Sigourney Weaver

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Sigourney Weaver (2016)

Sigourney Weaver (* 8. Oktober 1949 als Susan Alexandra Weaver in New York) ist eine US-amerikanische Schauspielerin. Seit ihrem Mitwirken in der Alien-Saga gilt sie als einer der ersten weiblichen Actionstars der internationalen Kinogeschichte.

Weaver war dreimal für einen Oscar nominiert.[1]

Frühes Leben und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weavers Mutter war die in die USA emigrierte britische Schauspielerin Elizabeth Inglis, Weavers Vater Sylvester Laflin Weaver junior war in den 1950er Jahren Präsident der NBC. Ihre Vorfahren väterlicherseits stammten zu großen Teilen aus Neuengland und hatten englische, schottische und niederländische Wurzeln. In ihrer Kindheit las Weaver viel und spielte oft nach, was sie beobachtet und gelesen hatte.[2] Als Jugendliche war es Weaver leid, „Susi“ genannt zu werden[3] und änderte ihren Vornamen nach der Figur Sigourney Howard aus Der große Gatsby in Sigourney. 1972 machte sie an der Stanford University einen Bachelor-Abschluss in Englisch, 1974 beendete sie ihre Ausbildung bei Robert Lewis an der Yale School of Drama der Yale University in New Haven mit dem Master of Fine Arts.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste schauspielerische Erfahrungen sammelte Weaver auf der Theaterbühne. So trat sie seit den 1970er Jahren wiederholt in diversen Bühneninszenierungen ihres Freundes und ehemaligem Mitstudierenden, Christopher Durang, auf; unter anderem 1981 in der Off-Broadway-Aufführung Beyond Therapy. Ihr Filmdebüt gab Weaver 1977 mit einer Kleinstrolle in Woody Allens Film Der Stadtneurotiker. 1979 erhielt sie die Hauptrolle der Ellen Ripley in Ridley Scotts Science-Fiction-Klassiker Alien, womit der bis dahin eher glücklosen Theaterschauspielerin der große Durchbruch gelang. Die Rolle war ursprünglich für einen männlichen Hauptdarsteller konzipiert und dann für eine Frau umgeschrieben worden. Die 1,84 Meter große Weaver begeisterte die Produzenten beim Vorsprechen durch ihre starke Ausstrahlung. Die nächsten zwei Jahre war sie jedoch wieder hauptsächlich am Theater aktiv.[2]

Ab den 1980er Jahren war Weaver dann ausschließlich in Filmproduktionen zu sehen. So spielte sie 1982 an der Seite von Mel Gibson in dem Politthriller Ein Jahr in der Hölle. 1984 spielte sie neben Bill Murray und Dan Aykroyd die weibliche Hauptrolle der Dana Barrett in der Gruselkomödie Ghostbusters – Die Geisterjäger, die bis heute als Kultfilm gilt. Diese Rolle wiederholte sie 1989 auch im zweiten Teil. 1986 stand sie erneut als Ellen Ripley vor der Kamera, diesmal unter der Regie von James Cameron in Aliens – Die Rückkehr, was ihr eine Oscar-Nominierung bescherte. 1989 war sie zweimal für den Oscar nominiert: Einmal für die Hauptrolle der Dian Fossey in Michael Apteds Gorillas im Nebel, das andere Mal für die Rolle der Karrierefrau Katherine Parker in der Screwball-Komödie Die Waffen der Frauen.[3]

