Sigleß

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Sigleß
Wappen Österreichkarte
Wappen von Sigleß
Sigleß (Österreich)
Sigleß
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Mattersburg
Kfz-Kennzeichen: MA
Fläche: 10,16 km²
Koordinaten: 47° 47′ N, 16° 24′ OKoordinaten: 47° 46′ 39″ N, 16° 23′ 44″ O
Höhe: 207 m ü. A.
Einwohner: 1.190 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 117 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7032
Vorwahl: 02626
Gemeindekennziffer: 1 06 14
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Sigleß
7032 Sigleß
Website: www.sigless.at
Politik
Bürgermeister: Josef Kutrovatz (SPÖ)
Gemeinderat: (2017)
(19 Mitglieder)
12
5
12 
Insgesamt 17 Sitze
Lage der Gemeinde Sigleß im Bezirk Mattersburg
AntauBad SauerbrunnBaumgartenDraßburgForchtensteinHirmKrensdorfLoipersbachMarzMattersburgNeudörflPöttelsdorfPöttschingRohrbach bei MattersburgSchattendorfSieggrabenSigleßWiesenZemendorf-StötteraBurgenlandLage der Gemeinde Sigleß im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Sigleß ist eine Gemeinde im Bezirk Mattersburg im Burgenland in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Siklós, der kroatische Ortsname ist Cikleš. Das Gemeindegebiet befindet sich im Naturpark Rosalia-Kogelberg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Ebene zwischen Rosalien- und Leithagebirge und wird vom Edlesbach durchflossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie zahlreiche Fundstellen der Gegend nachweisen, war das Gemeindegebiet von Sigleß schon in der Jungsteinzeit besiedelt.

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später im Römischen Reich war das Gebiet Teil der Provinz Pannonia.

In der Römerzeit führte eine Straße, welche die damaligen Römersiedelungen „Scar(a)bantia“ (Ödenburg) und „Aquae“ (Baden) miteinander verband, in der Nähe von Sigleß vorbei. Bei Ausgrabungen im Jahr 2008 wurden römische Urnengräber aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. entdeckt. 2009 wurden neben einem römischen Brandgräberfeld auch spätawarisch-frühkarolingische Funde gemacht.[1]

Aus der Zeit der Awaren im 8. und 9. Jahrhundert n. Chr. liegen im Kloaschitzwald außerhalb der Ortschaft zahlreiche Hügelgräber. Seit August 2007 finden dort regelmäßig Ausgrabungen statt. Dabei wurden Gräber einer Nekropole des ausgehenden 8. und beginnenden 9. Jahrhunderts n. Chr., aber auch die Fundamente eines römischen Grabbaues gefunden.[2][3]

Sigleß (links unten) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Der Ortsname Sigless wird erstmals 1325 in der Schreibweise „Sykels“ urkundlich erwähnt. Nach einer heute im Ungarischen Staatsarchiv Budapest aufliegenden Urkunde überreichte der Sohn des Grafen Simon von Mattersdorf-Forchtenstein, Magister Paul, seiner aus Österreich stammenden Braut Elisabeth von Pottendorf die Ansiedlung Sigleß als „Hochzeitsgeschenk“. 1346 wurde Sigleß der Grafschaft Forchtenstein eingegliedert, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in den Besitz des Fürsten Nikolaus Esterházy wechselte.

Wie in vielen anderen Orten des Burgenlandes wurden auch in Sigless im 16. Jahrhundert kroatische Kolonisten angesiedelt, wobei sich die Anteile der Deutschen und der Kroaten - ähnlich wie in den Orten Antau (Otava), Kittsee (Gijeca) und Stegersbach (Santalek) - in der Vergangenheit stets in der Waage hielten. Seit der Zwischenkriegszeit nimmt der Anteil der Kroaten stetig ab, sodass heute nur noch wenige Einwohner zur Volksgruppe der Burgenlandkroaten gezählt werden können (Anteil der Kroaten an der Gesamtbevölkerung - 1910: 36,7 %, 1934: 29,9 %, 1971: 13,2 %, 2001: 3,0 %).

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname „Siklós“ verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (→ Geschichte des Burgenlandes).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1971 wurde im Zuge der Gemeindezusammenlegungen die vordem eigenständige Gemeinde Krensdorf mit der Gemeinde Sigleß zusammengelegt. Was anfangs recht gut zu funktionieren schien, warf im Lauf der Zeit immer größer werdende Probleme auf, sodass die beiden Gemeinden 1998 wieder getrennt wurden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2017
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
71,46
(+10,28)
28,54
(-3,55)
n. k.
(-6,73)

Gemeindeamt Sigleß

Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Einwohnerzahl insgesamt 19 Mitglieder.

