Silberschmelzhütte St. Georgen

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Silberschmelzhütte St. Georgen (2018)

Die Silberschmelzhütte St. Georgen ist eine unter Denkmalschutz stehende ehemalige Schmelzhütte im Schneeberger Ortsteil Neustädtel im sächsischen Erzgebirgskreis. Die Hütte gehörte zu der Schneeberger Grube St. Georg. In ihr wurden Silbererze geschmolzen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grube Sankt Georg errichtete um 1500 eine Silberschmelzhütte im Lindenauer Grund. Sie war eine von 13 Hütten in Schneeberg, und schon 1519 war sie die bedeutendste in dem Bergbaugebiet. Das jetzt noch vorhandene Haus entstand 1665 als kurfürstliche Silberschmelzhütte, weil das erste Gebäude 1573 bei einem Hochwasser zum Teil zerstört wurde.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schmelzhütte liegt etwa drei Kilometer vom Schneeberger Zentrum entfernt im Lindenauer Grund in Neustädtel und sechzig Meter nördlich vom Siebenschlehener Pochwerk. Das Hüttengebäude wurde als zweigeschossiges Fachwerkhaus errichtet. Ein besonderes Detail sind die beiden übereinander angeordneten Umgebindestuben. Zum Gebäudekomplex gehörten zusätzlich ein Wohn- und Cationierhaus sowie ein Kohlhaus.[1] In der Hütte gab es Schmelz- und Probieröfen und Treibeherd als technische Ausstattung.

Die Schmelzhütte war bis 1717 in Betrieb. 1710 wurde in Freiberg die Generalschmelzadministration gegründet. Ab diesem Zeitpunkt wurden auf kurfürstlichen Befehl die staatlichen Hüttenwerke zusammengefasst und der Aufkauf von Silbererzen in Freiberg konzentriert.[2] Somit war die Schmelzhütte in diesem Gebäude nur 50 Jahre in Betrieb.

Heutige Nutzung und Erhaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude wurde bis Anfang des 20. Jahrhunderts als Wohnhaus genutzt. Als die letzte Bewohnerin starb, erwarb die Stadt Schneeberg das Gebäude, um es zu erhalten. Ein 2010 gegründeter Verein übernahm das Gebäude im Rahmen eines Erbpachtvertrages und kümmert sich um die denkmalpflegerische Sanierung. Bei der Untersuchung der beiden Blockstuben konnte man das Alter des Holzes auf das Fälljahr 1664 datieren.

Das Schmelzen des Silbers erfolgte in gemauerten Schachtöfen, wie sie schon Georgius Agricola in De re metallica beschrieb.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Silberschmelzhütte St. Georgen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Stiftung Denkmalschutz
  2. Otfried Wagenbreth, Eberhard Wächtler (Hrsg.), A. Becke et al.: Der Freiberger Bergbau. Technische Denkmale und Geschichte. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig, 1986, S. 77, 105
  3. Auszug aus der Geschichte der Silber-Schmelzhütte Sankt Georgen. auf www.silber-schmelzhuette.de

Koordinaten: 50° 35′ 17,2″ N, 12° 37′ 33,6″ O