Sikhanyiso Dlamini

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Sikhanyiso Dlamini

Sikhanyiso Dlamini (* 1. September 1987 in Mbabane[1]), Prinzessin von Swasiland, genannt Pashu, ist die älteste Tochter von König Mswati III. Sie ist das erstgeborene von über 20 Kindern des Königs; ihre Mutter ist eine von Mswatis 15 Frauen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sikhanyiso Dlaminis Mutter Inkhosikati LaMbikiza (geboren als Sibonelo Mngomezulu) ist die dritte Ehefrau Mswatis und die erste, die er selbst auswählte.[2]

Prinzessin Sikhanyiso wurde mit 14 Jahren in das Vereinigte Königreich geschickt, wo sie am St. Edmund’s College unterrichtet wurde.[1] Mit 17 Jahren begann sie am Biblical Institute der Biola University in Kalifornien ein Kommunikationsstudium in den Fächern Sprache und Drama.[1][3] Bis 2012 studierte sie an der Sydney University in Australien und erwarb dort einen Abschluss als Master in „digitaler Kommunikation“.

Prinzessin Sikhanyiso war während der Zeit ihres Auslandsaufenthalts von der Umcwasho genannten Direktive ihres Vaters, dass alle swasiländischen unverheirateten Mädchen und Frauen fünf Jahre lang zwei farbige Halsbänder als Zeichen der Keuschheit zu tragen haben, befreit. Bei ihrer Rückkehr nach Swasiland im Jahr 2001 trug sie die Keuschheitszeichen.[4] Während ihrer Zeit im Ausland trug sie häufig Jeans oder Miniröcke, Kleidung, die bei Frauen in Swasiland als unschicklich gilt.[5] Kurz vor dem Umhlanga (auch Schilftanz, Reed Dance Festival) im Jahr 2005 nahm sie in der Residenz ihrer Mutter an einer Party teil, auf der Alkohol getrunken und laute Musik gespielt wurde. Dafür wurde sie mit einem Stockhieb bestraft.[6] Sie kritisierte 2006 in einem Interview das System der Polygamie und damit indirekt ihren Vater. Polygamie verschaffe nur den Männern Vorteile und sei somit unfair und böse. Als Reaktion darauf wurde der Prinzessin verboten, mit den Medien zu sprechen.[7]

Dlamini ist unter dem Namen Pashu als Schauspielerin, Sängerin und Rapperin aktiv.[8] Sie tritt gelegentlich öffentlich auf. So sang sie eine Hymne auf ihren Vater im Popmusik-Stil.[9] In dem 2008 gedrehten Dokumentarfilm Without the King, in dem die Kluft zwischen dem Reichtum der Königsfamilie und der verarmten, von der AIDS-Krise betroffenen Bevölkerung porträtiert wurde, spielt sie neben ihrem Vater eine wichtige Rolle.[10][11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sikhanyiso Dlamini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Biografie auf der Website Dlaminis (Archivversion von 2011) (Memento vom 21. August 2011 im Internet Archive)
  2. The queens of Swaziland. thisisafrica.me (englisch), abgerufen am 21. Oktober 2015
  3. British blue blood top 'Hottest Royal' list
  4. Swazi princess dons chastity tassel. news.bbc.co.uk vom 17. Dezember 2001 (englisch), abgerufen am 20. Oktober 2015
  5. Swazi women fear losing their trousers. news.bbc.co.uk (englisch), abgerufen am 20. Oktober 2015
  6. Boozing princess gets spanked. news24.com vom 30. August 2005 (englisch)
  7. The princess’s polygamy slur. (Memento vom 4. Dezember 2008 im Internet Archive) Mail & Guardian vom 1. September 2006 (englisch)
  8. Pashu bei reverbnation.com (englisch), abgerufen am 19. Oktober 2015
  9. Hail the Majesty. youtube.com (Video)
  10. Without the King bei variety.com (englisch), abgerufen am 20. Oktober 2015
  11. An Extravagant Ruler of a Modest Kingdom. New York Times vom 25. April 2008 (englisch), abgerufen am 20. Oktober 2015