Sikarier

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Sikarier („Messerstecher“, „Messerschwinger“, „Dolchträger“; von lateinisch sica = Dolch) waren eine gegen die Römer und ihre Besatzung gerichtete jüdische Gruppe im 1. Jahrhundert.[1] Ihre bevorzugte Waffe war ein Dolch, die sogenannte Sica.

Sie waren ein besonders militanter Arm der Zeloten und verübten insbesondere Dolch-Attentate, woher sich auch der Name herleitet.[2]

Nach einer Hypothese könnte auch Judas Iskariot, einer der Jünger Jesu, ein Anhänger dieser Gruppe gewesen, woher sich sein Beiname „Iskariot“ erkläre. Da die Sikarier Flavius Josephus zufolge erst zu einem Zeitpunkt auftraten, als Jesus und Judas den Evangelien zufolge schon längere Zeit tot waren, gilt dies allerdings als relativ unwahrscheinlich, zumal es andere plausible Erklärungsmöglichkeiten für den Beinamen gibt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Hengel: Die Zeloten. Untersuchungen zur jüdischen Freiheitsbewegung in der Zeit von Herodes I. bis 70 n. Chr. 2. Auflage. Brill, Leiden/Köln 1976, DNB 201102684, S. 47–54.
  2. Christian Düntgen: Die Zeloten. Referat vom 29. Mai 2001 im Seminar von Rainer Riesner, Die Jüdische Umwelt des NT an der Universität Dortmund (PDF; 308 kB)