Silberacetat

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Strukturformel
Strukturformel von Silberacetat
Allgemeines
Name Silberacetat
Andere Namen
  • Silber(I)-acetat
  • Essigsäure Silbersalz
Summenformel C2H3AgO2
CAS-Nummer 563-63-3
PubChem 11246
Kurzbeschreibung

beiger Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 166,91 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,259 g·cm−3[1]

Löslichkeit

wenig löslich in Wasser (10,2 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335​‐​400
P: 261​‐​273​‐​305+351+338 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][3]
Reizend Umweltgefährlich
Reizend Umwelt-
gefährlich
(Xi) (N)
R- und S-Sätze R: 37/38​‐​41​‐​50
S: 26​‐​39​‐​61
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Silberacetat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Acetate.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Silberacetat kann durch Reaktion von Essigsäure mit Silbercarbonat bei 45-60 °C gewonnen werden.[4]

\mathrm{C_2H_4O_2 + Ag_2CO_3 \longrightarrow C_2H_3AgO_2}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Silberacetat ist ein beiger Feststoff, welcher wenig löslich in Wasser und extrem lichtempfindlich ist.[1] Mit Alkyliodiden reagiert es zu Acetatestern, wie schon im 19. Jahrhundert der deutsche Chemiker Eduard Linnemann bewies.[5]

Verwendung[Bearbeiten]

Silberacetat erzeugt in Verbindung mit Zigaretten und Tabakrauch einen unangenehmen metallischen Geschmack. Deshalb wurde versucht, die Verbindung in Form von Kaugummis oder Mundsprays zur Entwöhnung vom Rauchen einzusetzen. In Studien wurde jedoch keine signifikante Wirkung festgestellt und zusätzlich gefunden, dass eine Aufnahme von mehr als 750 mg zu Vergiftungserscheinungen führen kann.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Eintrag zu CAS-Nr. 563-63-3 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 15. Januar 2012 (JavaScript erforderlich).
  2. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  3. Datenblatt Silberacetat bei Merck, abgerufen am 15. Januar 2012.
  4. V. Logvinenko, Polunina, O.; Mikhailov, Yu; Mikhailov, K.; Bokhonov, B.: Study of Thermal Decomposition of Silver Acetate. In: Journal of Thermal Analysis and Calorimetry. 90, Nr. 3, 2007, S. 813–816.
  5.  Rudolf Werner Soukup: Die wissenschaftliche Welt von gestern - die Preisträger des Ignaz L.-Lieben-Preises. Böhlau, 2004, ISBN 978-3205773030 (Seite 37 in der Google-Buchsuche).
  6. Knut-Olaf Haustein, David Groneberg: Tabakabhängigkeit. Springer, 2008, ISBN 978-3-5407-3308-9, S. 541 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).