Simonswolde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Simonswolde
Gemeinde Ihlow
Koordinaten: 53° 22′ 18″ N, 7° 23′ 54″ O
Höhe: 2 m ü. NN
Einwohner: 1776 (Okt. 2013)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 26632
Vorwahl: 04929
Evangelisch-reformierte Simonswoldmer Kirche
Evangelisch-reformierte Simonswoldmer Kirche

Simonswolde ist ein Ortsteil der Gemeinde Ihlow im Landkreis Aurich in Ostfriesland. Der Ort hatte im Oktober 2013 1776 Einwohner.[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simonswolde liegt auf einem Geestvorsprung, von Hoch- und Niedermoor umgeben. Vor der Luciaflut lag der Ort etwa einen Kilometer weiter südwestlich.

Simonswolde (Ihlow) (Niedersachsen)
Simonswolde (Ihlow)
Simonswolde (Ihlow)
Lage von Simonswolde in Niedersachsen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 12. Jahrhundert wurde Simonswolde als „Simonn Walden“ erwähnt, was so viel wie „dem Simon Petrus geheiligter Wald“ bedeuten sollte, 1287 lautete der Ortsname „Sunesdeswalde“, möglicherweise der heidnischen Gottheit Sunna gewidmet, und 1436 wird das Dorf als „Symeswolde“ urkundlich erwähnt.[2] 1431 soll es Simiswalde geheißen haben.

Bei Grabungen wurden Wohnplätze freigelegt, die vermutlich in die Zeit vom 9. bis 13. Jahrhundert zu datieren sind.[2] Die sogenannten Bargen wurden in einer Höhe von fünf bis sechs Metern aufgeworfen auf denen dann eine Kirche von 45 Meter Länge und 15 Meter Breite gebaut sowie ein Kirchhof angelegt wurden.[2] Am 14. Dezember 1287 wurde das Dorf durch die Luciaflut zerstört und nach Nordosten zu verlegt.

Gegen Ende des Hochmittelalters bildete Simonswolde mit Riepe, Ochtelbur und Bangstede das Süderland,[3] war aber als Gemeinde selbstständig und fiel 1453 bis 1631 durch Wiard von Uphusen an Oldersum.[2] Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) ist Simonswolde wegen seiner abseitigen Lage von größeren Überfällen verschont geblieben und wurde 1631 an die Stadt Emden verkauft.[2]

Bekannt war Simonswolde vor allem durch den Butterhandel geworden, die bis nach Braunschweig und ins Ruhrgebiet geliefert wurde.[2] Als auch die Zeit der Webereien und Besenbindereien zu Ende ging, emigrierten viele Einwohner nach Nordamerika, wovon die Nachnamen Heidebrink, Mölendorp, Sybering in Illinois und Iowa zeugen.

Am 1. Juli 1972 wurde Simonswolde in die neue Gemeinde Ihlow eingegliedert.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der nach Westen verlängerten Simonswoldmer Kirche befindet sich eine sehenswerte mittelalterliche Grabplatte aus rotem Sandstein, auf der eine betende Menschengestalt dargestellt ist. Die Orgel von Hinrich Just Müller ist von überregionaler Bedeutung. Sie wurde 1777 auf der ein Jahr zuvor eingebauten Empore eingebaut. Orgel und Empore befinden sich zwischen der Kanzel und Apsis und sind somit für den Besucher direkt beim Eintreten zu sehen.

In unmittelbarer Nähe von Simonswolde befindet sich das Sandwater, ein Binnensee, der unter Naturschutz steht.

Sand+WaterWerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem seit 2005 geschlossenem Schwimmbad wurde durch den gemeinnützigen Trägerverein Sand+WaterWerk e. V. ein Naturerfahrungsraum, soziokultureller Treffpunkt und außerschulischer Lernort für Kindergärten und Grundschulen geschaffen.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein bedeutendes jährlich stattfindendes Ereignis ist der Flohmarkt. Jedes Jahr am letzten Sonntag im August finden sich tausende Menschen in dem kleinen Dörfchen ein.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Simonswolde. Gemeinde Ihlow. Abgerufen am 22. Oktober 2013.
  2. a b c d e f Ortsfamilienbuch Simonswolde, auf: genealogy.net, abgerufen 14. Juli 2017
  3. Gemeinde Südbrookmerland, auf: grossesmeer.de, abgerufen 14. Juli 2017
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 261.