Simon Rolfes

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Simon Rolfes
Spieler – Tag der Legenden 2016 13.jpg
Simon Rolfes, 2016
Personalia
Geburtstag 21. Januar 1982
Geburtsort IbbenbürenDeutschland
Größe 191 cm
Position Defensives Mittelfeld
Junioren
Jahre Station
1986–1999 TuS Recke
1999–2000 Werder Bremen
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
2000–2004 Werder Bremen Amateure 100 (18)
2000–2004 Werder Bremen 0 0(0)
2003 → SSV Reutlingen 05 (Leihe) 13 0(0)
2004–2005 Alemannia Aachen 28 0(3)
2005–2015 Bayer 04 Leverkusen 288 (41)
2010 Bayer 04 Leverkusen II 1 0(0)
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
Deutschland U-18 8 0(1)
Deutschland U-20 5 0(0)
2002 Deutschland U-21 1 0(0)
2004–2005 Team 2006 12 0(0)
2007–2011 Deutschland 26 0(2)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Simon Rolfes (* 21. Januar 1982 in Ibbenbüren) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Er stammt aus der Jugend von Werder Bremen und war nach der Zwischenstation Alemannia Aachen von 2005 bis 2015 zehn Jahre lang für Bayer 04 Leverkusen als defensiver Mittelfeldspieler aktiv. Von 2007 bis 2011 war er deutscher Nationalspieler und wurde 2008 Vizeeuropameister.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simon Rolfes wurde als jüngster von vier Söhnen eines Lehrerehepaares geboren. Er besuchte in seinem Heimatort Recke zunächst die Overberg-Grundschule und anschließend das Fürstenberg-Gymnasium. Sein Abitur legte er am Hermann-Böse-Gymnasium in Bremen ab. Rolfes ist seit 2009 verheiratet[1] und Vater von drei Töchtern.

Karriere als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolfes begann 1986 zunächst beim westfälischen Verein TuS Recke Fußball zu spielen. 1999 wechselte er in die A-Jugend von Werder Bremen. 2001 wurde Rolfes beim Mercedes-Benz Junior Cup als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Er stieg schnell über die U-18-Auswahl und die Amateurmannschaft ins Profiteam von Werder auf. Dort konnte er sich allerdings nicht durchsetzen und wurde im Januar 2003 für die Rückrunde der Saison an den damaligen Zweitligisten SSV Reutlingen 05[2] ausgeliehen, für den er 13 Spiele absolvierte. In der Saison 2003/04 kehrte er nach Bremen zurück und wurde als Mitglied des Mannschaftskaders Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger, ohne jedoch in der ersten Mannschaft eingesetzt worden zu sein. Im Regionalligateam der Bremer hatte er bis dahin 100 Spiele bestritten und 18 Tore geschossen.[3] Dass Rolfes sich nicht bei Bremen durchsetzen konnte, begründete er später mit der Schnelligkeit seines Aufstiegs zuvor: „Ich war zu verbissen und ungeduldig.“[4]

Die Konsequenz war sein Wechsel 2004 zum Zweitligisten Alemannia Aachen. In der Zeit bei der Alemannia verbesserte er seine körperliche Härte, indem er Sonderschichten mit den 400-Meter-Läufern Lars Figura und Jens Dautzenberg absolvierte.[5] In Aachen wurde er rasch Stammspieler und erzielte in 28 Zweitligaspielen drei Tore. Der Verein galt als potenzieller Aufsteiger, beendete die Saison 2004/05 jedoch mit sieben Punkten Rückstand auf den Tabellendritten Eintracht Frankfurt auf dem sechsten Platz. Über den DFB-Pokalwettbewerb hatte sich Aachen für die Teilnahme am UEFA-Pokal 2004/05 qualifiziert; dort überstand man die Gruppenphase und schied erst im Achtelfinale aus.

