Silstedt

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Silstedt
Koordinaten: 51° 51′ 41″ N, 10° 50′ 55″ O
Höhe: 191 m
Einwohner: 1000 (2011)[1]
Eingemeindung: 1. April 1993
Postleitzahl: 38855
Vorwahl: 03943
Krönnungslinde, ein Naturdenkmal
Krönnungslinde, ein Naturdenkmal

Silstedt ist ein Ortsteil der Stadt Wernigerode im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Silstedt liegt etwa 5 Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Wernigerode am Nordrand des Harzes in der nach Norden offenen Ebene. Durch den Ort führt die Landesstraße L 82 von Wernigerode nach Derenburg, weitere Verbindungsstraßen existieren nach Minsleben und Benzingerode. Südlich des Ortes führt die Bundesstraße 6 vorbei, die über die Auffahrt Wernigerode-Zentrum zu erreichen ist. Der Fluss Holtemme fließt in nordöstlicher Richtung an dem Ort vorbei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer Schenkungsurkunde vom 12. November 995 wurde Silzestedi von König Otto III. an das Bistum Meißen wurde der Ort das erste Mal urkundlich erwähnt.

Einst gab es hier ein Geschlecht derer von Silstedt. Aus alten Urkunden sind 7 Männer dieses Geschlechtes bekannt. Die Gebrüder Konrad und Wichard von Silstedt (1136) als Zeugen einer Schenkung an das Pauls Stift in Halberstadt, Gieselbrecht von Silstedt (11. Oktober 1141) als Zeuge eines Landkaufs von Drübeck an Grönigen, Henning von Silstedt (1300 – 1340), Jordan von Silstedt und sein Sohn Hans erklärten sich dem Rate zu Goslar gegenüber zur Herausgabe eines Gefangenen bereit (1347). Und der Domvikar zu Halberstadt, Bernhart von Silstedt welcher als letzter seines Hauses 1396 verstarb.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1993 erfolgte die Eingemeindung des Ortes. Silstedt wurde damit ein Ortsteil der Stadt Wernigerode. Dieser Vorgang erfolgte zeitgleich mit der Eingemeindung der Nachbarorte Benzingerode und Minsleben.[2] Die Umstrukturierung sollte die wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung der Ortschaften nachhaltig begünstigen. Dass die Strukturmaßnahmen erfolgreich waren, wurde zum 20-jährigen Jubiläum der Eingemeindung öffentlich gewürdigt.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1579 1725 1741 1750 1773 1808 1826 1840 1857 1882 1901 1911 1933 1939 1957 2008 2011
Einwohnerzahl 344 486 511 490 514 662 680 774 830 980 1010 1056 1096 1124 1463 1100 1000
Quelle                                 [1]

Kultur und Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Museumshof Ernst Koch, einem alten Bauernhof aus dem 17. Jahrhundert, wird das Leben und Arbeiten auf dem Lande im Harz vorgestellt. Zahlreiche Dauerausstellungen zeigen anhand von Dokumenten, Fotografien und alltäglichen Gebrauchsgegenständen die landwirtschaftliche Entwicklung der Region. Der historische Bauernhof wurde 1995 anlässlich der Tausendjahrfeier des Ortes als Museum eröffnet.[4]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche

Die Dorfkirche St. Nikolai ist das älteste Bauwerk des Dorfes. Sie ist dem Heiligen Nikolaus von Myra geweiht und die Gründung datiert in die Zeit Kaiser Otto III. 990–1002. Ein schwerer Turm mit den fast 2 m dicken Mauern und schmalen Schießscharten ähnlichen Fenster zeugen von einer alten Bauweise. [5] Die beiden Glocken (die „Kleine“ in Birnenform und die große gegossen von Heise Meyer in Wolfenbüttel 1663) sind noch vorhanden. In den Jahren 1681–89 wurde auf die Mauern des Schiffes und des Chores ein Stück aufgemauert, damit bekam der Innenraum der Kirche, die bis heute verbliebene Form. 1703 wurde eine neue Orgel eingeweiht. Etwa 20 Jahre später 1716 erfolgte eine neue Umgestaltung des Kircheninneren. Die Kanzel wurde von ihrer alten Stelle entfernt und mit dem Altar zusammengezogen. Der alte Taufstein vom Chor musste weichen und Bänken Platz machen. Ein Taufengel, den man an einem starken Seil nach Bedarf hochziehen konnte, schwebte senkrecht unter dem Kruzifix.

Naturdenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Linden: Auf Befehl Friedrich Wilhelm I. wurde 1719 der ganze Kirchhof mit Maulbeerbäumen bepflanzt, weil hier die Seidenraupenzucht eingeführt werden sollte. Der Versuch missglückte, die Maulbeeren gingen ein. Erhalten sind jedoch zwei Linden, die man 1722 an die Ostfront der Kirche setzte.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Silstedt gibt mehrere Kleinbetriebe und Geschäfte, eine Grundschule, eine tageweise besetzte Arztpraxis sowie die Freiwillige Feuerwehr. Silstedt beherbergt, die an der Holtemme gelegene, Kläranlage sowie den Geschäftssitz des Wasser- und Abwasserverbandes Holtemme-Bode.[6][7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Calvör (1685/86–1766), Theologe, Lehrer und Gelehrter im Bereich der Bergbautechnik und Mechanik
  • Werner Hartmann (1902–1963), Marineoffizier und U-Bootskommandant, Sohn des Pfarrers Albert Hartmann

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Silstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b CityPopulation.de - Population Statistics Online-Dienst für Statistiken. Abgerufen am 20. Mai 2018.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  3. Eingemeindung Ortsteil Silstedt - Presseartikel Online-Angebot der Tageszeitung Volksstimme. Abgerufen am 20. Mai 2018.
  4. Museumshof Ernst Koch Website museum-digital. Abgerufen am 20. Mai 2018.
  5. Kirche in Silstedt Website der Stadt Wernigerode. Abgerufen am 20. Mai 2018.
  6. Ortschaft Silstedt Website der Stadt Wernigerode. Abgerufen am 20. Mai 2018.
  7. Bereich Abwasser Website des Wasser- und Abwasserverbandes Holtemme-Bode. Abgerufen am 20. Mai 2018.