016 keinen König mehr. Am 5. März 2016 wurde Eufenio Takala aus dem Keletaona-Clan zum neuen König ernannt. Er ist derzeit amtierender König von Sigave.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2018 lebten 1272 Personen in Sigave.[3] Die Bevölkerung nimmt wie im gesamten Überseegebiet ab, vor allem durch Abwanderung nach Neukaledonien. 2003 lebten in Sigave noch 1880 Personen. Das größte Dorf ist die Hauptstadt Leava.

97,3 % der Bevölkerung sind Polynesier, der Rest ist überwiegend europäischer (französischer) Herkunft. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben. Das Königreich ist Teil des Bistums Wallis und Futuna.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das traditionelle Staatsoberhaupt ist der König von Sigave, Eufenio Takala. Der König wird von fünf Ministern unterstützt, die von den Dorfchefs ernannt werden. Sie können den König absetzen. Dadurch ist das Königreich relativ instabil und die Könige blieben in den letzten Jahren mit ein paar Ausnahmen nur zwei bis drei Jahre im Amt. Der König hat außerdem einen Zeremonie-Chef und einen Polizeichef. Der politische Einfluss ist beschränkt. Das Königreich hat überwiegend traditionelle und repräsentative Aufgaben.[5]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sigave ist in sechs Dörfer unterteilt. Eine Zwischenebene in Form von Distrikten existiert nur in Uvea. Theoretisch gesehen ist das gesamte Königreich Sigave ein Distrikt.

Dorf Einwohner (2013)[6]
Fiua 302
Leava 368
Nuku 257
Tavai 177
Toloke 194
Vaisei 159

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sigave hat keinen Flughafen. Der nächstgelegene Flughafen ist der kleine Flughafen Futuna Pointe Vele in Alo bei Vele. Das Königreich ist über die RT 1 an das Straßennetz Futunas angebunden. Bei der RT 1 handelt es sich um die Ringstraße der Insel Futuna. In Leava befindet sich der einzige etwas größere Hafen der Insel Futuna, der somit auch für Alo dient.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirtschaft ist in ganz Wallis und Futuna schwach und von Subsistenzwirtschaft geprägt. Die zentrale Verwaltung Wallis und Futunas verwaltet Entwicklungsgelder aus Frankreich.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Populations légales des îles Wallis et Futuna en 2013. Populations des circonscriptions. Institut national de la statistique et des études économiques (INSEE), 21. November 2013, abgerufen am 10. Dezember 2017 (französisch).
  2. Ben Cahoon: Wallis and Futuna. Abgerufen am 30. März 2018.
  3. Recensement de la population 2018. (PDF; 336 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) In: statistique.wf. Service Territorial de la Statistique et des Etudes Economiques (STSEE), 2018, archiviert vom Original am 29. November 2018; abgerufen am 29. November 2018 (französisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistique.wf
  4. Patrick Ferrante: Futuna: un nouveau roi pour Sigave. In: wallis et futuna 1ère. France Télévisions, 3. März 2016, abgerufen am 10. Dezember 2017 (französisch).
  5. Futuna: la chefferie de Sigave enfin au complet! Bientôt un roi? Abgerufen am 22. August 2017.
  6. Populations légales des îles Wallis et Futuna en 2013. Populations des villages. Institut national de la statistique et des études économiques (INSEE), 21. November 2013, abgerufen am 10. Dezember 2017 (französisch).