Silvio Denz (Unternehmer)

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Silvio Werner Denz (* 14. September 1956 in Basel) ist ein Schweizer Unternehmer Sammler von exklusiven Weinen sowie Kunstwerken, der derzeit in London lebt. In der Vergangenheit hat er in verschiedenen Unternehmen in der Schweiz und den Vereinigten Staaten in den Bereichen Finanzen, Einzelhandel und Marketing gearbeitet.[1] Heute ist er vor allem vor allem in den Bereichen Luxusgüter und Wein tätig. Das Schweizer Wirtschaftsmagazin Bilanz zählt ihn zu den 300 vermögendsten Schweizern[2] und zu den 100 wichtigsten Persönlichkeiten im Schweizer Wirtschaftsmarkt.[3][4]

Silvio Werner Denz (2011)

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parfüm und Kosmetik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abschluss einer kaufmännischen Lehre und verschiedenen Tätigkeiten im Finanz-, Handels- und Marketingbereich in der Schweiz und den USA übernahm Silvio Denz 1980 die Geschäftsführung der Alrodo AG in Zürich. Alrodo war damals im Besitz seines Vaters und seines Onkels. Das Unternehmen wickelte anfänglich mit acht Mitarbeitenden den Einkauf von Parfüm und Kosmetika für die Import Parfumerien ab. 1984 übernahm Silvio Denz das gesamte Aktienpaket und baute das Unternehmen innerhalb von 20 Jahren zur schweizweit grössten Parfümeriekette mit 120 Filialen aus. Von 1980 bis 2000 stieg die Anzahl der Mitarbeitenden von 8 auf 800 an.

Im Jahr 2000 verkaufte Silvio Denz die Alrodo AG an die französische Parfümeriekette Marionnaud. Im gleichen Jahr gründete er die Art & Fragrance S.A.,[5] die sich der Kreation, der Produktion und dem internationalen Vertrieb verschiedener Parfüm- und Kosmetikmarken wie Parfums Alain Delon, Parfums Grès, Parfums Lalique, Jaguar Fragrances, Bentley Fragrances und Ultrasun widmet.

Luxusgüter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als begeisterter Sammler von Vintage Parfümflakons kreiert von René Lalique, besitzt Silvio Denz die weltweit bedeutendste Privatsammlung[6][7] mit mehr als 650 Originalstücken.[8] 2008 erwarb die von Silvio Denz gegründete und seit 2007 an der Berner Börse kotierte[9] Firma Art & Fragrance S.A.[10], Zollikerberg, die französische Kristallmanufaktur Lalique S.A.[5] im elsässischen Wingen-sur-Moder. Das Unternehmen wurde komplett restrukturiert und ist seither wieder profitabel. Im Einklang mit René Lalique’s künstlerischer und vielseitiger Vorgehensweise, hat Silvio Denz die Marke in Richtung Lifestyle geleitet und zu einer Welt mit fünf Säulen ausgebaut: Kunst, Kristallobjekte, Innendekoration, Schmuck und Parfüm.[11] Lalique hat gemeinsam mit verschiedenen anderen Luxusmarken (darunter Bentley, The Macallan und Steinway & Sons) Co-branding Projekte entwickelt. Weitere Kooperationen wurden ausserdem mit renommierten Künstlern (wie Zaha Hadid, Jean-Michel Jarre, Damien Hirst, Elton John[12] usw.), die einige exklusive Kollektionen produziert haben, unterzeichnet. 2011 hat das Lalique-Museum in Wingen-sur-Moder (Elsass) seine Türen nach zwei Jahren Bauzeit eröffnet. Die Ausstellung umfasst über 650 entwickelte Werke (meistens Schmuck, Kristall- und Dekorglas) von René Lalique und seinen Nachfolgern, darunter befinden sich 200 Stücke aus der privaten Sammlung von Denz, welche dem Museum zur Ausstellungszwecken zur Verfügung gestellt werden.[13] Silvio Denz hat zudem beschlossen der historischen Villa von René Lalique in Wingen-sur-Moder ein neues Leben zu verleihen und verwandelt das Gebäude in ein Hotel der gehobenen Kategorie und Restaurant.[14]

