Sighard Gille

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Sighard Gille (* 25. Februar 1941 in Eilenburg) ist ein deutscher Maler, Künstler, Fotograf und Professor für bildende Kunst.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fresko Gesang vom Leben (1981) im Neuen Gewandhaus Leipzig

Sighard Gille studierte von 1965 bis 1970 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Bernhard Heisig und Wolfgang Mattheuer und erwarb das Diplom für Malerei. Von 1973 bis 1976 war er Meisterschüler bei Bernhard Heisig an der Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin. Von 1976 bis 1980 war er Assistent an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig im Fachbereich Malerei. Seit 1993 lehrte er an dieser Hochschule als Professor.

Zwischen 1980 und 1981 fertigte er für die Foyers des Gewandhauses Leipzig das Deckengemälde Gesang vom Leben an, das mit einer Fläche von 712 m²[1] als größtes Deckengemälde in Europa gilt. 1979 erhielten die Künstler Sighard Gille und Wolfgang Peuker den Auftrag, die Deckenmalerei im Gewandhaus gemeinsam auszuführen. Beide hatten sich die Fläche aufgeteilt, da ein gemeinsames Malen nicht möglich war. Nach den ersten Entwürfen verlangte der Auftraggeber eine einheitliche Handschrift für die gesamte Fläche. Der Auftrag ging aufgrund der Entwürfe an Sighard Gille. Wolfgang Peuker bekam die untere senkrechte Wand, die ursprünglich nicht für eine Malerei vorgesehen war. Nach Beginn der Arbeit war der Auftraggeber mit Peukers Komposition an dieser zentralen Stelle nicht einverstanden. Der Auftrag wurde storniert und Wolfgang Peuker erhielt einen neuen Auftrag für ein Deckengemälde im Bachmuseum. Das unfertige Gemälde Peukers wurde mit Farbe überstrichen und verschalt.

Der Kölner Kunstmäzen Peter Ludwig hat insgesamt 61 Arbeiten von ihm gekauft.[2]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sighard Gille: Ruhelos. Werkverzeichnis der Malerei. Museum der bildenden Künste Leipzig. E. A. Seemann Verlag und Autoren, Leipzig 2016, ISBN 978-3-86502-377-3.
  • Sighard Gille: Auswildern. Hrsg. Ferdinand Ulrich. Verlag Faber & Faber, Leipzig 2001, ISBN 3-932545-62-1.
  • Michael Hametner: Einkreisen. 15 Gespräche – ein Porträt des Malers Sighard Gille. Mitteldeutscher Verlag 2014, ISBN 978-3-95462-226-9.
  • Miguel de Cervantes Saavedra: Leben und Taten des scharfsinnigen Edlen Don Quixote von la Mancha. Übersetzung von Ludwig Tieck. Mit farbigen Zeichnungen von Sighard Gille. Verlag Faber & Faber, Leipzig 2004, ISBN 3-936618-27-5.
  • Daniel Kehlmann: Beerholms Vorstellung. Mit zwölf farbigen Vignetten und vier Original-Lithografien von Sighard Gille. Verlag Faber & Faber, Leipzig 2008, ISBN 978-3-86730-064-3.
  • Ralph Grüneberger: Liebe Freiheit Mann & Frau. Ein Lesebuch. Mit 23 Grafiken (Radierung, Ätzung, Kaltnadel, Lithografie) sowie einer Original-Lithografie von Sighard Gille. Projekte Verlag Halle/Saale 2012; ISBN 978-3-95486-254-2
  • Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik; Poesiealbum neu, Heft 2/2008: „Texte gegen Intoleranz“; Titelbild Sighard Gille
  • Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik; Poesiealbum neu, Heft 1/2021: "Fahren & Gefahren"; Titelbild: Sighard Gille

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leipziger Kunstorte: Gesang vom Leben
  2. Michael Hametner: Im Farbrausch, der Freitag Nr. 7. vom 18. Februar 2021, S. 19
  3. 10 Jahre. In: Galerie Hotel. Abgerufen am 13. Februar 2021.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]