Silvretta Montafon

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Silvretta Montafon (Österreich)
Alpine skiing pictogram.svg
Silvretta Montafon

Silvretta Montafon ist ein Skigebiet im Montafon, Vorarlberg.

Silvretta Montafon entstand 2008 aus den Skigebieten Silvretta Nova auf der rechten Talseite bei St. Gallenkirch, Gortipohl, Gaschurn und Partenen, und Hochjoch-Schruns auf der linken Talseite bei Schruns, Silbertal. Es gehört heute zu den 10 größten Wintersportgebieten Österreichs. Die Silvretta Montafon als Tourismusleitbetrieb beschäftigt mit den Skischulen 950 Mitarbeiter während der Wintersaison und ist das größte Bergbahnunternehmen Österreichs.

SilvrettaNova

Lage und Landschaft[Bearbeiten]

Das Skigebiet Silvretta Montafon liegt im Süden von Vorarlberg, dem westlichsten Bundesland von Österreich und erstreckt sich über 17 km sowie 1700 Höhenmeter - von Schruns über Silbertal und St. Gallenkirch bis nach Gaschurn. Es liegt in der Talschaft Montafon, eingerahmt von den Gebirgsgruppen Rätikon , Silvretta und Verwall. Der Teil Nova erstreckt sich an der Nordflanke der Silvrettagruppe, der Teil Hochjoch auf einem Ausläufer der Verwallgruppe, zwischen denen das Montafon nach Süden zieht. Das Tal bedeckt 1/5 der Vorarlberger Landesfläche und ist flächenmäßig (562km²) größer als Wien (415km²). Die Region liegt etwa 40 Autominuten vom im Rheintal gelegenen Feldkirch, südlich der Bezirkshauptstadt Bludenz.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Das Schigebiet hat heute zertifizierte 140 km Piste, davon 56 km blau, 49 km rot, 8 km schwarz und um die 27 km ausgewiesene Freeridestrecken und Routen. Es erstreckt sich von 700m bis auf 2430m. Die Liftanlagen umfassen 9 Kabinenbahnen, 19 Sessellifte und 8 Schlepplifte[1], 1 Förderband, 15 Skischullifte und davon 7 Zubringerbahnen: Die Hochjochbahn (Pendelbahn) und Zamangbahn (6er-Einseilumlaufbahn) in Schruns, die Valiserabahn (6er-Einseilumlaufbahn) und Grasjochbahn (8er-Einseilumlaufbahn) in St. Gallenkirch, die Garfreschabahn (2er-Sessellift) in Gortiphol, die Versettlabahn (6er-Einseilumlaufbahn) in Gaschurn und die Kapellbahn (2er-Sessellift) in Silbertal. Die neuesten Aufstiegshilfen im Skigebiet sind die 8er-Einseilumlaufbahn Panoramabahn im Bereich des Hochjochs mit freiem W-LAN in den einzelnen Gondeln, die bereits oben genannte Grasjochbahn und Hochalpilabahn mit orange-getönten Scheiben und die 8er-Sesselbahn Sonnenbahn mit orangen Wetterschutzhauben und Sitzheizung (8KSB/B-O-S). Darüber hinaus gibt es ein breites Gastronomieangebot sowohl im Skigebiet als auch in den Talstationen der Zubringerbahnen und in den Talorten.

Mit dem NIKE Snowpark Montafon steht am Grasjoch auch ein umfangreicher Funpark zur Verfügung. Auf der Nova Seite gibt es noch einen familienfreundlichen Crosspark mit kleineren Kickern und einer Crossstrecke. Dazu kommen noch 30km Loipe quer durch das ganze Montafon, 2 Rodelbahnen, und 4 markierte Winderwanderwege im Skigebiet. Im Tal verkehrt zur Hauptsaison alle 20 Minuten ein Skibus, der die Wintersportorte und Talstationen miteinander und mit dem Bahnhof Schruns verbindet. Außerdem stehen am Berg wie im Tal Gaststätten und Skiverleih zur Verfügung. Dazu kommen auch 30 km Loipe, 15 km Höhenloipe, 2 Rodelbahnen mit zusammen 5½ km, und 8 km markierte Winterwanderwege.[1]

Von den Liftanlagen sind 4 auch in Sommerbetrieb und erschließen ein umfangreiches Wandergebiet und machen speziell das Hochjoch auch als Flugregion für Paragleiter bekannt.[1]

Nova[Bearbeiten]

Silvretta Nova umfasst die Skiberge Versettla (Burg 2247 m ü. A.), Schwarzköpfle (2300 m ü. A.) und Valisera (2035 m ü. A.). Diese begleiten als Vorberge der Madrisella (2466 m ü. A.) beiderseits das Novatal, ein kleines Hochtal bei St. Gallenkirch, in dem die namensgebende Alp Nova (1736 m ü. A.) liegt. Die Versettla liegt über Gaschurn, über die Garfrescha und die Valisera geht es von St. Gallenkirch herauf.