Ergebnisse der Gemeinderatswahlen seit 1997
Partei 2017[4] 2012[5] 2007[6] 2002[7] 1997[7]
Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M. Sti. % M.
SPÖ 586 71,46 14 509 61,18 12 508 65,89 13 397 50,00 8 380 51,63 8
ÖVP 234 28,54 5 267 32,09 6 263 34,11 6 225 28,34 4 185 25,14 4
FPÖ nicht kandidiert 56 6,73 1 nicht kandidiert 11 1,39 0 45 6,11 1
UBLA1 nicht kandidiert nicht kandidiert nicht kandidiert 161 20,28 3 126 17,12 2
Wahlberechtigte 1084 1051 1036 976 915
Wahlbeteiligung 81,83 % 84,11 % 80,69 % 87,19 % 88,85 %
A1 Unabhängige Bürgerliste

Gemeindevorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Bürgermeister Josef Kutrovatz (SPÖ) und der Vizebürgermeisterin Ulrike Kitzinger (SPÖ) gehören weiters die geschäftsführenden Gemeinderätinnen Michaela Benczak (ÖVP), Ruth Ehrenböck (SPÖ) und Katrin Knopf (SPÖ) dem Gemeindevorstand an.[8]

Gemeindekassierin ist Franziska Duskanits (SPÖ) und Umweltgemeinderat ist Johann Koglbauer (SPÖ).[9]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Josef Kutrovatz (SPÖ), der 2012 die Nachfolge von Alfred Krenn (SPÖ) angetreten hat. Bei der Bürgermeisterdirektwahl 2017 wurde Kutrovatz mit 73,72 % in seinem Amt bestätigt. Seine Mitbewerberin Michaela Benczak (ÖVP) musste sich mit 26,28 % klar geschlagen geben.[4]

In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Ulrike Kitzinger (SPÖ) zur Vizebürgermeisterin gewählt.[8]

Amtsleiterin ist Doris Wagner.[10]

Chronik der Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

vor der Zusammenlegung
Jahr Jahr Bürgermeister[11]
1918 1919 Benedikt Marchart (RDP)
1919 1923 Johann Schey (CS)
1923 1930 Bonaventura Berloschnik (SDAP)
1930 1933 Alois Steurer (SDAP)
1933 1938 Josef Stargl (CS)
1938 Franz Rauchwarter (NS)
1945 Franz Leimgstädtner (Kommissar)
1945 1946 Moritz Miletich (SPÖ)
1946 1954 Peter Eckhardt (SPÖ)
1954 1958 Max Tschurlovits (SPÖ)
1958 1967 Josef Frankolin (SPÖ)
1967 1969 Josef Tschögl (SPÖ)
1969 1970 Gottfried Kremsner (SPÖ)
Sigleß während Zusammenlegung mit Krensdorf[11]
Jahr Jahr Bürgermeister
1971 1986 Gottfried Kremsner (SPÖ)
1986 1992 Heinz Henecker (SPÖ)
1992 1997 Stefan Radislovich (SPÖ)
nach der Trennung[11]
Jahr Jahr Bürgermeister
1998 Gemeindeverwalter
1998 2002 Stefan Radislovich (SPÖ)
2002 2012 Alfred Krenn (SPÖ)
seit 2012 Josef Kutrovatz (SPÖ)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Sigleß COA.jpg Blasonierung: „In Rot ein aufrechter goldener Löwe, der mit seinen Vorderpranken eine goldene Traube hält.

Das Wappen wurde Sigleß am 19. Mai 1982 vom Amt der burgenländischen Landesregierung verliehen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Römisch-katholische Pfarrkirche
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sigleß

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Felix Tobler: Die Kroaten im Bezirk Mattersburg/Hrvati u matrštofskom kotaru. Verlag BENUA, Großpetersdorf 1995, S 75-89. ISBN 3-85287-001-1.

Bilderbogen von Sigleß[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sigleß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dorothea Talaa, Ingomar Herrmann: Fundbericht. In: Fundberichte aus Österreich. Herausgegeben vom Bundesdenkmalamt. Band 48, Jahrgang 2009. Wien 2010. Seiten 455–456.
  2. Dorothea Talaa, Ingomar Herrmann: Fundbericht. In: Fundberichte aus Österreich. Band 46, Jahrgang 2007. Wien 2008. Seiten 723–724.
  3. Dorothea Talaa: Der Sommer 2013. NGÖ im Einsatz. In: Netzwerk Geschichte Österreich. Jahresschrift 2014. Jahrgang 3. Kirchham bei Vorchdorf 2014. ISBN 978-3-200-03639-0. S. 7.
  4. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Sigleß 2017 (abgerufen am 9. Dezember 2017)
  5. Land Burgenland: Wahlergebnis Sigleß 2012 (abgerufen am 9. Dezember 2017)
  6. Land Burgenland: Wahlergebnis Sigleß 2007 (abgerufen am 9. Dezember 2017)
  7. a b Land Burgenland: Wahlergebnis Sigleß 2002 (abgerufen am 9. Dezember 2017)
  8. a b Gemeinde Sigleß: Gemeinderat (abgerufen am 9. Dezember 2017)
  9. Gemeinde Sigleß: Gemeindenachrichten November 2017 (pdf-Dokumentabgerufen am 9. Dezember 2017)
  10. Gemeinde Sigleß: Gemeindeamt (abgerufen am 9. Dezember 2017)
  11. a b c Atlas Burgenland: Sigleß (abgerufen am 9. Dezember 2017)
  12. Diözese Eisenstadt vom 14. Oktober 2013: 100. Todestag Weihbischof Ernest Kutrovatz (abgerufen am 19. Oktober 2014)
  13. ORF Burgenland vom 19. Oktober 2013: Ernest Kutrovatz: Der vergessene Bischof (abgerufen am 19. Oktober 2014)