Weaver mit ihrem Vater Pat Weaver bei der Oscarverleihung 1989

Nach der Geburt ihrer Tochter machte Weaver Anfang der 1990er Jahre eine zweijährige berufliche Pause. 1992 übernahm sie anschließend erneut ihre Paraderolle als Ellen Ripley in David Finchers Fortsetzung der Alien-Reihe, Alien 3. Im selben Jahr arbeitete sie erneut mit Ridley Scott zusammen und übernahm den Part der spanischen Königin Isabella in dessen Historienfilm 1492 – Die Eroberung des Paradieses. In den nachfolgenden Jahren übernahm Weaver diverse Hauptrollen in den Filmen Dave (1993), Der Tod und das Mädchen (1994) und Copykill (1995). 1997 spielte sie erneut die Rolle der Ellen Ripley in Alien – Die Wiedergeburt, dem vierten Film der Alien-Reihe. 1998 gewann sie für ihre Darstellung der mondänen Janey[4] in Ang Lees Filmdrama Der Eissturm den BAFTA-Award als Beste Nebendarstellerin und erhielt außerdem eine Golden-Globe-Award-Nominierung in derselben Kategorie.[5] Eine zweite Golden-Globe-Award-Nominierung erhielt sie 1999 für ihre Hauptrolle in Unschuldig verfolgt.

Nach der Jahrtausendwende übernahm Weaver diverse Haupt- und Nebenrollen in verschiedenen Filmen wie Heartbreakers – Achtung: Scharfe Kurven! (2001), Das Geheimnis von Green Lake (2003) und The Village – Das Dorf (2004). In Snow Cake spielte sie 2005 die Rolle einer Autistin, deren Tochter bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. In dem Fernsehfilm Prayers for Bobby, der auf einer wahren Begebenheit basiert, spielte sie eine Homosexuellenaktivistin, deren Sohn sich wegen seiner sexuellen Neigung das Leben nimmt. Für diese Rolle erhielt sie 2009 eine Emmy-Nominierung. 2009 arbeitete sie erneut mit James Cameron zusammen und stand in dessen Science-Fiction-Epos Avatar als Dr. Grace Augustine vor der Kamera. Der aufwändig inszenierte Film galt mehrere Jahre lang als kommerziell erfolgreichstes Filmprojekt der Geschichte.

Daneben war Weaver Sprecherin in dem 2008 erschienenen Animationsfilm WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf sowie in dem 2009 erschienenen Dokumentarfilm The Acid Test des Natural Resources Defense Council zum Thema Versauerung der Meere.[6] Ab den 2010er Jahren trat Weaver als Hauptdarstellerin allmählich in den Hintergrund und übernahm vorwiegend Nebenrollen in Filmprojekten verschiedener Genres wie Paul – Ein Alien auf der Flucht (2011), The Cold Light of Day (2012), Exodus: Götter und Könige (2014) und Chappie (2015). 2016 hatte sie im Remake des Films Ghostbusters einen kurzen Gastauftritt. 2017 übernahm sie die Rolle der Antagonistin in der Miniserie Marvel’s The Defenders, welche im Marvel Cinematic Universe angesiedelt ist.

Bereits 2011 wurde von offizieller Seite bestätigt, dass Weaver in James Camerons geplantem Avatar 2 in einer noch nicht konkretisierten Rolle erneut mitwirken wird.[7] Außerdem wurde 2019 ihre Rückkehr als Dana Barrett in dem für 2021 geplanten Reboot Ghostbusters: Legacy bekannt gegeben.[8]

Privatleben und Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sigourney Weaver bei der Oscarverleihung 2010

Seit 1984 ist Weaver mit dem Regisseur Jim Simpson verheiratet. Im April 1990 wurde die gemeinsame Tochter Charlotte Simpson geboren,[9] die 2002 in dem Film The Guys von Jim Simpson auch ihre Tochter spielte.[10]

Seit ihrer Rolle in Gorillas im Nebel ist Weaver eine aktive Unterstützerin der von Dian Fossey gegründeten Organisation Digit Fund, welche sich für den Artenschutz von Berggorillas einsetzt. Sensibilisiert bezüglich der zunehmenden Versauerung der Meere durch ihr Mitwirken in der Doku The Acid Test (2009), sprach Weaver im April 2012 außerdem in einer Anhörung des US-Senats zu diesem Thema und drängte auf eine Änderung der Klimaschutzgesetze.[11] Auch in ihrem Blog bei der Huffington Post schrieb sie zum Thema Klimawandel und Umweltschutz.[12]