Zur Saison 2005/06 wechselte Rolfes zu Bayer 04 Leverkusen. Er erkämpfte sich unter dem im Oktober 2005 eingestellten Trainer Michael Skibbe einen Stammplatz im defensiven Mittelfeld.[5] Sowohl in der Saison 2006/07 als auch in der Saison 2007/08 war er der einzige Leverkusener Akteur, der alle 34 Bundesligaspiele bestritt. Mit acht Toren war er zudem der erfolgreichste Mittelfeldspieler des Teams. Ab Beginn der Saison 2008/09[6] bis zu seinem Karriereende war er Mannschaftskapitän der Leverkusener. Am 17. Mai 2008 absolvierte er sein 100. Bundesligaspiel im Bayer-Trikot. In der folgenden Saison führte Rolfes das Bayer-Team im DFB-Pokal bis ins Finale, das man gegen Werder Bremen verlor, bevor er im Mai 2009 seinen Vertrag vorzeitig um drei Jahre bis 2013 verlängerte. In den beständigen ersten vier Jahren in Leverkusen verpasste er nur drei Saisonspiele. Dann kam mit der Saison 2009/10 allerdings ein „Seuchenjahr“. Einem Innenbandanriss im Knie folgten weitere Probleme inklusive eines Knorpelschadens, so dass er einen Großteil der Hinrunde und fast die komplette Rückrunde nicht spielen konnte. In der Saison darauf stellte er den Anschluss an die Stammelf mühsam wieder her, es dauerte allerdings bis zum 9. Spieltag, an dem er erstmals wieder in der Startaufstellung stand. In der Rückrunde gehörte er dann wieder zu den gesetzten Spielern und errang 2010/11 mit dem Team die Vizemeisterschaft – sein größter Erfolg im Trikot von Bayer Leverkusen.

Am Ende der Saison 2012/13 verlängerte er seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2015.[7] Im Dezember 2014 gab er bekannt, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern und seine Karriere beenden werde.[8] Er erklärte, nach seinem Karriereende als Karriere-Manager für Sportler im Rahmen seines eigenen Betriebes arbeiten zu wollen.[9]

Am 16. Mai 2015, Rolfes’ letztem Pflicht-Heimspiel für Bayer Leverkusen, bereitete der Verein ihm und Stefan Reinartz, der den Verein in Richtung Eintracht Frankfurt verließ, einen offiziellen Abschied von den Fans im Stadion vor dem Spiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim.[10] Der Verein ernannte ihn zum Ehrenspielführer von Bayer Leverkusen.[10] Rolfes ist nach Ulf Kirsten, Carsten Ramelow und Bernd Schneider der vierte Spieler, dem dieser Ehrentitel verliehen wurde. Eine Woche später, am 23. Mai, bestritt Rolfes schließlich sein letztes Spiel als Profifußballer bei der Auswärtspartie in Frankfurt am Main, in der er in der 87. Spielminute für Tin Jedvaj eingewechselt wurde.

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolfes im Nationaldress (2011)

Rolfes’ Nationalmannschaftskarriere begann in den Juniorenteams. Er absolvierte acht Spiele für die U-18- (ein Tor), fünf Spiele für die U-20- und ein Spiel für die U-21-Auswahlmannschaft. Zudem spielte er zwölfmal für das Team 2006. Am 28. März 2007 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw im Spiel gegen Dänemark erstmals in der A-Nationalmannschaft eingesetzt.[11]

Rolfes wurde am 16. Mai 2008 in den vorläufigen Kader für die EM 2008 berufen. Seinen ersten Einsatz beim Turnier absolvierte er am 19. Juni 2008 im Viertelfinale gegen Portugal, als er den verletzten Torsten Frings ersetzte. Im WM-Qualifikationsspiel in Liechtenstein am 6. September 2008 erzielte er sein erstes Länderspieltor zum 3:0-Zwischenstand. Die Teilnahme an der WM 2010 musste Rolfes aufgrund einer Knieverletzung absagen.[12] Nach seiner Wiedergenesung gehörte er weiterhin zum DFB-Kader, verpasste aber die Nominierung zur EM 2012. Löw befand seine Leistungen in der vorangegangenen Saison als nicht ausreichend.[13] Danach wurde er nicht wieder in den Kader der Nationalmannschaft berufen.

