Silowiki

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Silowiki (russisch силовики; Singular: Silowik; abgeleitet vom russischen Wort für Kraft bzw. Stärke) ist im russischen Sprachgebrauch die Bezeichnung für Vertreter der Geheimdienste und der Armee[1], die in den Regierungen von Boris Jelzin und Wladimir Putin zu bedeutenden politischen und wirtschaftlichen Positionen kamen.

Rolle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von den Silowiki geführten Ministerien sind traditionell das einflussreiche Innenministerium Russlands und das russische Verteidigungsministerium.

Weitere einflussreiche Silowiki wurden an die Spitze von Staatsbetrieben gesetzt. Zu Beginn durfte gemäß der informellen Auflagen der Zensur über das Präsidium des Aufsichtsrates bei Rosneft nicht berichtet werden, als Igor Setschin diesen Posten übernahm. Trotzdem sickerten immer Nachrichten durch über hochrangige Beamte der Präsidialadministration, welche an die Spitzen von Aufsichtsräten von Energieproduzenten gelangten.[2] Igor Setschin war schon bei der Enteignung von Michail Chodorkowski im Jahr 2003 die treibende Kraft[3] und spielt im Baschneft-Fall 2017 eine entscheidende Rolle. Staatsbetriebe sind in Russland für 70 Prozent der Wirtschaftsleistung verantwortlich.[4]

Meistens werden die Silowiki als politische Kraft den liberalen Demokraten entgegengestellt. Die Silowiki bevorzugen großrussische konservative Ansichten und sympathisieren mit der autokratischen slawophilen Tradition, die auf die Regierungszeit des Zaren Alexander III. zurückgeht. In der Umsetzung ihrer Ziele gelten die Silowiki als pragmatische Realisten. Die Silowiki unterscheiden sich in ihrer ideologischen Ausrichtung deutlich von ideologischen Extremisten wie die nationalistische LDPR von Wladimir Schirinowski, die Bewegung Pamjat oder die zaristischen Schwarzhunderter.

Einschätzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Meinungen gegenüber den Silowiki sind in Russland polarisiert. Einige argumentieren, dass die Silowiki Russland am Hals gepackt hätten und seine zerbrechliche Demokratie bedrohten. Ihre Macht sei immens und sie präferierten eine etatistische Ideologie auf Kosten der individuellen Rechte und Freiheiten.

Andere Russen sehen in den Silowiki ein geeignetes Gegengewicht zu den Oligarchen, die Russland sonst ausplündern und seine Regierung unterwandern würden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. S. Kusnezow: Bolschoi tolkowyi slowar russkogo jasyka. Rossiiskaja akademija nauk, in-t lingwistitscheskich issledowanii, Norint, Sankt-Peterburg 1998, ISBN 5771100153, S. 1185.
  2. Margareta Mommsen, Angelika Nussberger: Das System Putin: gelenkte Demokratie und politische Justiz in Russland, C.H.Beck, 2007, ISBN 9783406547904, Seite 69
  3. Jürgen Hartmann: Russland: Einführung in das politische System und Vergleich mit den postsowjetischen Staaten, Springer-Verlag, 2012, ISBN 9783658001759, Seite 116
  4. Strohhalme reichen Russland nicht, NZZ, 1. Juni 2017