Wein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 gründete Silvio Denz zusammen mit Franz Wermuth und fünf weiteren Partnern die Les Grands Vins Wermuth S. A.[2], heutzutage aufgeteilt in Denz Weine (Vertrieb) und Wermuth Auktionen AG (Auktionen)[15] in Zürich. 1998 kaufte er mit denselben Partnern das Weingut Clos d’Agon[16] an der Costa Brava, das vom international bekannten Oenologen Peter Sisseck (Dominio Pingus) betreut wird. 2002 erwarb Denz einen Anteil an der spanischen Weinhandelsgesellschaft Casa de Vino Ebinger SA, gehalten von seinem Freund Frank Ebinger, mit Sitz in Zürich. 2005 kaufte Denz auf Empfehlung seines Freundes Graf Stephan von Neipperg (Château Canon-La Gaffelière und La Mondotte) das sechs Kilometer östlich von Saint-Emilion gelegene Weingut Château Faugères, das 30 Mitarbeitende beschäftigt.[17] Es umfasst drei Weingüter: Château Faugères, Château Péby Faugères, beide in der Appellation Saint-Emilion gelegen, sowie Château Cap-de-Faugères in den Côtes de Castillon. 2007 erwarb Silvio Denz das im Lalande-de-Pomerol gelegene Château de Chambrun und übernahm 2010 zusammen mit Peter Sisseck das historische Weingut Château Rocheyron in Saint-Emilion. Seine Weingüter im Bordeaux erstrecken sich auf insgesamt 120 Hektaren.

Der Weinkeller von Château Faugères ist ein Werk des Architekten Mario Botta[18][19], der seine Schöpfung als „Kathedrale des Weins“ bezeichnet.[20] Mittels modernster Technik, gepaart mit traditionellen Methoden, wie der Gravität, werden hier Weine nach höchsten Qualitätsansprüchen gekeltert und in Eichenfässern ausgebaut.[21] 2012 erreichten die beiden Weingüter Château Faugères und Château Péby Faugères die Klassifizierung Grand Cru Classé von Saint Emilion. Château Péby Faugères zählt heute gemäss dem internationalen Weinkritiker Robert Parker zu den besten Bordeaux-Weinen.[22][23] Der Jahrgang 2005 wurde vom einflussreichen Robert Parker's Wine Buyers Guide mit 100/100 Punkten bewertet.[24] Anfang 2014 hat Silvio Denz Château das Château Lafaurie-Peyraguey, eines der wenigen Premiers Grands Cru Classés von 1855 und eines der ältesten Weingüter von Sauternes, erworben.

Kristall[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 erwarb die von Silvio Denz gegründete und seit 2007 an der Berner Börse kotierte Art & Fragrance S.A., Zollikerberg, die französische Kristallmanufaktur Lalique S.A.[25] im elsässischen Wingen-sur-Moder. Das Unternehmen ist im Bereich Kristall, Schmuck, Parfüm, Interior Design und Kunst tätig.

Immobilien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2003 stieg Silvio Denz in London in den Immobilienhandel ein. Zusammen mit einem ortsansässigen Partner kauft er alte Herrschaftshäuser in den Londoner Stadtteilen Mayfair, Knightsbridge und Kensington. Die Häuser werden aufwendig renoviert und dann wieder zum Kauf angeboten.

Sammler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder

Silvio Denz ist Sammler von Werken international bekannter Künstler. In seiner Sammlung befinden sich Meisterwerke aus verschiedenen Epochen.

Wein

Silvio Denz kauft seit über 30 Jahren Spitzenweine, hauptsächlich aus dem Bordeaux. Sein Privatkeller umfasst mehr als 35.000 Flaschen.

