Silbergroschen

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Silbergroschen (Abk. Sgr) hieß der in Preußen zwischen 1821 und 1873 geprägte Groschen, von dem 30 Stück à 12 Pfenni(n)g auf einen Taler im 14-Talerfuß gesetzlich festgelegt wurden. Vorher war der preußische Reichstaler in 24 Gute Groschen à 12 Pfennig unterteilt.

Man konnte sich 1820/21 in Preußen nicht durchringen, den Silbergroschen in 10 Pfennige zu unterteilen, obwohl 1812 schon Probemünzen zu 1, 2, 3 und 5 Pfennig sowie zu 1 Zehner hergestellt wurden, und von denen 10 Pfennig auf den Groschen (hier Zehner genannt) oder 300 Pfennig auf den Taler gingen.

Als dann Sachsen beim Abschluss der Dresdner Münzkonvention im Jahre 1838 den Übertritt vom Conventionstalerfuß zum preußischen 14-Talerfuß vollzog, führte es den Neu-Groschen (Ngr) à 10 Neu-Pfennig ein.

Fortan galt u. a. bis 1873

In Preußen: 1 Taler = 30 Silbergroschen = 360 Pfenni(n)g und

in Sachsen: 1 Taler = 30 Neu-Groschen = 300 Neu-Pfennig.

Sgr und Ngr waren Scheidemünzen in einer Kupfer-Silber-Legierung (Billon) mit unter 50 % Silberanteil.


Prägung im Königreich Preußen

Gemäß „Gesetz über die Münzverfassung in den preußischen Staaten“ vom 30. September 1821 wurden die Silbergroschen als Scheidemünzen im 16-Taler-Münzfuß aus der feinen preußischen Mark mit 233,8555 g Feinsilber ausgeprägt und nach der Einführung des Zollpfundes als Münzgewicht im Jahr 1857 im 34½-Taler-Münzfuß auf Grundlage von § 8 „Gesetz über das Münzwesen vom 4. Mai 1857“ gemäß Artikel 14 des Wiener Münzvertrages vom 24. Januar 1857 und der „Verordnung, betreffend die Form und das Gepräge der Münzsorten, welche in Gemäßheit dieses Gesetzes ausgeprägt werden“ vom 21. Juni 1858.[1].[2]

Die Änderung des Münzfußes führte zu geringfügigen Abweichungen im Feingewicht der Silbergroschen:[3]

