Sigfox

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SIGFOX S.A.
Rechtsform S.A.
Gründung 2009
Sitz Labège, Frankreich

Leitung

  • Ludovic Le Moan (CEO)
  • Christophe Fourtet (CTO)
Mitarbeiter 375 (Stand 04/2017)
Umsatz 5 Mio. Euro (2015)[1]
Branche Telekommunikation
Website www.sigfox.com/de

Sigfox (eigene Schreibweise SIGFOX) ist ein französisches Telekommunikationsunternehmen, das ein eigenes, globales Funknetzwerk aufbaut, um Objekte mit geringem Energiebedarf drahtlos mit dem Internet zu verbinden. Dazu gehören beispielsweise Stromzähler, Smartwatches, Heizungen und Waschmaschinen, aber auch Anwendungen im Bereich Landwirtschaft, Medizintechnik und Fertigungsindustrie. Die Geräte senden in festgelegten Intervallen kleine Datenmengen bzw. Nachrichten an eine Basisstation, die diese dann in eine Datenbank des jeweiligen Empfängers weitergibt. Die Technologie bietet damit eine Basis für das Internet der Dinge (IoT).

Das Sigfox-Funkmodul für ein Endgerät soll bei der Abnahme von mindestens 50.000 Modulen einen US-Dollar kosten, die Verbindung des Gerätes ins Sigfox-Netz einen weiteren US-Dollar pro Jahr.[2][3]

Das Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludovic Le Moan, CEO von Sigfox

Sigfox wurde 2009 von Ludovic Le Moan (CEO) und Christophe Fourtet (CTO) gegründet und beschreibt sich selbst als das erste und einzige Unternehmen, das globale Funk-Konnektivität für das Internet der Dinge (IoT) anbietet. Die verwendete Infrastruktur ist völlig unabhängig von bereits bestehenden Netzwerken, zum Beispiel Mobilfunknetzen. In Deutschland, Frankreich, Spanien und den Vereinigten Staaten von Amerika agiert Sigfox als selbstständiger Netzwerkbetreiber. In anderen Staaten arbeitet das Unternehmen mit Partnern zusammen. Aktuell werden insgesamt 29 Länder (teil-) abgedeckt. Ziel von Sigfox ist es, über das eigene Netzwerk eine weltweite, einheitliche Netzstruktur aufzubauen, in deren Mittelpunkt das vernetzte Objekt und dessen Daten stehen. Sigfox selbst sieht „Milliarden von Objekten und tausende neuer Use Cases“ in diesem Segment.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sigfox hat seinen Hauptsitz in Labège, einem Vorort von Toulouse im Südwesten Frankreichs. Sigfox beschäftigt dort mehr als 320 Mitarbeiter (12/2016). Die Firma hat Niederlassungen in München, Madrid, San Francisco und Paris. Im Jahr 2015 gab Sigfox bekannt, dass als Teil der Partnerschaft mit Samsung ein gemeinsames Forschungs- und Entwicklungszentrum in Paris eröffnet werden wird.[4]

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Bericht von 2015 identifizierte die französische Regierung den IoT-Sektor als den wichtigsten Bereich für Startups des Landes und dass „Sigfox einer der größten Namen des Landes in diesem Bereich ist“. Eine Finanzierungsrunde im Februar 2015 wurde als die „größte französische Finanzierungsrunde aller Zeiten“[5] bezeichnet. Im November 2016 schloss Sigfox eine weitere Finanzierungsrunde mit rund 150 Millionen Euro ab. Zu den Investoren gehören namhafte Unternehmen wie Air Liquide, Total und Salesforce Ventures. Darüber hinaus erwägt Sigfox einen Börsengang bis Mitte 2017.[6]

Teile zum Thema Börsengang scheinen seit Juli 2017 nicht mehr aktuell zu sein.
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Markt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Machina Research, einer M2M-Beratungsgruppe, werden im Jahr 2024 insgesamt 27 Milliarden M2M-Verbindungen oder 80 Milliarden ans Internet angeschlossene Objekte Realität sein. Davon sind 14 % so genannte LPWA-Verbindungen wie die von Sigfox und seinen Mitbewerbern wie LoRa und NB-IoT. Das M2M-Segment des IoT-Marktes (circa 40 % der Daten) wird nach zwei Schätzungen bis 2020 auf 1,6 bis 1,7 Billionen US-Dollar ansteigen.[7]

Technologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele der zukünftig im Internet of Things angebundenen Geräte benötigen nur eine geringe Bandbreite, da sie nur kleine Datenmengen übertragen müssen. Die herkömmlichen Mobilfunksysteme sind daher für viele dieser Anwendungen zu komplex, zu teuer und haben eine zu hohe Leistungsaufnahme. Dies sind derzeit vor Allem die von Telekommunikationsanbietern genutzten Technologien wie etwa 4G, die in der Lage sind, bei entsprechender Energieversorgung extrem große Datenmengen zu übertragen.

