Sillium

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Sillium
Gemeinde Holle
Wappen von Sillium
Koordinaten: 52° 4′ 12″ N, 10° 10′ 22″ O
Höhe: ca. 120 m
Einwohner: 711 (30. Nov. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31188
Vorwahl: 05062
Blick auf Sillium von der Burg Wohldenberg, im Hintergrund Windkraftanlagen und die A 7
Blick auf Sillium von der Burg Wohldenberg, im Hintergrund Windkraftanlagen und die A 7

Sillium ist eine Ortschaft, die zur Gemeinde Holle im Landkreis Hildesheim gehört.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sillium liegt im Harzvorland an der Kreisstraße 308 zwischen der Hildesheimer Börde und dem Wohldenberg. Die Nähe zu den Autobahnen 7 und 39 sowie zur Bundesstraße 6 und Bundesstraße 444 sorgen für die Verkehrsanbindung. Als öffentliche Verkehrsmittel stehen Busverbindungen oder der 3 km entfernte Bahnhof Derneburg zur Verfügung.

Die Nachbardörfer von Sillium sind Holle, Sottrum, Baddeckenstedt und Schlewecke.

Wirtschaft, Infrastruktur und Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wirtschaftliche Bedeutung von Sillium beschränkt sich auf wenige handwerkliche und landwirtschaftliche Betriebe.

Beiderseits der in ca. 1,5 km östlich des Ortes vorbeiführenden Bundesautobahn 7 befindet sich ein Windpark mit acht Windkraftanlagen. Seit April 2007 ist zusätzlich eine Starkstrommastanlage geplant. Diese wird jedoch von der Bürgerinitiative (BI) stark kritisiert und ist zu einem offenen Konflikt zwischen den Bürgern und dem Energieversorger e.on geworden.

Im Ort wird ein Kindergarten betrieben, der im Februar 2019 um eine Kinderkrippe erweitert wurde.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Besitz der Grafen Wohldenberg in Sillium entstand Anfang des 14. Jahrhunderts, nach dem Tod des Grafen Heinrich V., die bischöfliche Domäne, die mit dem Wohldenberg kombiniert wurde.

Schäferscheune Sillium

Die landwirtschaftliche Domäne blieb über Jahrhunderte im Besitz der Kirche. 1963 stellte der Domänenpächter Kaspar Wiethoff den 275 ha großen Betrieb zur Aufteilung zur Verfügung. Nach langen Verhandlungen konnten 1965/66 fünf Bauernfamilien in ihre Aussiedlerhöfe eingewiesen werden. Das restliche Ackerland der Domäne wurde auf bestehende Betriebe aufgeteilt. Den Rest des Domänengeländes übernahm zunächst die Gemeinde Sillium, die es dem Bankdirektor Busch aus Hildesheim verkaufte, der 1967 die alten Wirtschaftsgebäude abreißen ließ. Der nächste Eigentümer, ein Ziegeleibesitzer aus Sottrum, ließ auf dem Gelände Bauplätze errichten. Heute steht in der Nähe des alten Herrenhauses noch die alte Schäferscheune, ein großes, aus Sandsteinen erbautes Gebäude, das in seiner Grundsubstanz restauriert worden ist.

Die Burg Wohldenberg und die Silliumer Kapelle wurden 1641 vollständig zerstört. Die an gleicher Stelle errichtete Fachwerkkapelle fiel am 12. September 1879 einem großen Brand zum Opfer, der auch das halbe Dorf zerstörte.

Im Jahre 1891 wurde in Sillium die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Gemeindevorsteher Karl Mund, der offensichtlich die Idee der Wehrgründung in den Ort trug, wurde auch gleich zum Hauptmann gewählt.[3]

Am 1. März 1974 wurde Sillium in die Gemeinde Holle eingegliedert.[4]

Neubausiedlungen entstanden:

  • 1950 an der Gartenstraße
  • 1960/1966 an der Schulstraße
  • 1972 am Hopfenkamp und am Holler Ohefeld
  • 1999 Am Holler Ohefeld

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsratswahl[5]
Wbt.: 68,1 % (+2,5 %p)
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,9 %
(−0,4 %p)
45,1 %
(+0,4 %p)
2011

2016


Nach den Kommunalwahlen in Niedersachsen 2016 verteilen sich die fünf Sitze im Ortsrat wie folgt (in Klammern Veränderung zur Wahl 2011):

  • CDU: 4 Sitze (±0)
  • SPD: 3 Sitze (±0)

Der Ortsbürgermeister ist Karl-Otto Bolze (CDU).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die historische Verbindung der Ortschaft Sillium mit dem Wohldenberg kommt darin zum Ausdruck, dass ein Bild der Burg Wohldenberg in das Gemeindewappen aufgenommen wurde. Gewählt wurde die Darstellung von der Grabplatte Bischof Ottos I., der 1275 die Burg für das Hochstift Hildesheim erworben hatte. Den oberen Rand des Gemeindewappens bildet der Wohldenberger Turnierkragen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche

Es gibt eine evangelische Matthäus-Kirche in Sillium, 1883 erbaut. Im Ortskern, wo mehrere gut erhaltene bzw. renovierte Fachwerkhäuser zu sehen sind, ist das ehemalige Herrenhaus der Domäne beachtenswert. Unweit davon steht die Schäferscheune.

Am Ortsrand befindet sich ein Bürgerpark mit kleinen Teichen, Brücken und Bänken, der von Silliumer Bürgern gestiftet wurde.

Panorama[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panorama Sillium Süd

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen der Ortsteile der Gemeinde Holle, abgerufen am 27. Dezember 2017
  2. Holle schafft neue Krippenplätze. In: Website der Gemeinde Holle, Bereich Soziales. Abgerufen am 17. März 2019.
  3. „Vom 19. Jahrhundert – Aufbruch in das 3. Jahrtausend“, in: Festschrift 110 Jahre Freiwillige Feuerwehr Sillium 1891–2001, Holle 2001, o. S.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 210.
  5. Webseite der Gemeinde Holle, abgerufen am 1. Oktober 2016