Synchronstimme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1994 war Hallgerd Bruckhaus ihre deutsche Standardsynchronstimme, seitdem wird sie von Karin Buchholz gesprochen.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oscarverleihung

Golden Globe Awards

  • 1987: Nominierung als beste Hauptdarstellerin in einem Drama (Aliens – Die Rückkehr)
  • 1989: Golden Globe als beste Hauptdarstellerin in einem Drama (Gorillas im Nebel)
  • 1989: Golden Globe als beste Nebendarstellerin (Die Waffen der Frauen)
  • 1998: Nominierung als beste Nebendarstellerin (Der Eissturm)
  • 2000: Nominierung als beste Hauptdarstellerin in einem Drama (Unschuldig verfolgt)
  • 2010: Nominierung als beste Hauptdarstellerin (Prayers for Bobby)
  • 2013: Nominierung als beste Hauptdarstellerin in einer Fernsehserie (Political Animals)

Saturn Awards

BAFTA Awards

  • 1980: Nominierung als beste Hauptdarstellerin (Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt)
  • 1990: Nominierung als beste Nebendarstellerin (Die Waffen der Frauen)
  • 1998: BAFTA-Award als beste Nebendarstellerin (Der Eissturm)

Emmy

  • 1998: Nominierung als beste Hauptdarstellerin (Schneewittchen)
  • 2009: Nominierung als beste Hauptdarstellerin (Prayers for Bobby)
  • 2010: Best Heroine – Scream Awards 2010

Die Goldene Kamera

  • 2013: Beste Schauspielerin international

Jupiter

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean Carrière: Sigourney Weaver, portrait et itinéraire d’une femme accomplie. Paris (La Martinière) 1994.
  • T. D. Maguffee: Sigourney Weaver, Ihre Filme – ihr Leben. Heyne, München 1994, ISBN 3-453-07317-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sigourney Weaver – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heldin ohne Verfallsdatum auf vanityfair.de (archiviert)
  2. a b Berliner Zeitung: Sigourney Weavers Karriere startete mit einer Rolle, für die Paul Newman vorgesehen war: Die erste Actionheldin. In: Berliner Zeitung. 29. November 1997, abgerufen am 29. November 2020.
  3. a b Andreas Busche: Mehr als nur die Alienkillerin. In: Der Tagesspiegel. 8. Oktober 2019, abgerufen am 29. November 2020.
  4. Cristina Moles Kaupp: „Der Eissturm“: Amerika festgefroren am Wendepunkt. In: Der Spiegel. 15. Dezember 1997, abgerufen am 29. November 2020.
  5. BAFTA Awards Search. In: BAFTA Awards. Abgerufen am 29. November 2020 (englisch).
  6. Amber Jenkins: The acid test. Auf: climate.nasa.gov, 4. Oktober 2009, abgerufen am 19. Mai 2014
  7. BBC News – Sigourney Weaver Avatar 2 role confirmed. In: BBC News, 18. September 2011, abgerufen am 30. Dezember 2020. 
  8. Rebecca Rubin: 'Ghostbusters' Sequel Moves to Summer 2021. In: Variety. 21. Oktober 2020, abgerufen am 30. Dezember 2020.
  9. sigourneyweaver.org
  10. Charlotte Simpson bei der Internet Movie Database IMDB
  11. Frederic J. Frommer: Sigourney Weaver urges action to protect oceans. In: The Boston Globe vom 22. April 2010, abgerufen am 19. Mai 2014
  12. Blog Entries by Sigourney Weaver. In: The Huffington Post, abgerufen am 19. Mai 2014
  13. Donostia Award, IMDb, abgerufen 25. September 2016