Nach der aktiven Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Sommer 2015 ist Rolfes als Fußballexperte für das ZDF tätig.[14][15] Seinen ersten Auftritt hatte er beim Champions-League-Play-Off-Hinspiel Lazio Rom gegen Bayer 04 Leverkusen am 18. August 2015 in Rom. Seither ist er häufig in der ZDF-Sportreportage zu sehen.

Zu Beginn der Fußballsaison 2017/18 haben Rolfes und sein Geschäftspartner Markus Elsässer die Leitung von GoalControl übernommen.[16]

Bemerkenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rolfes war während seiner aktiven Karriere als Vertreter der Bundesliga im Spielerrat der Spielergewerkschaft Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VdV) tätig.[17]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Simon Rolfes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rolfes: Es war unvergesslich
  2. ssv-news.de: Rolfes kommt aus Bremen (Memento des Originals vom 4. August 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ssv-news.de, 20. Dezember 2002
  3. Matthias Arnhold: Simon Rolfes - Matches and Goals in Bundesliga. RSSSF. 3. März 2016. Abgerufen am 3. März 2016.
  4. Kilchenstein, Thomas (2007): Mr. Zuverlässig: Leverkusens Mittelfeldspieler Simon Rolfes gibt niemals auf. In: Frankfurter Rundschau 14. Februar 2007 (Zugriff: 16. November 2007)@1@2Vorlage:Toter Link/www.simon-rolfes.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. a b Hellmann, Frank (2007): Der Jongleur. In: Frankfurter Rundschau, Nr. 267, 16. November 2007, S. 27
  6. www.kicker.de: Rolfes ist der Spielführer (1. August 2008)
  7. Simon Rolfes verlängert Vertrag um zwei Jahre (Memento des Originals vom 5. März 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bayer04.de. bayer04.de. 7. März 2013. Abgerufen am 7. Dezember 2014.
  8. Rolfes beendet zum Saisonende seine Karriere (Memento des Originals vom 9. Dezember 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bayer04.de. bayer04.de. 6. Dezember 2014. Abgerufen am 7. Dezember 2014.
  9. Ex-Nationalspieler Rolfes beendet Karriere nach der Saison, Artikel vom 7. Dezember 2014, abgerufen am 25. April 2015
  10. a b Gelungener Abschied für Simon und Stefan (Memento des Originals vom 23. September 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bayer04.de; bayer04.de, vom 17. Mai 2015, abgerufen am 12. August 2015
  11. Matthias Arnhold: Simon Rolfes - International Appearances. RSSSF. 3. März 2016. Abgerufen am 3. März 2016.
  12. Endgültig: WM-Aus für Rolfes Bericht vom 4. Mai 2010 auf sport1.de
  13. Löw streicht Rolfes aus EM-Kader, RP Online, 7. Mai 2012
  14. http://www.zdfsport.de/simon-rolfes-experte-zdf-sportreportage-39604314.html
  15. http://www.zdfsport.de/holger-stanislawski-simon-rolfes-hanno-balitsch-zdf-experten-fuer-sportreportage-39650748.html
  16. https://www.goalcontrol.de/de/news/2017/08/21/simon-rolfes-%C3%BCbernimmt-goalcontrol-und-baut-torlinientechnik-engagement-aus/abgerufen am 26. August 2017
  17. Hinweis in: RevierSport 38/2013, S. 12

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rolfes wurde in keinem Spiel in diesem Wettbewerb eingesetzt, gehörte jedoch in zwei Spielen zum Kader.
  2. Rolfes wurde in keinem Spiel in diesem Wettbewerb eingesetzt, gehörte jedoch im Finale zum Kader.