Panorama in der Silvretta Nova (Versettla) gegen das Verwall

Hochjoch[Bearbeiten]

Am Hochjoch (2520 m ü. A.), Fredakopf (2252 m ü. A.), Kreuzjoch (2396 m ü. A.), und der Zamangspitze (2326 m ü. A.), rund um die Alpe Kapell, liegt das Gebiet Hochjoch Schruns. Der Hochjochstock bildet einen recht solitär stehenden Ausläufer des Madererkamms. Ursprünglich nur von Schruns erreichbar, wurde später die Seilbahn von Silbertal, und 2011 die Grasjoch Verbindungsbahn von St. Gallenkirch herauf gebaut.

Geschichte[Bearbeiten]

Wirtschaftsgeschichte im Montafon[Bearbeiten]

Großzügig ausgebaute Skidestinationen prägen seit den 90er Jahren das Bild des Montafons und sind ein wichtiger Arbeitgeber, neben den Vorarlberger Illwerke AG im Tal. Das war vor mehr als 100 Jahren anders. Wenn es die politischen Verhältnisse zuließen, zogen junge Frauen und Männer ab dem Frühjahr als Wanderarbeiter durch die Nachbarländer Europas. Mit dem Ersparten kehrten sie im Spätherbst zu ihrem Familien zurück. Sie arbeiteten auf Baustellen in Frankreich oder im Rheinland, als Krauthobler oder auch als Ährenleser, später dann als Schwabenkinder. Atemberaubende Naturlandschaften wurden als Erholungsgebiet erkannt und genutzt, sowie Verkehrsverbindungen errichtet. 1905 wurde beispielsweise die Montafonerbahn eröffnet, um Waren aber auch Besucher zwischen Bludenz und Schruns zu befördern. Nachfolgend wurden Beherbergungsbetriebe sowie Alpvereinshütten gebaut und Wanderwege angelegt. Der Fremdenverkehr brachte zunächst zahlreiche Sommertouristen, ehe in den 80er Jahren durch den Ausbau der Skigebiete der Wintertourismus den Sommertourismus an Nächtigungszahlen überholte, was bis heute unverändert blieb.

Montafoner Bergbahn GmbH[Bearbeiten]

Erste Beginne des Schitourismus am Hochjoch reichen in die 1910er zurück (Wintersportclub Schruns). Die Montafoner Bergbahn GmbH, 1948 gegründet, nahm 1950/1951 ihren Betrieb unter dem Namen Hochjoch Schruns auf.[2]

Silvretta Nova Bergbahnen AG[Bearbeiten]

Gasthaus Nova Stoba auf der Versettla, gegen die Valisera

Der Grundstein für die Entwicklung der damalige Silvretta Nova wurde durch den Gesellschafter und Baumeister Walter Klaus gelegt. Durch die Fusionierung der beiden Skiliftgesellschaften Gaschurn und St. Gallenkirch sorgte er mit der Silvretta Nova Bergbahnen AG - unter der Marke Silvretta Nova - für den wirtschaftlichen Aufschwung des Unternehmens und wurde neben der Energie- und Tourismusinfrastruktur der Illwerke (um das hinterste Montafon mit Bielerhöhe) wichtigster Wirtschaftsfaktor der Region. Anfang der 1980er Jahre überflügelte erstmals der Wintertourismus den Sommertourismus, was bis heute unverändert blieb.


Das Schigebiet war durch die Österreichischen Alpinen Skimeisterschaften 1947 und die Goldschlüsselrennen (Schi-Weltcup) der 1960er/70er national und international bekannt.

Silvretta Montafon Bergbahnen AG[Bearbeiten]

Silvretta Montafon Bergbahnen AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1993 (Beginndatum der Rechtsform)[3]
Sitz Gaschurn
Leitung DI Dr. Georg Hoblik, Peter Marko
Mitarbeiter ca. 220 [3]
Umsatz ca. 25 Mio. €[3]
Branche Wintersport-Infrastruktur
Website silvretta-montafon.at

Ein neuer Unternehmensabschnitt, unter der neuen Marke Silvretta Montafon, begann mit dem Kauf der Silvretta Nova Bergbahnen AG und deren Tochtergesellschaften[4] durch die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) im Jahre 2007.[5] Neben Liften betreut die Firma auch die Berggastronomie im ganzen Skigebiet, sowie das Sporthotel Silvretta Montafon in Gaschurn (Firmensitz ebenda), die Schischule Schruns, und hält die Mehrheit am Intersport Montafon.