Das Sigfox-Netzwerk und die Technologie des Unternehmens fokussiert sich im Gegensatz dazu auf die Verbindung vieler kostengünstiger, langlebiger Geräte, die eine breite Flächenabdeckung erfordern. Sigfox nutzt dafür ein Funksystem auf Basis von Ultra-Schmalband-Technologie (engl. Ultra Narrow Band). Diese Technologie wurde bereits für die U-Boot-Kommunikation während des Ersten Weltkrieges verwendet.[6] Sie wird als Low-Power Wide-Area Network (LPWAN) bezeichnet. LPWAN nutzt ein Langstrecken-Signal im ISM-Band (868 Megahertz in Europa, 902 Megahertz in den USA[8]), das auch massive Objekte durchdringen kann. Im freien Gelände sind Distanzen von 30 bis 50 km überbrückbar, in Städten zwischen 3 bis 10 km.[9] Der Netzausbau in Deutschland soll Ende 2017 abgeschlossen sein[10], langfristiges Ziel ist eine globale Netzabdeckung[1], wobei die Dichte der benötigten Basisstationen durch die hohe Reichweite entsprechend gering ist. Die Abdeckung Frankreichs soll beispielsweise mit 1.200 Basisstationen möglich sein.[8] Diese Zahl wird auch für Deutschland genannt.[10]

Sigfox-Basisstation können im Gegensatz zu Mobilfunk-Basisstationen bis zu einer Million Objekte verwalten, wobei ein Tausendstel der Energie der Standard-Mobilfunksysteme benötigt wird. Sigfox-Geräte können laut eigener Aussage bis zu 20 Jahre lang mit lediglich zwei AA-Batterien arbeiten, weil sie nur „aktiv werden, wenn sie eine Nachricht senden und dann direkt wieder in den Ruhezustand zurückkehren“.[8][2] Geräte im Sigfox-Netz nutzen dazu geringe Datenraten. Sie können maximal zwölf Bytes pro Nachricht und zugleich nicht mehr als 140 Nachrichten pro Gerät und Tag verschicken.[9] Dies bedeutet genug Kapazität, um einfache Nachrichten zu übertragen. Mit zwölf Bytes beispielsweise kann eine Zahl zwischen einer und 79 Oktillionen[8] angegeben werden, in der wiederum als Steuercodes für Anwendungen wie Tracking oder Geotargeting übertragen werden.

Partnerunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sigfox fertigt die benötigte Hardware nicht selbst. Diese wird durch Partnerunternehmen wie Silicon Labs, Texas Instruments, Atmel, STMicroelectronics, NXP und ON Semiconductor hergestellt.[9] Die Halbleiter und Module dieser Firmen werden wiederum in einzelne Geräte unterschiedlicher Hersteller verbaut.

Anwendungsbeispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Sigfox-Technologie kann beispielsweise ein öffentlich zugänglicher Defibrillator überwacht werden. Übermittelt werden Informationen zur technischen Unversehrtheit, des Batteriezustandes sowie Informationen über eine erfolgte Nutzung. Ebenso können Messwerte im landwirtschaftlichen Bereichen, wie die Nährstoffwerte des Bodens oder der Wasserhaushalt eines Behältnisses erfasst werden.

Weiter mögliche Anwendungsbeispiele sind:[3][4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b https://www.industrie-techno.com/ludovic-le-moan-a-la-conquete-du-monde-des-objets-connectes.36142 (französisch) Abgerufen am 10.01.2017
  2. a b http://www.coinspeaker.com/2015/07/24/meet-sigfox-the-french-startup-who-wants-to-revolutionize-the-internet-of-things-10936/
  3. a b https://www.cnet.com/news/sigfox-internet-of-things-network-heads-to-denmark-too/ (englisch) Angerufen am 15.01.2017
  4. a b https://humanoides.fr/samsung-nouvel-actionnaire-de-sigfox/ (französisch) Abgerufen am 11.01.2017
  5. http://venturebeat.com/2015/02/11/sigfox-raises-frances-biggest-vc-round-ever-at-115m-to-expand-its-iot-wireless-network/ (englisch) Abgerufen am 10.01.2017
  6. a b https://www.bloomberg.com/news/articles/2015-08-27/french-wireless-startup-sigfox-seeks-200-million-in-funding (englisch) Abgerufen am 12.01.2017
  7. https://machinaresearch.com/news/global-m2m-market-to-grow-to-27-billion-devices-generating-usd16-trillion-revenue-in-2024/ (englisch) Abgerufen am 10.01.2017
  8. a b c d https://www.cnet.com/news/sigfox-finds-partners-for-its-contrarian-network-tech/ (englisch) Abgerufen am 15.01.2017
  9. a b c http://www.elektroniknet.de/markt-technik/industrie-40-iot/sigfox-baut-praesenz-mit-hochdruck-aus-128947.html Abgerufen am 10.01.2017
  10. a b http://www.wiwo.de/technologie/cebit-spezial/neues-netz-fuer-das-internet-der-dinge-startup-sigfox-kommt-nach-deutschland/13317452.html Abgerufen am 15.01.2017