Nominal Münzgesetz Prägezeitraum Gewicht Feingehalt Feingewicht
2 ½ Silbergroschen 30. September 1821 1842-1856 3,248 g 375,00‰ 1,218 g
2 ½ Silbergroschen 4. Mai 1857 1857-1873 3,221 g 375,00‰ 1,208 g
1 Silbergroschen 30. September 1821 1821-1856 2,192 g 222,22‰ 0,487 g
1 Silbergroschen 4. Mai 1857 1857-1873 2,196 g 220,00‰ 0,483 g
½ Silbergroschen 30. September 1821 1821-1856 1,096 g 222,22‰ 0,244 g
½ Silbergroschen 4. Mai 1857 1858-1872 1,098 g 220,00‰ 0,242 g
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2½ Silbergroschen Königreich Preußen
1/12 Vereinstaler = 30 Pfenninge Wilhelm König von Preußen (1861-1888)
Vs. Barhäuptiges Kopfbild des Königs mit Oberlippen- oder Backenbart im Biedermeierstiel nach rechts, Name und Titel als Umschrift, von links beginnend in deutscher Kapitalschrift, nach innen gekehrt: WILHELM KOENIG VON PREUSSEN
Rs. Wertbezeichnung und Name des Stückes als Inschrift in drei Zeilen: 2½ SILBER GROSCHEN, darunter Prägejahr und unten Münzstättenzeichen als kleiner Buchstabe, jeweils in deutscher Kapitalschrift alter Name des Stückes als Umschrift im oberen Teil umlaufend, von links beginnend, nach innen gekehrt: 12 EINEN THALER und im unteren Teil umlaufend von links beginnend, nach außen gekehrt SCHEIDE MÜNZE
Rand beidseitig Randstäbchen mit anliegendem Perlkreis, Kante glatt oder lückenhaft, feinst gerillt
Scheidemünze im 34½-Taler-Münzfuß ausgeprägt, 414 Stück aus dem Zollpfund Feinsilber in Ringprägung
Werkstoff Billon 6 Lot = 375‰ Silber und 625‰ Kupfer, Feingewicht: 1,208 g Raugewicht: 3,221 g
Prägung Münzstätten A = Berlin 1861-1873, C = Frankfurt am Main 1867-1873, B = Hannover 1868-1873
Gesamtauflage 19.823.451 Stück in allen Münzstätten[4]
Außerkurssetzung am 1. Juni 1876 zum Wert von 25 Pfennige Reichswährung[5]
Jahr Münzstätte Auflage Gewicht Durchm. Dicke
1872 B = Hannover 1.283.670 Stück 3,10 g 21,12 mm 1,18 mm
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1 Silbergroschen Königreich Preußen
1/30 Vereinstaler = 12 Pfenninge Wilhelm König von Preußen (1861-1888)
Vs. Barhäuptiges Kopfbild des Königs mit Oberlippen- oder Backenbart im Biedermeierstiel nach rechts, Name und Titel als Umschrift, von links beginnend in deutscher Kapitalschrift, nach innen gekehrt: WILHELM KOENIG VON PREUSSEN
Rs. Wertbezeichnung und Name des Stückes als Inschrift in drei Zeilen: 1 SILBER GROSCHEN, darunter Prägejahr und unten Münzstättenzeichen als kleiner Buchstabe, jeweils in deutscher Kapitalschrift alter Name des Stückes als Umschrift im oberen Teil umlaufend, von links beginnend, nach innen gekehrt: 30 EINEN THALER und im unteren Teil umlaufend von links beginnend, nach außen gekehrt SCHEIDE MÜNZE
Rand beidseitig Randstäbchen mit anliegendem Perlkreis, Kante glatt oder lückenhaft, feinst gerillt
Scheidemünze im 34½-Taler-Münzfuß ausgeprägt, 1.035 Stück aus dem Zollpfund Feinsilber in Ringprägung
Werkstoff Billon 220‰ Silber und 780‰ Kupfer, Feingewicht: 0,483 g Raugewicht: 2,196 g
Prägung Münzstätten A = Berlin 1861-1873, C = Frankfurt am Main 1867-1873, B = Hannover 1866-1873
Gesamtauflage 17.737.927 Stück 1861-1866, 1867-1873 im Wert von 1.346.601 Taler mit ½ Silbergroschen [4]
Außerkurssetzung am 1. Juni 1876 zum Wert von 10 Pfennige Reichswährung[5]
Jahr Münzstätte Auflage Gewicht Durchm. Dicke
1861 A = Berlin 1.963.502 Stück 2,21 g 18,44 mm 1,18 mm
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Silbergroschen-0,5-1872-C-rv.JPG
½ Silbergroschen Königreich Preußen
1/60 Vereinstaler = 6 Pfenninge Wilhelm König von Preußen (1861-1888)
Vs. Barhäuptiges Kopfbild des Königs mit Oberlippen- oder Backenbart im Biedermeierstiel nach rechts, Name und Titel als Umschrift, von links beginnend in deutscher Kapitalschrift, nach innen gekehrt: WILHELM KOENIG VON PREUSSEN
Rs. Wertbezeichnung und Name des Stückes als Inschrift in drei Zeilen: ½ SILBER GROSCHEN, darunter Prägejahr und unten Münzstättenzeichen als kleiner Buchstabe, Umschrift oben und unten durch zwei Trennpunkte am Rand getrennt, jeweils in deutscher Kapitalschrift alter Name des Stückes im oberen Teil umlaufend, von links beginnend, nach innen gekehrt: 60 EINEN THALER und im unteren Teil umlaufend von links beginnend, nach außen gekehrt SCHEIDE MÜNZE
Rand beidseitig Randstäbchen mit anliegendem Perlkreis, Kante glatt oder lückenhaft, feinst gerillt
Scheidemünze im 34½-Taler-Münzfuß ausgeprägt, 2.070 Stück aus dem Zollpfund Feinsilber in Ringprägung
Werkstoff Billon 220‰ Silber und 780‰ Kupfer, Feingewicht: 0,242 g Raugewicht: 1,098 g
Prägung Münzstätten A = Berlin 1861-1872, C = Frankfurt am Main 1867, 1868, 1872, B = Hannover 1866-1873
Gesamtauflage 3.464.240 Stück 1861-1866, 1867-1873 im Wert von 1.346.601 Taler mit 1 Silbergroschen [4]
Außerkurssetzung am 1. Juni 1876 zum Wert von 5 Pfennige Reichswährung[5]
Jahr Münzstätte Auflage Gewicht Durchm. Dicke
1872 C = Frankfurt am Main 145.719 Taler 1,08 g 15,11 mm 0,86 mm

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten, Nr.24, Nr.4666, S.305
  2. „Königlich Preußischen Staatsanzeiger“ Berlin, 1858, No. 169, S.1453
  3. Arnold/Küthmann/Steinhilber, neu bearbeitet und erweitert von Faßbender, Dieter „Grosser Deutscher Münzkatalog von 1800 bis Heute“, 29.Auflage 2014, S. 287
  4. a b c Wilhelm Zich, Dissertation an der Universität Wien, August 2009, S.131f.
  5. a b c Bekanntmachung vom 9. Juli 1873 RGBl. S. 233 und 12. April 1876 RGBl. S. 162