Sigrid Maurer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Sigrid Maurer auf der re:publica 2019

Sigrid Maurer (Sigrid V. „Sigi“ Maurer; * 19. März 1985 in Rum, Tirol) ist eine ehemalige österreichische Politikerin und ehemalige Studentenvertreterin (GRAS). Von 2013 bis 2017 war sie Abgeordnete zum Nationalrat für die Grünen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maurer studierte Musikwissenschaft und Politikwissenschaft an der Universität Innsbruck (2004–2009), jedoch ohne Abschluss.[1] Seit 2011 studiert sie Soziologie an der Universität Wien, hat einen Bachelorabschluss und absolviert derzeit ihr Masterstudium.[2]

Seit 2005 engagierte Maurer sich in der Österreichischen Hochschülerschaft und wurde Mitglied der Grünen & Alternativen Student_innen (GRAS).[3] Von Juli 2009 bis Juni 2011 war sie ÖH-Vorsitzende.

Nachdem Maurer am 22. Dezember 2010 während der Debatte über das Budget 2011 von der Besuchergalerie aus Flugzettel in den Plenarsaal des Nationalrates geworfen und Parolen skandiert hatte, wurde ihr ein Hausverbot in der Dauer von 18 Monaten für das österreichische Parlament erteilt.[4]

Im November 2012 gab Sigrid Maurer bekannt, für Die Grünen bei der Nationalratswahl 2013 kandidieren zu wollen.[5] Beim grünen Bundeskongress wurde sie auf den sechsten Platz der Bundesliste gewählt.[6] Von Oktober 2013 bis November 2017 war sie Abgeordnete zum Nationalrat.

Im Mai 2018 erhielt Maurer von einem Computer einer Getränkehandlung in Wien über den Facebook-Account des Ladeninhabers obszöne Nachrichten. Maurer machte diese Nachrichten öffentlich, beschuldigte den Geschäftsinhaber, diese Nachrichten geschrieben zu haben, und veröffentlichte dessen Namen und die Adresse des Geschäfts.[7] Der Betreiber des Geschäftes nahm sich Adrian Hollaender als Anwalt und verklagte Sigrid Maurer wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts und Kreditschädigung auf 60.000 Euro. Der Betreiber gab an, die Nachricht nicht selbst verfasst zu haben und dass jeder, der sein Geschäft betrete, als Urheber in Frage käme.[8] Maurer konnte keine Beweise für ihre Anschuldigung vorlegen.[9] Am 9. Oktober 2018 wurde Maurer vom Landesgericht für Strafsachen Wien wegen übler Nachrede schuldig gesprochen und zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro und einer Entschädigung in Höhe von 4000 Euro verurteilt.[10] Am 12. März 2019 hob das Oberlandesgericht Wien dieses Urteil auf. Es begründete dies damit, dass das Landesgericht die Anforderungen an den Wahrheitsbeweis durch Sigrid Maurer überspannt habe. Der Ladeninhaber könne sich demgegenüber nicht allein auf die theoretische Möglichkeit berufen, dass ein Unbekannter seinen Rechner benutzt habe, während er kurzzeitig den Raum verlassen habe. Der Fall muss nun erneut verhandelt werden.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sigrid Maurer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über mich – Kurzbiografie. Auf sigimaurer.at, abgerufen am 12. Oktober 2018
  2. Manfred Rebhandl: „Mich kriegen die nicht klein“ – Grün-Politikerin Sigrid Maurer im großen WIENER-Interview. Am 26. Juni 2018 auf wiener-online.at, abgerufen am 12. Oktober 2018
  3. Hartnäckige Kämpferin: Sigrid Maurer im Porträt. Am 29. Juni 2009 auf diepresse.com, abgerufen am 12. Oktober 2018
  4. ÖH-Chefin hat Hausverbot im Parlament. Am 30. Dezember 2010 auf diepresse.com, abgerufen am 8. September 2013
  5. Ex-ÖH-Vorsitzende kandidiert für den Nationalrat. Am 5. November 2012 auf derstandard.at, abgerufen am 5. November 2012
  6. Iris Bonavida: Glawischnigs Kür und zwei neue Gesichter. 1. Dezember 2012 auf diepresse.com, abgerufen am 12. Oktober 2018
  7. Sigi Maurer on Twitter. In: Twitter. (twitter.com [abgerufen am 29. Oktober 2018]).
  8. Bierladenbetreiber klagt Sigi Maurer nach Belästigungsvorwürfen auf 60.000 Euro. derstandard.at, abgerufen am 28. Juni 2018.
  9. Maurer kündigt Berufung an: "Notfalls gehe ich bis nach Straßburg!" - derStandard.at. Abgerufen am 29. Oktober 2018.
  10. Michaela Reibenwein, Peter Temel: Causa "Craftbeer": Maurer "sehr erschüttert" über Schuldspruch. kurier.at, 9. Oktober 2018, abgerufen am 12. Oktober 2018.
  11. Sigrid Maurer zur „Kommunikatorin des Jahres“ gekürt. Artikel vom 9. Mai 2019, abgerufen am 9. Mai 2019.