Simmozheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Simmozheim
Simmozheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Simmozheim hervorgehoben
Koordinaten: 48° 45′ N, 8° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Calw
Höhe: 483 m ü. NHN
Fläche: 9,5 km2
Einwohner: 2894 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 305 Einwohner je km2
Postleitzahl: 75397
Vorwahl: 07033
Kfz-Kennzeichen: CW
Gemeindeschlüssel: 08 2 35 067
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 8
75397 Simmozheim
Webpräsenz: www.simmozheim.de
Bürgermeister: Stefan Feigl
Lage der Gemeinde Simmozheim im Landkreis Calw
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Über dieses Bild

Simmozheim ist eine Gemeinde im Landkreis Calw in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Nordschwarzwald und zur Randzone der europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simmozheim liegt in 423 bis 589 Meter Höhe an der Bundesstraße 295 zwischen Weil der Stadt und Althengstett im Hecken- und Schlehengäu gelegen. Die Gemeinde besteht aus zwei voneinander getrennten Gebieten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Simmozheim gehören das Dorf Simmozheim und der Weiler Büchelbronn.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Waldstück bei Simmozheim wurden Reste einer römischen Ziegelei entdeckt.[3]

Simmozheim wurde erstmals 985 urkundlich erwähnt. Ab 1320 gehörte der Ort den Herren von Kröwelsau. Im Jahre 1626 starben 76 Personen an der Pest, 1634 wurden im Dreißigjährigen Krieg 44 Gebäude durch Feuer zerstört. 1699 kamen Waldenser als Glaubensflüchtlinge in den Ort, sie wurden nach kurzer Zeit im heutigen Neuhengstett angesiedelt, das 1700 gegründet wurde. Simmozheim musste dafür Teile seiner Gemarkung an Neuhengstett abtreten und ist seitdem in zwei nicht miteinander verbundene Gebiete geteilt.[4] Im Jahre 1808 kam Simmozheim zum Oberamt Calw.

Um 1900 waren die meisten Einwohner Tagelöhner und Kleinbauern. Im April 1945 verloren bei einem Luftangriff sechs 6 Menschen ihr Leben.[5]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Einführung der Reformation in Merklingen wird auch Simmozheim 1535 evangelisch. Neben der evangelischen Kirchengemeinde existiert ein Gemeindehaus der Liebenzeller Gemeinschaft. Ca. 500 Einwohner sind katholisch. Außerdem wurde ein Königreichssaal der Zeugen Jehovas ca. 1960 erbaut. Die bereits 1497 errichtete Simmozheimer Dreifaltigkeitskirche ist das markanteste Wahrzeichen des Ortes. Sie steht mitten im Ort, leicht erhöht auf dem nördlichen Rand des Talgrunds. Auch nachts ist ihr angestrahlter vierkantiger Turm hellerleuchtet und strahlt weithin sichtbar. Die pneumatische Orgel der Firma Weigle stammt aus dem Jahr 1907,[6] die älteste Glocke aus dem Jahr 1525.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1748: 0513 Einwohner
  • 1950: 1050 Einwohner
  • 1991: 2489 Einwohner
  • 1995: 2630 Einwohner
  • 2005: 2749 Einwohner
  • 2010: 2814 Einwohner
  • 2015: 2894 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreifaltigkeitskirche Simmozheim

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgende Sitzverteilung:

FWG 100 % +9,4 12 Sitze +1
Die Grünen 0,0 % -9,4 0 Sitze -1

Die Kommunalwahl 2014 ergab diese Sitzverteilung: [7]

Unabhängige Wählerschaft 6 Sitze +6
FWG 3 Sitze -9
Liste Dorf und Umwelt 2 Sitze +2
fraktionslos 1 Sitz +1

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simmozheim verfügt über zwei Kindergärten, davon einer mit Kleinkindbetreuung, sowie eine Grundschule mit angeschlossener Ganztagsbetreuung. Der ehemalige Waldkindergarten im Simmozheimer Gerechtigkeitswald wurde zum Jahr 2013 von der Gemeinde Althengstett übernommen.[8] Als weiterführende Schulen stehen im Nachbarort Althengstett eine Realschule, eine Werkrealschule und eine Hauptschule sowie in den nächsten Städten Weil der Stadt und Calw Gymnasien zur Verfügung.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simmozheim wird vom Gäurandweg durchquert, einem Fernwanderweg des Schwarzwaldvereins. Des Weiteren führt der Hugenotten- und Waldenserpfad, eine Kulturroute des Europarats, durch den Ort.[9]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Gottlieb Friedrich Bohnenberger 1844

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 477
  3. Ulrich Brandl und Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)
  4. Plan über die Gemarkung Neu-Hengstett Merklinger Oberamts, Landesarchiv Baden-Württemberg, abgerufen am 1. April 2017.
  5. http://www.simmozheim.de/de/Unser-Flegga/Ortsportrait/Geschichte
  6. Bürgerliche Gemeinde und evangelische Kirchengemeinde Simmozheim (Hrsg.): Simmozheim. Eigenverlag der Gemeinde Simmozheim, 1997, S. 133.
  7. http://www.simmozheim.de/de/Rathaus/Gemeinderat
  8. Bettina Bausch: Waldkindergarten ist gesichert. In: Schwarzwälder Bote. 05-12-2012, abgerufen am 20. Juni 2017.
  9. Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser. Abgerufen am 10. März 2017.
  10. Kurzbiografie Karl Georg Haldenwangs, Stadtarchiv Heilbronn

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Simmozheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien