Sigrdrífomál

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Sigrdrífomál (altnordisch für „Sigrdrífas Rede(n)“) ist ein Heldenlied der Liederedda im Codex Regius. Das Sigrdrífomál erzählt zusammen mit dem Fáfnismál und dem Reginsmál von den Jugendtaten des Helden Sigurðr.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Sigurðr den Drachen Fáfnir erschlagen hat, reitet er los, um die Walküre Sigrdrífa zu finden. Auf einem Berg sieht er ein grosses Feuer und findet dort einen schlafenden Mann in Rüstung umgeben von einer Schildburg. Sigurðr nimmt dem Schlafenden den Helm vom Kopf und erkennt, dass es eine Frau ist. Als er sie aus ihrer Brünne geschnitten hat, erwacht sie und gibt Sigurðr einen Erinnerungstrank. Er erkennt Sigrdrífa und sie erzählt ihm, dass Óðinn in einer Schlacht zwischen den Königen Hjalmgunnar und Agnarr den ersteren zum Sieg auserwählt hatte. Sigrdrífa war jedoch nicht damit einverstanden und tötete selbst Hjalmgunnar. Óðinn bestrafte sie dafür, indem er sie mit einem Schlafdorn stach und sie dazu verfluchte, nie wieder kämpfen zu dürfen und sich vermählen zu müssen. Sigurðr bittet die Walküre, ein Teil ihrer Weisheit mit ihm zu teilen. So unterrichtet sie ihn in der Runenkunde und in der Sittenlehre.[1]

Deutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weder das Alter noch der Ursprung des Motivs der Erlösung einer Jungfrau aus einem Schlafzauber können genau bestimmt werden. Am auffälligsten sind wohl die Parallelen zum Märchen von Dornröschen. Ob es sich beim Sigrdrífomál nun um eine ältere Vorlage oder eine andere, mythischere Version des Märchens handelt, es stellt auf jeden Fall eine eigentümliche, vielleicht sogar spezifisch nordische Bearbeitung dar. Bezüglich der Nibelungensage wurde Sigrdrífa meist mit Brynhild gleichgesetzt.[1]

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Textausgaben
Übersetzungen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Das Sugrdrifalied. In: Arnulf Krause (Hrsg.): Die Heldenlieder der Älteren Edda. Übersetzt, kommentiert und herausgegeben von Arnulf Krause. Philipp Reclam jun., Stuttgart 2001, S. 115–126.