Simon Rummel

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Simon Rummel (* 1978 in Trier) ist ein deutscher Improvisationsmusiker (Klavier, Geige, Orgel), Komponist und Klangkünstler. Er beschäftigt sich mit akustischen Phänomenen, die er in künstlerische Installationen überträgt.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rummel bekam mit acht Jahren Klavierunterricht, sang im Knabenchor und hatte Orgelunterricht. Er besuchte das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und spielte zunächst in der Jazzszene von Trier, studierte dann Jazzpiano und Komposition an der Musikhochschule Köln bei John Taylor, Hans Lüdemann, Paulo Álvares, Johannes Fritsch, später noch freie Kunst bei Georg Herold an der Kunstakademie Düsseldorf. Zu seinen vielfältigen Arbeiten zählen (experimentelle) Kompositionen für verschiedene Ensemble, u. a. für das von ihm gegründete Ensemble Fantasmofonika (u. a. mit Ketonge). 2003 erhielt das Ensemble eine Auszeichnung beim Festival jazz-art (WDR). 2005 wurde durch die Bochumer Symphoniker und Eva-Maria Schieffer ein Blockflötenkonzert von Simon Rummel uraufgeführt. Neben verschiedenen musikalische Projekte und Performances, Tanz- und Theaterarbeiten (wie Soloparty mit In-Jung Jun im Tanzhaus NRW) arbeitete Rummel acht Jahre als Kantor und Organist an einer evangelischen Kirche sowie Chorleiter und Band-Coach an der offenen Jazzhausschule Köln. Als Bühnenmusiker spielte er u. a. beim Deutsch-Griechischen Theater oder der Company Blue Elephant, als Regieassistent bei der Jungen Kammeroper Köln sowie als Bühnenbildner für eine „König Arthus“-Produktion an der Tonhalle Düsseldorf; „dies verdeutlicht sein Interesse am Theater, das sich in eigenen experimentellen Musiktheaterstücken niederschlägt, bei denen Klang, Bild und Bewegung komponiert werden.“[2] Als Performancekünstler trat Simon Rummel u. a. 2006 im Kölner maxim und im Museum Kunstpalast in Düsseldorf in Erscheinung.

2008 war Simon Rummel Stipendiat für experimentelle Komposition des Künstlerdorfes Schöppingen. 2007 arbeitete er als Violinist mit Radu Malfatti (Rain Speak Soft Tree Listens). 2009 war er in Moers Improviser in Residence[3], spielte dabei u. a. mit Achim Tang, Angelika Niescier und Sanne van Hek. 2010 komponierte er die im Museum Ludwig Köln live aufgeführte Filmmusik zu dem Stummfilm Adieu Mascotte – Das Mädchen von Montparnasse (1929, Regie: Wilhelm Thiele, mit Lilian Harvey)[4]. 2011 trat er auf dem Moers festival auf.

Seine Klangperformance Harmonielehre wurde 2011 mit dem QuattroPole-Kunstpreis Robert Schuman für Komposition ausgezeichnet.[1][5][6] Rummels „Harmonielehre“ ist „eine Musikmaschine, die ein Tor öffnet in die Welt der unendlich vielen Tonkombinationen jenseits der Einteilung der Oktave in zwölf gleiche Abstände. Sie basiert auf Orgelpfeifen, die über einen Teleskopeinsatz in ihrer Länge und somit in ihrer Tonhöhe veränderbar sind.“[7] 2012 trat er mit einer Klanginstallation in Helge Schneiders Programm Helge hat Zeit auf.[8] Seine Kompositionen wurden vom Kölner James Choice Orchestra interpretiert; 2012/13 spielt er eigene Werke mit Musikern aus diesem Ensemble, zu denen u. a. Joris Rühl, Georg Wissel, Carl Ludwig Hübsch und Radek Stawarz gehören.[9]

2013 erhielt Rummel im Rahmen der Förderstipendien für junge Kunst im Bereich der Musik das Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium.[10]

Kompositionen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Schiff malen, das nicht zurückkehrt (2014). UA 10. Dezember 2014 Köln (Kunst-Station Sankt Peter). Irene Kurka (Sopran), Lothar Berger und David Stützel (Obertongesang), Sabine Akiko Ahrendt (Violine), Annegret Mayer-Lindenberg (Viola)

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Moers, Grafschafter Museum, 2009: Antworten auf versteckte Fragen (Einzelausstellung)
  • Wiesbadener Kunstsommer, 2012: Fluxus-Ausstellung „Klang“
  • Kunstverein Duisburg, 2013: Vera Lossau / Simon Rummel – Objekt/Bildhauerei/Musik

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Quattropole-Kunstpreis (Memento vom 15. April 2013 im Webarchiv archive.is)
  2. Simon Rummel: Improviser in Residence 2009 – Simon Rummel im Gespräch mit Tinka Koch (Memento vom 17. Februar 2013 im Webarchiv archive.is)
  3. in der Nachfolge der Saxophonistin Angelika Niescier, die die Aufgabe 2008 als erster Improviser in Residence ausfüllte.
  4. La Boheme: Die Inszenierung des Künstlers in Fotografien des 19. und 20. Jahrhunderts. In: Museum Ludwig (Memento vom 5. Oktober 2010 im Internet Archive)
  5. Information bei Quattroporte (Memento vom 15. April 2013 im Webarchiv archive.is)
  6. Interview 2011 (Memento vom 10. Februar 2013 im Webarchiv archive.is)
  7. Klang-Impulse 3 – Simon Rummel: „Harmonielehre“. Installation/Performance im Rahmen der Ausstellung „Klang“ und dem Wiesbadener Kunstsommer (Memento vom 22. Februar 2013 im Internet Archive)
  8. Simon Rummel mit einer Klanginstallation in Helge Schneider Show
  9. Programm Loft (Köln) Februar 2013.
  10. Homepage Stadt Köln Förderstipendien für junge Kunst - Preise 2013, abgerufen am 6. Oktober 2013