Durch den Zusammenschluss von Nova und Hochjoch wurde die Silvretta Montafon 2008 zum größten Skigebiet Vorarlbergs und gleichzeitig eines der Top-Ten-Skigebiete in Österreich.[6] Bis 2011 war aber das Hochjoch nur von den talauswärtigen Orten erreichbar, mit 2011/12 ging mit der Grasjoch–Hochalpila-Anlage die Verbindung über St. Gallenkirch in Betrieb.

Die für den 20./21. Dezember 2011 geplanten Europacup-Rennen der Damen (Slalom), die einen weiteren Schritt in Richtung Etablierung geboten hätten, mussten wegen Schneemangel abgesagt werden.[7]

Das Sporthotel Silvretta Montafon[8] wurde im Herbst 2012 und im Frühjahr 2013 umgestaltet und erweitert.

Schibetrieb und Naturschutz[Bearbeiten]

Lawinenverbauung am Kreuzjoch

Wie für viele entlegene Alpentäler waren auch für das Montafon Wasserkraft und Schibetrieb die beiden Wirtschaftsmotoren des mittleren 20. Jahrhunderts. Und wie in vielen anderen Alpenregionen wurde die Bedeutung des Naturschutzes – auch als tourismuswirtschaftliches Leitbild – anfangs abgelehnt. Als in den 1990ern der innere Verwall zum Europa- und Naturschutzgebiet (Vogelschutzgebiet Verwall) erklärt wurde, bestanden noch immer Pläne, das Hochjoch nach Osten auszubauen, sodass die Unterschutzstellung des Silbertaler Gebietes erst nach Mediationsverfahren umgesetzt werden konnte.[9] Hilfreich war auch, dass Walther Flaig, ein renommierten Alpinschriftsteller (AV-Führer der Region), der schon ab den 1930er Jahren für Naturschutz eintrat, an der Gründung der Hochjochbahnen beteiligt war,[10] und auch, dass die Illwerke ebenfalls ein sehr ökologisches Leitbild vertreten.

Das Montafon gehörte nie zu den hochprominenten Schigebieten (wie der nahe Arlberg), und auch durch die – schitechnisch ungünstige, naturschutzfachlich günstige – Lage des Gebiets zwischen den schroffen Stöcken von Verwall, Rätikon und Silvretta, hielt sich der Landschaftsverbrauch im Vergleich zu anderen Schiregionen der Alpen in Grenzen. Beide Schizentren, Kapellalpe wie Alp Nova, liegen in vom Tal aus nicht einsichtigen Kesseln, sodass nur die wenigen Talabfahrten in das Landschaftsbild des Montafon eingreifen. Heute wird im weiteren Ausbau der sanfte Tourismus der Umgebung berücksichtigt,[11] so stellt sich etwa das nahe hintere Silbertal wie auch das Valschaviel von besonderer Naturbelassenheit dar.

Blick auf Madrisellastock mit Valisera, Versettla und – rechts in Wolken – Hochjoch, von Gaschurn aus

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Silvretta Nova – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Winter: Winter-Facts, montafon.at – mit Pistenkarte ski3.intermaps.com;
    Silvretta Montafon. bergfex.at – mit Pistenkarte und Details Lifte, Pisten und Sport.
  2. Montafon 1906–2006, Sommerausstellung Heimatschutzverein Montafon (pdf, activepaper.tele.net; 6,0 MB)
  3. a b c Silvretta Montafon Bergbahnen AG, Firmendaten, Creditreform/firmenabc.at
  4. Übersicht über die Firmengruppe: Firmeninformationen, silvretta-montafon.at
  5. VoMoNoSi Beteiligungs AG, Firmendaten, Creditreform/firmenabc.at
  6. Skigebiete: Neue Marke "Silvretta Montafon" (28. November 2008)
  7. Europacuprennen in Schruns abgesagt. vol.at, 13. Dezember 2011
  8. [1], sporthotel.silvretta-montafon.at
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMediationsverfahren Natura 2000 Gebiet Verwall. In: rosinak.co.at. Rosinak & Partner, Amt der Vorarlberger Landesregierung, 2000–2002, abgerufen am 7. Juli 2012.
  10. vergl. etwa Maria Aschauer (Bearb.), Markus Grabher, Ingrid Loacker (Red.): Geschichte des Naturschutzes in Vorarlberg. Eine Betrachtung aus ökologischer Sicht Bericht erstellt im Auftrag des Vorarlberger Naturschutzrats, UMG Umweltbüro Grabher, 7. Dezember 2007, Abschnitt 8.3. Schutzgebietsplanungen (pdf, umg.at)
  11. Zwei neue Bahnen – ein Meilenstein im Skitourismus. In: GaPa-Zitig, Amtliche Mitteilungen Gaschurn-Partenen, Gemeinde Gaschurn, Juni 2011, Seite 15. (pdf, gaschurn-partenen.at)