Simri (Maßeinheit)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hopfenmarken aus dem Allgäu

Der (das) Simri, Simra[1] oder das Simmer (von althochdeutsch sumbir mit der Bedeutung Korb) war ein Hohlmaß zum Messen von Getreide. Ein Simri hatte oft 22 Liter. Im Allgäu war der Simri auch ein Maß für eine bestimmte Menge an Hopfen. Die Arbeiter bekamen im Austausch für Körbe voller Hopfen spezielle Hopfenmarken aus Metall, die später gegen den Lohn getauscht wurden.

  • 1 Scheffel = 8 Simri
  • 1 Simri = 4 Vierlinge = 16 Messlein = 32 Eklein = 128 Viertelein
  • 1 Simri = 4 Invel (Heidelberg)[2]

Das Simri von 1555 bildete die Messgrundlage für Frucht und hatte 1116,8014 Pariser Kubikzoll = 22,1533 Liter[3] (bei rauen Früchten, Dinkel und Hafer 16,04 Liter und bei glatten Früchten 13,885 Liter [4]). Im Tübingen der 1870er Jahre wurde auch Taubendung simriweise gehandelt.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brockhaus Enzyklopädie. Band 20, 19. Auflage, Mannheim 1993, Seite 296, Artikel „Simmer, Simri“
  • Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage 1905–1909, Band 18. Leipzig 1909, S. 483, Artikel „Simri“
  • Pierer's Universallexikon. 4. Auflage, 1857–1867, Band 16, Seite 119, Eintrag „Simri (Hohlmaß)“

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Friedrich Krüger: Vollständiges Handbuch der Münzen, Maße und Gewichte aller Länder der Erde. Verlag Gottfried Basse, Quedlinburg/Leipzig, 1830, S. 317
  2. Georg Kaspar Chelius: Maß- und Gewichtsbuch. Jäger'schen Buch-, Papier- und Landkartenhandlung, Frankfurt am Main 1830, S. 193
  3. Leopold Einsle: Systematische Zusammenstellung der vorzüglichsten europäischen Maße, Gewichte und Münzen …, Verlag Jof. Kösel’sche Buchhandlung, Kempten 1846, S. 82
  4. Christian Noback, Friedrich Eduard Noback: Vollständiges Taschenbuch der Münz-, Maß- und Gewichtsverhältnisse …, Band 1, F. A. Brockhaus, Leipzig 1851, S. 408 und 643
  5. Tübinger Chronik u. a. 7. April 1875