Silberbergtunnel

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Silberbergtunnel
Silberbergtunnel
Ostportal des Silberbergtunnels
Ort Bad Neuenahr-Ahrweiler
Länge 660 m
Anzahl der Röhren 1
Karte
5tunnelmarp.png
Silberbergtunnel (rechts oben) im südlichen Teil des Strategischern Bahndamms
Lage
Silberbergtunnel (Rheinland-Pfalz)
Red pog.svg
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Koordinaten
Ostportal 50° 32′ 42″ N, 7° 5′ 22″ O
Westportal 50° 32′ 31″ N, 7° 4′ 54″ O

Der Silberbergtunnel ist ein etwa 660 Meter langer Tunnel durch den Silberberg bei Bad Neuenahr-Ahrweiler. Heute erinnert die Tunnel-Gedenkstätte am ehemaligen Ostportal an den Schutz, den das Bauwerk im Zweiten Weltkrieg 2.500 Menschen bot.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tunnel wurde für die ab 1910 erbaute Eisenbahnstrecke des Strategischen Bahndamms angelegt, wegen eines Baustopps 1923 wurde er jedoch nie mit Gleisen versehen.[1] Westlich des Bauwerks schließt sich der Kuxbergtunnel an, östlich sollte das Weinbaugebiet der Ahr mit dem Adenbachviadukt überspannt werden, von dem nur die Pfeiler errichtet worden sind.

Nach dem Baustopp stand der Tunnel leer, Mitte der 1930er Jahre wurde eine Champignonzucht eingerichtet, um den Import des Edelpilzes aus Frankreich zu verringern. Hierfür wurde unter Leitung des Ahrweiler Bürgermeisters Eiden die Ahr-Edel-Pilzzucht-GmbH gegründet.[1]

In den letzten Kriegsjahren suchten die Bewohner von Ahrweiler Schutz vor Bombenangriffen und zimmerten provisorische hölzerne Behausungen, „Büdchen“ genannt, in den Tunnel. Es entstand eine „Stadt im Berg“, die zwischenzeitlich 2.500 Personen Schutz bot.[2] In der Mitte des Tunnels wurde die Adolf-Hitler-Allee freigehalten, um den Verkehr mittels Fahrrädern zu ermöglichen, alle Häuser waren mit Hausnummern markiert. In den engen Hütten gab es Läuse und Flöhe, doch die Bevölkerung bevorzugte das Leben im Tunnel gegenüber der Gefahr durch Luftangriffe.[3] Trotzdem starben 86 Menschen bei den Bombenangriffen auf die Altstadt von Ahrweiler am 29. Januar 1945.[4] In den ungenutzten Tunneln des strategischen Bahndamms wurden im Rahmen der U-Verlagerung Rüstungsgüter hergestellt, wozu auch Zwangsarbeiter eingesetzt wurden.[3] Von den Produktionsanlagen ausgehend wurde eine notdürftige elektrische Versorgung für die Tunnelstadt aufgebaut.

Tunnel-Gedenkstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Juli 2004 wurde ein kleines Freilichtmuseum als Gedenkstätte am ehemaligen Ostportal durch den Heimatverein Alt-Ahrweiler eröffnet.[1][5] Sie ist über den Rotweinwanderweg erreichbar. In unmittelbarer Nähe des gesprengten Westportals befindet sich heute der Eingang zum Museum im Regierungsbunker.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mathilde Husten: Die Stadt im Berg : ein Roman. ARE-Verl., Bad Neuenahr-Ahrweiler, ISBN 3-9802508-7-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Die Tunnel-Gedenkstätte, abgerufen am 14. Mai 2012
  2. Die Stadt im Berg, abgerufen am 14. Mai 2012
  3. a b Die Stadt im Berg mahnt zum Frieden. In: General-Anzeiger, 4. März 2005. Abgerufen am 14. Mai 2012
  4. Erinnerung an schwärzesten Tag Ahrweilers. In: General-Anzeiger, 28. Januar 2012
  5. Tunnel-Bunker wurde zur Gedenkstätte. In: Heimatjahrbucharchiv des Kreises Ahrweiler. Abgerufen am 14. Mai 2012