Silicon Wadi

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Silicon Wadi (hebräisch סיליקוק ואדי, lit.: "Silicon Valley") ist ein Gebiet mit einer hohen Konzentration von Hochtechnologieunternehmen in der Küstenebene Israels rund um Tel Aviv (Industriegebiete von Ewer ha-Jarkon und Kirjat Atidim) und weiteren kleineren Clustern um die Städte Raʿanana, Petach Tikwa (Industriegebiete von Kirjat Arje und Kirjat Matalon), Herzlia (Herzliya Pituach), Netanja und die akademische Stadt Rechovot, Rischon LeZion und Haifa, Jawne und Caesarea. Neuere High-Tech-Einrichtungen wurden in Jerusalem (Industriezonen der Berge Hozvim und Malha) und in Städten wie Jokne’am Illit, Nes Ziona (Industriegebiet von Kirjat Weizmann) und in der Airport City, in der Nähe des Flughafens von Tel Aviv, gegründet, ebenso in Be’er Scheva und Kirjat Gat.[1]

Die Bezeichnung leitet sich von der metonymischen Bezeichnung des Hochtechnologie-Zentrums Silicon Valley (deutsch Silicium-Tal) im US-Bundesstaat Kalifornien ab. „Wadi“ ist das arabische Wort für „Tal“ (arabisch وادي), das auch im umgangssprachlichen Hebräisch (ואדי) gebräuchlich ist.

1996 entwickelte Mirabilis, ein israelisches Unternehmen, das ICQ-Instant-Messaging-Programm, das die Kommunikation über das Internet revolutionierte. 1998 wurde es für 407 Millionen US-Dollar an AOL verkauft. Im Jahr 2000 zählte der Dienst mehr als 100 Millionen Nutzer und war Marktführer im Bereich Instant Messaging. Der Erfolg von Mirabilis löste den Dotcom-Boom in Israel aus. Allein zwischen 1998 und 2001 wurden Tausende von Start-up-Unternehmen gegründet. Nach der Dotcom-Blase entstanden jedoch in Silicon Wadi zahlreiche Entwicklungs- und Forschungszentren internationaler Konzerne, wie IBM, Intel, Yahoo und Google. Hinzu kommen weitere große High-Tech-Unternehmen, wie Amdocs, Comverse, Check Point, Motorola, Microsoft, Hewlett-Packard, Deutsche Telekom, Philips, Cisco Systems, die Oracle Corporation, SAP AG, BMC Software und CA Technologies. Zu den israelischen Unternehmen gehören: Zoran Corporation, Ceva Logistics, Aladdin Knowledge Systems, NICE Ltd., Horizon Semiconductors, RAD Data Communications, Radware, Tadiran, Radvision, Babylon Ltd., Elbit Systems, Israel Aerospace Industries, oder Solel.[2] Stand 2017 gab es 300 Entwicklungs- und Forschungszentren in Silicon Wadi. Jedes Jahr kommen etwa 20 neue Zentren hinzu.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Catherine de Fontenay, Israel’s Silicon Wadi: The forces behind cluster formation, 12. März 2010, University of Melbourne, (englisch). Abgerufen am 22. Juli 2019.
  2. R&D Centers, Invest in Israel, Ministry of Economy and Industry. Stand Januar 2018. Abgerufen am 30. Juli 2019.
  3. Innovation in Israel, S. 33. Abgerufen am 30. Juli 2019.