Sigmund Theophil Staden

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Sigmund Theophil Staden

Sigmund Theophil Gottlieb Staden (getauft 6. November 1607 in Kulmbach; † begraben 30. Juli 1655 in Nürnberg) war ein deutscher Organist, Komponist, Stadtpfeifer, Maler und Dichter.

Stadens bekanntestes Werk ist die älteste vollständig erhaltene deutsche OperDas Geistliche Waldgedicht oder Freudenspiel, genant Seelewig“ (Nürnberg 1644; Text von Georg Philipp Harsdörffer). Außerdem hatte er die Oberleitung über die vier Musikchöre, die am 25. September 1649 das Friedensmahl anlässlich des Friedensexekutionskongresses im Nürnberger Rathaussaal musikalisch umrahmten. 12 der damals aufgeführten und von Staden komponierten Musikalischen Friedensgesänge sind erhalten geblieben (Musicalische Friedensgesänge, Nürnberg 1651).

Staden war Organist an der Nürnberger St. Lorenz-Kirche und ist wie sein berühmter Vater Johann Staden (1581–1634) auf dem St. Johannisfriedhof bestattet.

Stadens Oper Seelewig[Bearbeiten]

  • Sie ist die erste erhaltene, durchkomponierte deutsche Oper.
  • Titel: Das Geistliche Waldgedicht/ oder/ Freudenspiel/ genant/ SEELEWIG/ Gesangsweis/ auf/ Italianische Art/[1] gesetzet.
  • Die Stimmen der Personen im originaler Wortlaut:

3 Discant oder Oberstimme.

  1. Seelewig. (Nymfen und Schäferinnen)
  2. Sinnigunda.
  3. Herzigild.

2 Alt oder hohe Stimme.

  1. Gwissulda eine Matron.
  2. Künsteling (Schäfer)

2 Tenor oder mittel Stimme.

  1. Ehrenlob (Schäfer)
  2. Reichimuht (Schäfer)

1 Baß oder Grundstimme. Trügewalt/ der Satyrus oder Waltgeist.

Instrument:

3 Geigen.

3 Flöten.

3 Schalmeyen.

1 grobes Horn.

Den Grund dieser Music führet eine Theorba durch und durch (damit ist die Generalbass-Begleitung durch eine Theorbe gemeint).

  • Drei Handlungen, aufgeteilt in "Aufzüge". .
  • Musik: Sie besteht aus instrumentalen Vor- und Zwischenspielen, genannt Symphonia, und Einzelgesängen mit Strophenliedern und gesungen-rezitierenden Passagen sowie mehrstimmige Chören.
  • Handlung: Alle Akteure sind allegorische Gestalten um die Versuchung der (weiblichen) Seele (Seelewig) zwischen Gut und Böse und deren Beständigkeit. Am Schluss erklingt ein „Chor der Engel“ und solistisch „Der Malkunst Beschluss-Gesang an die Zuhörer“.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelanmerkungen[Bearbeiten]

  1. Bezug auf die Monodie seit Jacoppo Peri, und damit die venezianische Gesangskunst Claudio Monteverdis zur Zeit Stadens.

Weblinks[Bearbeiten]