Silvestr Maria Braito

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ThDr. Silvestr Maria Braito (bürgerlicher Name Josef Braito, Pseudonym Bořita; * 14. Juni 1898 in Russe, Bulgarien; † 25. September 1962 in Prag) war ein tschechischer katholischer Priester der Dominikaner, Theologe, Dichter, Literaturkritiker, Publizist, Gründer und Chefredakteur der Zeitschrift Philosophisch-theologische Revue.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Braito, Sohn eines Elektroingenieurs, verwaiste mit drei Jahren und wurde von Pflegeeltern in Elbogen bei Karlsbad und Aurinowes von Pflegeeltern aufgezogen. Später fand er Unterkunft bei dominikanischen Schwestern in Prag. Nach dem Besuch des akademischen Gymnasiums trat er 1915 dem Orden der Dominikaner bei und nahm den Ordensnamen Silvestr Maria an. Anschließend studierte er zwei Jahre in Olmütz und ein Jahr an der römischen päpstlichen Universität (Pontificia universitá S. Tommaso) Philosophie und Theologie in Belgien. Am 17. September 1922 wurde Bratio zum Priester geweiht.

In Olmütz lehrte er Philosophie, fährt 1924 nach Rom, wo er sein Studium der Theologie beendet und erhält 1930 den Doktortitel. Von 1930 bis 1950 ist er als Professor der Ästhetik und Mystik am Olmützer Dominikaner Kollegium tätig. Während des Zweiten Weltkrieges leitet er das Olmützer Priesterseminar. Am 16. März 1950 wird Bratio inhaftiert und wegen Hochverrat und Spionage zu 15 Jahren Zuchthaus in Leopold-Neustadtl verurteilt. Infolge der großen Amnestie wird er am 11. Mai 1960 durch das Gefängnis und Folter schwer gekennzeichnet entlassen und 1968 post mortem rehabilitiert.

Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Braito gehörte zu den führenden Persönlichkeiten der katholischen Lehre in Mähren, dessen Predigten und Vorträge stets eine gute Resonanz hatten. Seine philosophische Lehre bewegte sich im Rahmen der Intention der Dominikaner und der Rückkehr zur Lehre des Thomas von Aquin. Er vertrat die Auffassung, dass dessen Gedanken die Philosophie Tschechiens auf ein höheres Niveau hebt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits als Schüler schrieb er satirische Gedichte und publizierte unter dem Namen Bořita in der Olmützer Zeitschrift Arche. Er gründete und leitete mehrere katholische und philosophische Zeitschriften und initiierte zahlreiche kulturelle Veranstaltungen. Seine Monographien waren gleichzeitig Lehrbücher. Er erläutert darin die Grundlagen des christlichen Glaubens und der Moral. Er denkt über die Vergangenheit und Gegenwart der kirchlichen Lehre nach und teilt diese in unsichtbare (interne) und sichtbare (Institution) ein.

Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Summy theologické Tomáše Akvinského (Mitautor)

Religiöse Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Základy 1931.
  • Život, 1932.
  • Za příkladem svého velekněze, 1934.
  • Kristus spása světa (Mitautor Reginald Dacík), 1935.
  • Svatý Filip z Neri, apoštol mládeže a reformátor Říma, 1937.
  • Církev. Studie apologeticko-dogmatická, 1946.
  • Podstata křesťanství. Živé synovství Boží, 1947.
  • Svaté obrázky z Itálie, 1948.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dominik Pecka: K sedmdesátinám Silvestra Braita, Katolické noviny 1968.
  • Markéta Selucká: Silvestr Braito, OP, Perspektivy 1992, č. 6.
  • Zdeněk Kašička: Otec Braito, 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]