Sämen-Nationalpark

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Simien-Nationalpark)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sämen-Nationalpark
Sämen-Nationalpark (zwischen Geech und Chennek Campsite)
Sämen-Nationalpark (zwischen Geech und Chennek Campsite)
Sämen-Nationalpark (Äthiopien)
Paris plan pointer b jms.svg
Koordinaten: 13° 14′ 11″ N, 38° 22′ 6″ O
Lage: Äthiopien
Fläche: 179 km²
Gründung: 1959
Äthiopischer Wolf
Äthiopischer Wolf
i3i6

Der 179 km² große Sämen-Nationalpark befindet sich im Norden von Äthiopien. Sein Name leitet sich von dem amharischen Wort sämén (ሰሜን) „Norden“ her. Er ist vor allem der eindrucksvollen Berglandschaft wegen bekannt. Der Park umfasst Höhenlagen von 1900 bis über 4500 Meter ü. M. Mit 4533 m ist der Ras Daschän der höchste Berg Äthiopiens und siebthöchste in Afrika. Der Park wurde unter anderem zum Schutz verschiedener endemischer und teilweise sehr gefährdeter Tierarten eingerichtet. Dazu gehören der Erzrabe, der Äthiopische Steinbock (oder Walia), der Äthiopische Wolf und der Dschelada (oder Blutbrustpavian).

Andere bemerkenswerte Säugetierarten sind der Mantelpavian, Mantelaffen, Leopard, Karakal, Tüpfelhyäne, Buschbock, Kronenducker und Klippspringer. Unter den Vogelarten sind der Bartgeier, Kaffernadler, Lannerfalke und Augurbussard besonders erwähnenswert.[1]

Der 1959 ausgewiesene Nationalpark wurde 1978 als eine der ersten Welterbestätten in die Liste des UNESCO-Weltnaturerbes aufgenommen.[1] Ab 1996 stand er auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes, da die extrem kleine Population des Äthiopischen Steinbocks weiter schrumpfte und immer mehr Menschen sich im Gebiet des Parks ansiedelten. Die Nationalparkverwaltung versichert, dass diese Entwicklung inzwischen umgekehrt sei und man insbesondere an einer Strategie für einen alternativen Erwerb des Lebensunterhalts für die lokale Bevölkerung arbeite. Im Jahr 2017 entschied das Welterbekomitee, den Nationalpark von der Roten Liste zu nehmen.[2]

Von 1967 bis 1969 arbeitete der Schriftsteller C. W. Nicol am Aufbau des Parks.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sämen-Nationalpark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Simien National Park. In: whc.unesco.org. UNESCO World Heritage Centre; abgerufen am 31. Mai 2017 (englisch).
  2. Ethiopian World Heritage site, Simien National Park no longer in danger, Mitteilung des Welterbekomitees vom 4. Juli 2017