Simon Cameron

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Simon Cameron

Simon Cameron, (* 8. März 1799 in Maytown, Lancaster County, Pennsylvania; † 26. Juni 1889 in Donegal Springs, Pennsylvania) war ein US-amerikanischer Politiker, der dem Kabinett von US-Präsident Abraham Lincoln als Kriegsminister angehörte.

Leben[Bearbeiten]

Simon Cameron wurde mit neun Jahren Waise. Ab 1816 war er als Helfer in einer Buchdruckerei in Harrisburg beschäftigt, 1821 arbeitete er als Redakteur der Zeitung Bucks County Messenger. Ein Jahr später zog er nach Washington, ließ sich weiterbilden und arbeitete für die Druckerei Gales and Seaton. Cameron heiratete Margaret Brua und kehrte anschließend nach Harrisburg zurück, wo er zunächst Mitglied der Whig Party war und sich später der Demokratischen Partei anschloss.

1826 bekam Cameron den Posten eines Generaladjutanten in West Point. Er widmete sich nun mit großem Eifer dem Studium des Bank- und Eisenbahnwesens und plante mehrere Eisenbahnlinien, die später von der Northern Central Railroad verwirklicht wurden. 1832 gründete er die Bank of Middletown und war auch in anderen Geschäften involviert. Aus einem Geschäft mit Indianern, die er angeblich betrogen hatte, blieb der negative Spitzname Winnebago Chief an ihm hängen.

Ab 1845 vertrat Cameron den Staat Pennsylvania im US-Senat in Washington und wurde bald einer der führenden Köpfe der Demokratischen Partei. 1855 wechselte er zu den Republikanern über. Bald galt er als möglicher Präsidentschaftskandidat der Partei, schied aber 1860 auf der Republican National Convention in Chicago früh aus dem Rennen aus, das schließlich Abraham Lincoln gewann.

Nach Lincolns Regierungsantritt und dem Ausbruch des Bürgerkrieges 1861 wurde er vom Präsidenten als Kriegsminister in dessen Kabinett berufen. Er musste aber Anfang des Jahres 1862 zurücktreten, da die Mehrheit des Kongresses mit seiner Emanzipations-Proklamation zur Befreiung der Sklaven nicht einverstanden war. Schon davor hatte seine Amtsführung durch fehlende Versorgung der Truppen und Vergabe von Armeeaufträgen an seine Freunde Kritik auf sich gezogen. Durch seine schroff republikanische Gesinnung und seine Begünstigung der immer mehr um sich greifenden Korruption in der Partei, wegen welcher der Kongress auch einen öffentlichen Tadel gegen ihn aussprach, machte er sich für andere Regierungsämter unmöglich. Unmittelbar nach seinem Rücktritt wurde er zum US-Botschafter in Russland ernannt; diesen Posten hatte er bis zum 18. September desselben Jahres inne.

Später saß er wieder im US-Senat und war dort von 1871 bis 1877 Vorsitzender des einflussreichen Ausschusses für Außenpolitik. Cameron schloss sich Ulysses S. Grant an, unterstützte dessen zweimalige Wahl zum Präsidenten (1868 und 1872) und betrieb auch 1880 dessen dritte Kandidatur, diesmal jedoch erfolglos.

Simon Camerons Sohn J. Donald Cameron, der ihm 1877 als Mitglied des Senats folgte, trat als Politiker in seine Fußstapfen und wurde ebenfalls Kriegsminister. Cameron zog sich aus der aktiven Politik zurück und lebte zuletzt zurückgezogen auf seiner Farm in Donegal Springs, wo er 1889 starb.

Würdigung[Bearbeiten]

Nach Simon Cameron wurden mehrere Orte in den USA benannt:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Simon Cameron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Simon Cameron im Biographical Directory of the United States Congress (englisch)