Kristall

In den 1980er Jahren entwickelte Silvio Denz eine Sammelleidenschaft für Parfümflakons. Heute ist er Besitzer der weltweit grössten privaten Flakonsammlung des Französischen Glas-Künstlers René Lalique. Seine Sammlung ist im Musée Lalique[26] im elsässischen Wingen-sur-Moder ausgestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bilanz; 31. Mai 2005; „Silvio Denz: Rastloser Schlossherr“; Corinne Amacher.
  • Sonntagszeitung/GenussTrrend; 18. Oktober 2009; „Bottas Kathedrale feiert das Terroir“; Martin Kilchmann.
  • Vinum; September 2009; „Schweizer mischt Bordeaux auf“; Barbara Schroeder.
  • Le Monde; 29. September 2009; „Mario Botta, un architecte de renomé pour bonifier un grand cru bordelais“; Frédéric Edelmann.
  • Journales des Arts; Nr. 310, 2. Oktober 2009; „Mario Botta à Saint-Emilion-Chais et rasades“; Gilles de Bure.
  • Financial Times; 1./2. August 2009; „Art and architecture are my passions“; Rebecca Duk.e
  • Dernières Nouvelles d’Alsace (DNA); 26. Oktober 2010; „Le Top du four pour Lalique“; Antoine Latham.
  • Handelszeitung/Special/Casa/Nr. 38/22.–28. September 2010; „Schlossherr Silvio Denz“; Esther Bollmann.
  • Decanter; issue 2010; „A new dawn“; Stephen Brook.
  • Bilanz 12/2010; „Was macht bloss? Silvio Denz“; NIK.
  • Handelszeitung Nr. 12/24.–30. März 2010; „Wir sind 2010 ausgezeichnet gestartet“; Roberto Stefano.
  • Le Moniteur; 22. Januar 2010; „Une cathédrale du vin“; Margot Guislan.
  • Dernières Nouvelles d’Alsace (DNA); 2. Juli 2011; „Inauguration du Musée Lalique“/„Déjà une référence“; Jean Luc Will.
  • Schweizerische Weinzeitung; Ausgabe 3 März 2012; „Silvio Denz: Unternehmer und leidenschaftlicher Sammler von Weingütern“.
  • cashTV SF2; 1. April 2012; „Silvio Denz“; Daniel Graf.
  • cashTV SF2; 7. Oktober 2012; „Erfolgreich im Frankreich“; Daniel Graf.
  • La Tribune; 14. September 2012; „Lalique, ou la métamorphose d’une vieille dame alsacienne“; Sophie Peters.
  • Rivierazeitung; Dezember 2012; „Herz, Seele, Leidenschaft“; Petra Hall.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Valli Marie-Pierre. "Silvio Denz épouse son temps", Le Monde, Paris, 11. April 2014, Abgerufen am 5. November 2014
  2. Von: Stefan Lüscher: Silvio Denz: Out of Stock. bilanz.ch. 15. Juni 2012. Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  3. Silvio Denz: Out of Stock. bilanz.ch. Abgerufen am 19. Dezember 2014.
  4. Die Schweizer Wirtschaftselite. bilanz.ch. 11. Dezember 2015. Abgerufen am 6. Januar 2016.
  5. Art & Fragrance S.A. auf art-fragrance.com
  6. Samantha Brooks: Crystal revelations. Robb Report. 10. November 2010. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  7. Sonia Kolesnikov-Jessop: The Collector: Silvio Denz and his Lalique Glass Menagerie. Blouinartinfo.com. 3. Januar 2014. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  8. Watch Your Time, supplément Montres du Monde, page 15, 11 April 2014, Marie-Pierre Valli
  9. https://www.berne-x.com/instrument/CH0033813293/ARTN
  10. Company Overview Art & Fragrance S.A. http://art-fragrance.com/company.php?lang=de
  11. Le Point, 1st January 2015, Marine de la Horie, „L’art et la matière“
  12. Emily Adams: The Butterfly Effect. The Mayfair Magazine. 1. November 2015. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  13. Eve M. Kahn: Suddendly, Lalique is back in Vogue. New York Times. 11. Juni 2011. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  14. Carol Lewis: Like the furniture? Then buy it. The Times. 16. Oktober 2015. Abgerufen am 6. Januar 2016.
  15. Les Grands Vins Wermuth SA, Weinhandel, Weinauktionen. Wermuth.ch. Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  16. Clos d'Agon. Closdagon.com. Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  17. http://www.châteaufaugeres.com
  18. mario botta architetto. Botta.ch. Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  19. Sonntagszeitung; GenussTrend 18 October 2009
  20. Actualité à la Une. Le Monde.fr. Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  21. cash TV vom 01.04.2012 - cash TV - TV - SRF Player - Schweizer Radio und Fernsehen. Srf.ch. Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  22. The Independent Consumer's Guide to Fine Wine. eRobertParker.com. Abgerufen am 14. Oktober 2013.
  23. Parker's Top 100 2005 Bordeaux Wines. wineinvestment.com.
  24. Les 300 vins ayant obtenu la note de 100/100 par Robert Parker. Le blog de comptoir de millésimes. 25. September 2015. Abgerufen am 28. Dezember 2015.
  25. Lalique S.A.
  26. Musée Lalique auf musee-lalique.com